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Kabelbrand war offenbar ein gezielter Anschlag

Berlin-Charlottenburg Kabelbrand war offenbar ein gezielter Anschlag

Ein Kabelbrand in Berlin-Charlottenburg sorgt dafür, dass 6500 Privathaushalte vermutlich noch bis weit in die Nacht ohne Strom auskommen müssen. Bei dem Brand unterhalb der Mörschbrücke sind mehrere Kabelsysteme zerstört worden – offenbar mit Absicht, wie ein Bekennerschreiben im Internet nahelegt.

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Der Anschlag ist unterhalb der Mörschbrücke verübt worden.

Quelle: dpa

Berlin. Ein größerer Stromausfall in Berlin-Charlottenburg am Montag ist mutmaßlich auf einen Brandanschlag zurückzuführen. Im Netz bekannte sich eine Gruppe mit dem Namen „Vulkangruppe NetzHerrschaft zerreißen“ dazu, ein „große Menge Kabel“ angezündet und „gezielt Kabel durchtrennt“ zu haben.

Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen

Dadurch sollten etwa das Militär, die Flugbereitschaft der Bundesregierung, der Flughafen Tegel und mehrere Großkonzerne, welche die Starkstromkabel nutzen, geschädigt werden. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei ermittelt, wie ein Sprecher sagte. „Die Tatortarbeit läuft noch.“ Über die genaue Ursache für den Brand könne noch nichts gesagt werden.

Bei dem Brand unterhalb der Mörschbrücke handelt es sich offenbar um einen gezielten Anschlag

Bei dem Brand unterhalb der Mörschbrücke handelt es sich offenbar um einen gezielten Anschlag.

Quelle: dpa

Michael Müller verurteilt die Tat

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verurteilte die Tat: „Anschläge auf die Infrastruktur, wie zum Beispiel das Stromnetz, treffen alle. Das ist kein dummer Scherz, denn das kann Leben gefährden. Wer wissentlich das Leben von zum Beispiel Patienten in Krankenhäusern gefährdet oder riskiert, dass es im Straßenverkehr Unfälle gibt, der muss konsequent bestraft werden.“

6500 Haushalte bis weit in die Nacht ohne Strom

6500 Berliner Haushalte und 400 Gewerbekunden sind im Norden Charlottenburgs seit Montagmittag ohne Strom. „Wir rechnen damit, dass die betroffenen Haushalte bis mindestens ein Uhr am Dienstag vom Strom sind“, sagte Olaf Weidner, Pressesprecher Stromnetz Berlin am Montag.

Reparatur dauert mehrere Stunden

Unter der Mörschbrücke waren acht 10 000-Volt-Kabel zerstört worden. „Wir haben um 12.53 Uhr einen Alarm bekommen, dass es einen Kabelbrand gibt“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Montag. Die Reparatur der Kabel dürfte einige Zeit dauern, sagte Weidner von Stromnetz Berlin. Um die Kabel unter der Brücke reparieren zu können, müsse diese an beiden Seiten geöffnet werden. Das brauche Zeit. Normalerweise könnten Ausfälle durch Umschaltungen binnen 90 Minuten behoben werden. „Hier sind aber auch die Reservekabel betroffen gewesen“, sagte Weidner.

Immer wieder Brandanschläge von Linksextremisten

Immer wieder verüben linksextremistische Gruppen Brandanschläge vor allem auf Kabel der Deutschen Bahn. Im Juni 2017, knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg, wurde in mehreren Bundesländern an 13 Stellen Feuer in Bahnanlagen gelegt. Ziel waren vor allem Kabel an Bahnstrecken. Menschen wurden nicht verletzt. Viele Züge fielen aus, Reisende mussten mit Verspätungen zurechtkommen. Betroffen war auch der Berliner S-Bahnhof Treptower Park.

Ein weiterer großer Brandanschlag galt im Mai 2011 einer Kabelbrücke der Bahn am Berliner Bahnhof Ostkreuz. Dadurch brach ein großer Teil des Nahverkehrs zusammen, Regionalzüge und S-Bahnen konnten nicht mehr fahren.

Von Kristin Kruthaup und Andreas Rabenstein

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