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19:43 30.06.2018
Die Berliner Landesregierung möchte die Verwaltung attraktiver machen (Symbolbild). Quelle: dpa
Berlin

Das Land Berlin will angesichts der drohenden Pensionierungswelle in der Verwaltung ein besserer Arbeitgeber werden. „Sie wissen, wir müssen das Fachpersonal auf allen Ebenen für den öffentlichen Dienst fürs Land Berlin gewinnen“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Samstag.

Der Senat beriet auf einer Klausur mehrere Stunden lang, wie die Verwaltung besser werden kann, stellte am frühen Abend aber noch keine Beschlüsse vor. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte, sie wollten viel umsetzen, etwa zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Außerdem wollten sie den Quereinstieg ermöglichen.

Kultursenator Lederer (Linke): „Mehr Nachwuchs ausbilden“

Lederer nannte auch ein anderes Beispiel: Mitarbeiter von Bibliotheken dürften in Bezirken zum Beispiel nicht unterschiedlich bezahlt werden - damit würde man sich sozusagen gegenseitig die Leute wegkannibalisieren, sagte Lederer. Es solle auch deutlich mehr Nachwuchs ausgebildet werden.

Wochenlange Wartezeiten etwa bei Bürgerämtern oder Kfz-Zulassungsstellen sorgen immer wieder für Ärger. Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren Tausende Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Die rot-rot-grüne Landesregierung hatte im Herbst Berater engagiert, die die Verwaltung unter die Lupe nahmen.

100 Maßnahmen werden diskutiert

Aus Sicht des Gremiums muss sich das Land massiv um Nachwuchs bemühen. Aus dem Bericht hätten sie eine Tabelle mit 100 Maßnahmen gezogen, die sie nun diskutieren würden, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Sie würden darüber am Dienstag bei der regulären Senatssitzung sprechen und Beschlüsse fassen. Der Senat hatte auch vor einem Jahr einen personalpolitischen Aktionsplan beschlossen.

Die Landesregierung arbeitet auch daran, dass Bürger mehr Dinge online erledigen können. Ab Mitte 2019 sollen Kfz-Zulassungsbehörden auch digital arbeiten, wie Müller sagte. Man soll also online ein Auto anmelden können. Das ist bundesweit geplant.

Sie hätten auch angefangen, Stellenbeschreibungen zu vereinheitlichen, sagte Müller. „Das wird deutlich die Verfahren verkürzen.“ Das merke man bereits: Zu Beginn ihrer Regierungszeit hätten Einstellungsverfahren noch neun bis zwölf Monate gedauert, mittlerweile seien es etwa vier Monate.

Von MAZonline/dpa

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