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Berlin Aktivist fordert Masterplan für neue Radwege in Berlin
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16:11 13.03.2019
Rote „Teppiche“ für Radler – davon braucht die Stadt viel mehr. Bis 2030 soll es mindesten 100 Kilometer an Schnellwegen geben. Quelle: Tobias Hase/dpa
Berlin

Fahrradaktivist Heinrich Strößenreuther fordert einen „Masterplan“ für die Umsetzung des Berliner Mobilitätsgesetzes. Aus seiner Sicht sind klare zeitliche Vorgaben für die geplante Ausweitung des Radwegenetzes notwendig. Das könne das Projekt beschleunigen, gleichzeitig seien die Bürger dann besser darüber informiert, wann und wo neue Radwege entstehen. Das sei den Berlinern heute oftmals nicht klar.

Berlin könnte Vorreiter für Radverkehr sein

Berlin hätte jetzt auch schon längst ein Vorbild für zig Städte in Deutschland sein können“, sagte der Initiator des Volksentscheids Fahrrad. Nach seiner Einschätzung wäre es besser gewesen, schnell umzusetzende Vorhaben zuerst anzugehen und sich durch sichtbare Fortschritte die Unterstützung der Bürger zu sichern.

Mit dem im vergangenen Sommer beschlossen Mobilitätsgesetz soll Fahrrädern und dem Öffentlichen Nahverkehr in der Verkehrsplanung der Hauptstadt Vorrang vor dem Autoverkehr eingeräumt werden. Das Radnetz soll bis zum Jahr 2030 laut Strößenreuther 4000 Kilometer länger werden. Das Gesetz sieht vor, dass an allen Hauptstraßen beidseitig Fahrradwege entstehen. Weiterhin sind mindestens 100 Kilometer Radschnellwege geplant. Zusätzliche Fahrrad- und umgebaute Nebenstraßen kommen ebenfalls noch dazu.

Zwei von drei Deutschen würden gern mehr Fahrrad fahren

Durch das Mobilitätsgesetz werde eine große Gruppe von Bürgern angesprochen, denen es bisher im Straßenverkehr zu gefährlich sei, so Strößenreuther. Sie würden gerne Fahrrad fahren, aber nicht unter den bisherigen Umständen. Etwa zwei Drittel aller Deutschen würde so denken. Es gebe also noch viel Potenzial, die Menschen weg vom Auto und hin zum Fahrrad zu bewegen. Fahrradfahren müsse dann aber auch für jedes Kind sicher sein: „Das ist der entscheidende Schlüssel an dem Ganzen.“

Fahrradfahren liegt im Trend. Quelle: dpa

Damit alle neuen Fahrradwege wie geplant in elf Jahren fertig sind, braucht es Strößenreuther zufolge mehr Verkehrsplaner. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Verkehr arbeiten zurzeit etwa 60 Planer in der Hauptstadt, weitere Stellen sollen noch dazukommen. Strößenreuther fordert allerdings insgesamt 150 Planer, damit das Ziel 2030 erreicht werden kann.

Bessere Bürger-Information ist nötig

Die zusätzlichen Stellen würden auch deshalb benötigt, weil die Planer derzeit nicht effizient arbeiten könnten. Laut Strößenreuther schreiben viele Bürger Mails an ihre Abgeordneten, da sie nicht umfassend informiert sind. Mit den Anfragen müssen sich dann wiederum die Planer beschäftigen, statt ihrer eigentlichen Aufgabe nachzugehen.

Besonders wichtig für die Verkehrswende sind nach Ansicht Strößenreuthers auch umgewandelte Stadtflächen. Zum Beispiel Parkplätze, die zu einem Fahrradweg umgestaltet werden. „Die Politiker müssen das Gefühl bekommen, dass Radfahren so viel Spaß macht, dass die Bürger diese Flächen schätzen und lieben lernen und niemals wieder jemand auf die Idee kommen dürfte, diese jemals wieder zurück in Straßen zu verwandeln“, erklärte der Fahrradaktivist.

Buch „Der Berlin-Standard“ zur künftigen Verkehrspolitik

Der streitbare Wirtschaftsinformatiker Strößenreuther aus dem Stadtbezirk Mitte, der sich mit der Agentur für clevere Städte selbstständig machte, hat gerade ein Buch zum Thema Radverkehrspolitik verfasst. Es heißt „Der Berlin-Standard“ nimmt das Mobilitätsgesetz zum Ausgangspunkt und richtet sich laut Autor an Entscheider, damit diese ihre Verkehrspolitik fahrradgerecht gestalten können. „Damit unsere Städte 200 Jahre nach Erfindung des Fahrrads wieder zum Radfahren einladen“.

Heinrich Strößenreuther: Der Berlin-Standard. Moderne Radverkehrspolitik made in Germany – Ein Bildband über Deutschlands erstes Mobilitätsgesetz. Thiemo Graf Verlag, 140 Seiten, 39,90 Euro.

Von Sven Braun und Stefan Kruse

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