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Berlin Rebecca (15) wohl Opfer eines Verbrechens - Schwager offenbar festgenommen
Nachrichten Berlin Rebecca (15) wohl Opfer eines Verbrechens - Schwager offenbar festgenommen
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07:15 01.03.2019
Die verschwundene Rebecca aus Berlin. Quelle: Polizei Berlin
Berlin

Gewissheit über das Schicksal der vermissten Rebecca gab es am Donnerstag noch nicht. Aber die Hoffnung, dass das 15-jährige Mädchen aus Berlin noch lebend gefunden werden kann, war gering. Die Polizei geht nun auch offiziell von einem Verbrechen aus und nahm einen Verdächtigen fest. Ob Rebecca tot gefunden wurde, sagte sie nicht. Von einer weiteren Suche nach einem lebenden Mädchen war allerdings nicht die Rede.

Zu dem Verdächtigen gab die Polizei keine Informationen. Die Person werde derzeit vernommen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmittag. „Die Ermittlungen dauern an.“ Klar sei aber, dass die umfangreichen Ermittlungen der Mordkommission „den Verdacht einer Straftat erhärtet“ hätten. Nach Berichten von „Berliner Morgenpost“ und „Bild“ soll es sich bei dem Verdächtigem um Rebeccas Schwager handeln. Er soll demzufolge zu den Vorwürfen schweigen.

Der Schwager wurde bereits vor der Festnahme mehrfach vernommen. Vor der Festnahme hatte sich die Familie des Mädchens noch schützend vor den Schwager gestellt. So sagte eine weitere Schwester (23) in ihrer Instagram-Story: „Bitte lasst diese Hetzjagd auf meinen Schwager. Mein Schwager ist ein herzensguter Mensch. Ich würde für ihn die Hand ins Feuer legen.“

Polizei kam möglicherweise durch Kleidungsstück auf Spur der Verdächtigen

Die Kriminalpolizei kam möglicherweise durch ein Kleidungsstück auf eine Spur. Nach Informationen der „Berliner Zeitung“ soll die Polizei in einem Park im Stadtteil Gropiusstadt in Berlin-Neukölln ein hellgraues Oberteil gefunden haben. Der Ort liegt nur etwa 1,5 Kilometer von dem Haus der Schwester, wo Rebecca zuletzt übernachtet hatte, entfernt. Sollte das Kleidungsstück von Rebecca stammen, könnten DNA-Spuren anderer Menschen an dem Stoff die Fahnder weitergebracht haben. Bestätigen wollte die Polizei das nicht.

Das Verschwinden von Rebecca am 18. Februar gab ihrer Familie und der Polizei Rätsel auf. Das Mädchen hatte bei ihrer Schwester geschlafen. Am Morgen des 18. Februar, einem Montag, war Rebecca um 7.15 Uhr nicht mehr im Haus - obwohl ihre Schule erst gegen 10 Uhr begann und sie als Langschläferin bekannt war. Mit ihr verschwand auch eine Decke aus dem Haus. Kurz darauf wurde ihr Handy dauerhaft abgeschaltet. Rebeccas Schwester (27) soll das Haus bereits vor der 15-Jährigen verlassen haben, ihr Mann hingegen – Rebeccas Schwager – soll zu dem Zeitpunkt noch im Haus gewesen sein. Wie „Bild“ berichtet, soll der Schwager nach eigenen Angaben um 5.45 Uhr von einer Firmenfeier nach Hause gekommen sein und habe um 8.30 Uhr bemerkt, dass Rebecca nicht mehr da war.

Mordkommission ermittelt im Fall Rebecca

Spekuliert wurde, dass die Jugendliche sich mit jemanden treffen wollte. Dass Rebecca davon gelaufen war, hielt die Polizei für unwahrscheinlich. Nach einigen Tagen übernahm eine Mordkommission die Ermittlungen. Von diesem Zeitpunkt an war klar: es kann sich um eine Entführung oder einen Mord handeln.

Die Polizei versuchte, Rebeccas Spur mit Hilfe von Suchhunden zu verfolgen. Sie wertete Handydaten aus und veröffentlichte Fotos des Mädchens und ihrer zuletzt getragenen Kleidung. Zuletzt überflog ein Polizeihubschrauber den Stadtteil Britz. Bis zum Donnerstag gingen 117 Hinweise bei der Polizei ein. Ob darunter auch verwertbare Angaben waren, sagte die Polizei nicht.

Rebeccas Familie wandte sich an Öffentlichkeit

Parallel wandte sich die Familie an die Öffentlichkeit. Vater und Mutter von Rebecca sprachen mit Fernsehsendern und Zeitungen. Sie kritisierten auch, dass die Polizei erst Tage nach dem Verschwinden aktiv geworden sei. Allerdings werden gerade in Großstädten täglich mehrere Menschen, auch Jugendliche, als vermisst gemeldet. Fast alle tauchen nach ein oder zwei Tagen von selber wieder auf. Die Polizei wartet daher meist diesen Zeitraum ab, bevor sie umfangreich sucht.

Die zweite Schwester bat im Internet auf verschiedenen Kanälen um Hilfe und Unterstützung. Sie verteilte selbst kopierte Flugblätter mit dem Foto von Rebecca. „Becci, wir finden dich. Egal, wo du jetzt bist. Gott ist bei dir und behütet dich“, schrieb die Schwester hoffnungsvoll unter dem Hashtag „findbecci“ bei Instagram. Und fast flehend: „Becci, wir geben nicht auf.“

Freunde von Rebecca geben auch nach Festnahme Hoffnung nicht auf

Erst im Dezember war in Berlin der ähnlich tragische Fall eines vermissten Mädchens aufgeklärt worden. Die 14-jährige Georgine war 2006 auf dem Weg nach Hause verschwunden. Wochen- und monatelang wurde intensiv gesucht. Zwölf Jahre später nahm die Polizei einen Mann aus der Nachbarschaft als mutmaßlichen Mörder fest. Die Hoffnung der Familie auf einen guten Ausgang war vergeblich.

Aufgeben wollten am Donnerstagnachmittag auch Freunde der Schwester nicht. Stunden nach der Festnahme des Verdächtigen zog eine Gruppe junger Menschen erneut los und verteilte Flugblätter. Eigentlich wollte auch die Schwester von Rebecca nach Angaben von Teilnehmern noch dazustoßen. Sie erschien aber nicht und ging auch nicht mehr an ihr Telefon.

Von RND

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