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General Electric streicht 500 Stellen in Berlin

Siemens-Konkurrent General Electric streicht 500 Stellen in Berlin

Der US-Industriekonzern General Electric (GE) streicht weltweit Tausende Jobs – jetzt ist der Standort Berlin betroffen. Im südlichen Berlin-Marienfelde soll die Fertigung der Elektrotechnik-Tochter GE Power Conversion geschlossen werden. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit. Dort arbeiten rund 800 der 1200 Beschäftigten an den drei Berliner GE-Standorten.

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Das Logo des Konzerns General Electric

Quelle: Tim Brakemeier

Berlin. Der US-Industriekonzern General Electric (GE) will hunderte Stellen in Berlin streichen, die IG Metall spricht von 500 Stellen. Im Zuge von Einsparungen in ganz Deutschland solle auch die Fertigung der Elektrotechnik-Tochter GE Power Conversion in Berlin-Marienfelde geschlossen werden, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Derzeit arbeiten an dem Standort in Südberlin etwa 800 der rund 1200 Beschäftigten der drei Berliner GE-Standorte Marienfelde, Pankow und Neukölln. „GE hat die Mitarbeiter heute über die Vorschläge informiert und wird diese nun in vollem Einklang mit dem deutschen Recht mit den Arbeitnehmervertretern beraten“, heißt es in der Konzernmitteilung.

Im Sommer 2013 besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem amerikanischen Vorstandsvorsitzenden von General Electric, Jeff Immelt (r) de

Im Sommer 2013 besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem amerikanischen Vorstandsvorsitzenden von General Electric, Jeff Immelt (r.) den Berliner Standort des US-Konzerns General Electric, der damals seinen 130. Geburtstag feierte. Neben den beiden steht der Auszubildenden Francis Schwan.

Quelle: Soeren Stache

An den deutschen Standorten Berlin, Mannheim, Stuttgart, Mönchengladbach und Kassel sollen 1600 Arbeitsplätze wegfallen. Weltweit will GE in seiner Energiesparte 12.000 Stellen streichen. In der Sparte GE Power sollten international sowohl Stellen in der Produktion als auch in der Verwaltung wegfallen, wovon sich General Electric Einsparungen von einer Milliarde Dollar (850 Millionen Euro) in 2018 erhofft.

Das Unternehmen begründete die Einschnitte mit dem starken Preisdruck und der geringen Nachfrage nach konventionellen Kraftwerken. Den Personalabbau wolle man so sozialverträglich wie möglich gestalten und mit den Arbeitnehmern beraten, erklärte Deutschlandchef Alf Henryk Wulf. Der Konzern beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 10 000 Mitarbeiter an mehr als 50 Standorten.

Berlins seinerzeit Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) absolvierten am 8

Berlins seinerzeit Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) absolvierten am 8. Juli 2013 bei GE in Berlin-Marienfelde den symbolischen ersten Spatenstich für ein neues Trainingszentrum. Im Dezember 2017 wurde bekannt, dass der Konzern dort hunderte Stellen streicht.

Quelle: Soeren Stache

Medienberichte: Hausgemachte Probleme, Abhängigkeit von Öl

Nach Medienberichten von n-tv und Berliner Morgenpost steht der amerikanische Industrie-Riese auch wegen hausgemachter Probleme unter Druck und versucht, mit einem Konzernumbau die Wende zu schaffen. Mit dem Kauf der Energiesparte von Alstom machte sich GE allerdings noch abhängiger vom schwankenden Öl- und Gasgeschäft. Zudem willigte der US-Konzern bei der Übernahme des französischen Konzerns ein, keine Stellen in Frankreich zu opfern – und setzt nun den Rotstift in anderen europäischen Ländern an.

Laut Berliner Morgenpost habe der Berliner Senat bestürzt auf die Meldung reagiert. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) wird mit den Worten zitiert: „Der gesamte Senat, vorne weg die Wirtschaftsverwaltung, wird um die Berliner Arbeitsplätze bei GE kämpfen.“ Für Berlin gehe es um den drohenden Verlust eines wesentlichen Teils der Energiesparte, so Müller weiter. „Der Senat fordert, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten“, erklärte der SPD-Politiker gegenüber der Zeitung.

Erst kürzlich massive Einsparpläne von Siemens veröffentlicht

Für die Elektrobranche und Berlin ist es die zweite Hiobsbotschaft in kurzer Zeit. Erst Mitte November hatte der Elektrokonzern Siemens bekanntgegeben, knapp 7000 Stellen weltweit in den kommenden Jahren zu streichen. Davon ist die Region Berlin-Brandenburg direkt betroffen. In Berlin sollen 870 Arbeitsplätze in Moabit und Spandau wegfallen, davon allein im traditionsreichen Dynamowerk 570, wie das Unternehmen mitteilte. In Berlin gibt es insgesamt 11 500 Beschäftigte bei Siemens. Unklar ist, ob auch die Außenstelle des Gasturbinenwerks in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) betroffen ist. Dort arbeiten rund 100 Beschäftigte. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Klaus Abel, sagte auf Anfrage, es sei offen, ob die Abbaupläne auch Auswirkungen für Ludwigsfelde haben.

Wie Siemens nennt auch GE den Preisdruck und die schwache Nachfrage nach konventionellen Kraftwerken als wesentliche Gründe für die Entscheidung. „Die Entscheidung war schmerzhaft, aber notwendig“, sagte der globale GE-Kraftwerks-Chef Russell Stokes. Der US-Konzern stellt wie Siemens Gasturbinen und andere Kraftwerkstechnik her. Die Nachfrage ist wegen der zunehmenden Verbreitung von Wind- und Solaranlagen jedoch spürbar gesunken und damit auch die erzielbaren Preise. „Wir erwarten, dass der Markt herausfordernd bleibt“, sagte Stokes.

Von Christina Peters/Christian Ebner/grm

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