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Erster Ausbrecher stellt sich – Justizsenator unter Druck

JVA Plötzensee Erster Ausbrecher stellt sich – Justizsenator unter Druck

Zum dritten Mal binnen einer Woche sind Gefangene aus der Berliner Haftanstalt Plötzensee entkommen. Einer von ihnen hat sich am Dienstag gestellt. Derweil wird die Kritik an Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) immer lauter.

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Aus der Haftanstalt sind in den letzten Tagen mehrere Häftlinge entkommen.

Quelle: dpa

Berlin. Fünf Tage nach einem aufsehenerregenden Ausbruch aus dem Berliner Gefängnis Plötzensee ist einer der vier Ausbrecher freiwillig zurückgekehrt. Wie Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) am Dienstag auf Twitter meldete, wird er nun in eine Anstalt mit höheren Sicherheitsvorkehrungen verlegt.

Nach der Pannenserie in der JVA wird die Kritik an Behrendt immer lauter. Auch das Wort Rücktritt fiel bereits mehrfach. Sowohl aus den Reihen des Koalitionspartners SPD als auch aus der Opposition kamen deutliche Vorwürfe. Erst twitterte der SPD-Abgeordnete Joschka Langenbrinck am Montag: „7 Ausbrüche in 5 Tagen aus 1 Berliner Knast. Rekord. Wer will nochmal, wer hat noch nicht? Das wäre eigentlich ein Rücktrittsgrund für einen Justizsenator“.

„Eine Schande für Berlin“

Der innenpolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Burkard Dregger, forderte den Rücktritt am Dienstag noch direkter. „Berlin kann sich keinen justizpolitischen Dilettanten im Senat leisten.“

Unter Druck

Unter Druck: Justizsenator Dirk Behrendt.

Quelle: dpa

Die AfD kritisierte: „Dieser Justizsenator ist eine Schande für Berlin. Während die Klos gegendert, die Zellen luxusausgestattet und die Essenssäle auf Hotelniveau gebracht werden, steigen die Ausbrüche aus Berlins Gefängnissen auf Rekordniveau.“

Und der FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe erklärte, Behrendt könne „vielleicht weiter für Unisextoiletten zuständig sein, als Justizsenator hat er aber die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Plötzensee nun das Haus der offenen Tür ist“.

Sechs Gefangene auf der Flucht

Am Donnerstag waren vier Gefangene aus dem Gefängnis Berlin-Plötzensee in Charlottenburg ausgebrochen. Am Freitag war bekannt geworden, dass ein weiterer Häftling nicht aus dem sogenannten offenen Vollzug zurückgekehrt war.

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Es war eine filmreife Flucht – tatsächlich lief eine Kamera mit. In Berlin sind vier Gefangene aus der JVA Plötzensee geflohen. Die Gefangenen wurden im Rahmen eines Sicherheitschecks überprüft. Drei wären 2018 freigekommen.

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Am Montagmorgen flüchteten erneut zwei Gefangene, einer von ihnen kehrte jedoch abends zurück. Die beiden waren durch das Fenster einer Nachbarzelle entkommen. „Dabei hätten sie das Gefängnis auch einfach am nächsten Morgen durch die Tür verlassen können“, sagte ein Sprecher der Senatsjustizverwaltung am Dienstagmorgen. Die beiden Häftlinge saßen wegen wiederholten Schwarzfahrens im offenen Vollzug, durften das Gefängnis also tagsüber verlassen, sie mussten nur hinter Gittern übernachten.

Der zurückgekehrte Gefangene hätte seine Strafe noch bis zum 18. Februar absitzen müssen, der zweite bis zum 31. März. Die Privilegien des offenen Vollzugs hätten die beiden durch ihre Flucht verwirkt und müssten nun den Rest der Strafe im geschlossenen Vollzug verbringen, sagte der Sprecher.

Die ersten vier Ausbrecher waren wegen Straftaten wie Diebstahl, räuberischer Erpressung oder schwerer Körperverletzung verurteilt worden. Drei von ihnen wären in diesem Jahr nach Verbüßung ihrer Strafen freigekommen.

Von MAZonline

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