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Berlin Zahl der registrierten Straftaten in Berlin leicht gesunken
Nachrichten Berlin Zahl der registrierten Straftaten in Berlin leicht gesunken
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17:39 27.02.2019
Krimineller Alltag: Polizeibeamte in Zivil bewachen eine Gruppe von Hütchenspielern, die mit erhobenen Händen an der Mauer der East Side Gallery stehen. Zivilpolizisten hatten eine Bande bei ihrer illegalen Tätigkeit beobachtet und festgenommen. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Erneut ist in Berlin die Zahl der offiziell registrierten Verbrechen leicht gesunken. In der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr erfasste die Polizei 511 677 Straftaten. Das waren 8760 weniger als im Jahr 2017 (minus 1,7 Prozent), wie Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch sagte.Geisel betonte: „Berlin ist abermals ein Stück sicherer geworden.“ Die niedrigeren Zahlen seien auch deswegen besonders positiv, weil die Bevölkerung weiter gewachsen sei. Ziel sei es weiterhin, mehr Polizisten sichtbar auf die Straße zu bringen, um auch das Sicherheitsgefühl der Berliner zu erhöhen.

Diebstahl: Die Zahl der Diebstähle macht mit 217 148 Fällen einen großen Teil aller Straftaten aus. Dabei gab es einen deutlichen Rückgang bei den Taschendiebstählen (20 006 Fälle/- 26 Prozent), Autodiebstählen (5699 Fälle/- 14,5 Prozent) und Einbrüchen (7574 Fälle/- 12 Prozent). Die Polizei war in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand gegen ausländische Banden vorgegangen und hatte viele Täter gefasst. Die Zahlen der Fahrraddiebstähle und Ladendiebstähle liegen weiterhin bei jeweils über 30 000 Fällen.

Betrug: 85 003 Betrugstaten wurden gezählt. Das war ein leichter Rückgang um 7429 Fälle. Häufig ist der sogenannte Warenbetrug, bei dem Verkäufer eine Bezahlung kassieren, aber die Ware nicht liefern. Der große Teil dieser Fälle wird über das Internet abgewickelt.

Internet: Die Kriminalität mit Hilfe des Internets ist gestiegen. 30 783 Fälle wurden gezählt - der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Meistens geht es um Betrug, oft mit Hilfe ausgespähter Daten.

Fast 7000 Polizisten wurden zu Opfern

Körperverletzung: Gewalttaten wie einfache und schwere Körperverletzung liegen seit Jahren unverändert in der gleichen Größenordnung. Letztes Jahr waren es 43 340 Fälle. Widerstand gegen die Polizei und Angriffe auf Polizisten wurden 2772 Mal registriert. 6959 Polizisten wurden Opfer einer Straftat.

Polizisten führen einen verdächtigen Mann nach einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien ab. Quelle: dpa

Mord und Totschlag: 94 vollendete und versuchte sogenannte Tötungsdelikte zählte die Polizei. 39 Menschen wurden getötet. Darunter waren auch die zwölf Toten vom islamistischen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember 2016. In der Statistik werden die Taten nicht in dem Jahr erfasst, in dem sie geschahen, sondern in dem Jahr, in dem die Polizei ihre Ermittlungen abschließt.

Sexualstraftaten: Insgesamt wurden 4181 Taten registriert (+ 10,9 Prozent). Darunter waren 1277 Vergewaltigungen, Übergriffe und Nötigungen. Außerdem 825 sexuelle Belästigungen und 793 Fälle von Missbrauch von Kindern.

Rauschgift: Die Polizei stellte mehr Drogendelikte fest (17 266 Fälle). Meistens ging es um den Verkauf oder Besitz von Marihuana oder Haschisch. Einen Anstieg gab es beim Kokain, hier summierten sich die Fälle von verbotenem Handel und Besitz auf 1406 Taten. Das sind die höchsten Zahlen der letzten zehn Jahre. Rauschgiftdelikte sind sogenannte Kontrolldelikte. Kontrolliert die Polizei mehr, stellt sie auch mehr Straftaten fest. Kontrolliert sie weniger, werden die Zahlen in der Statistik kleiner.

Deutliche Zunahme bei politisch motivierter Gewalt

Politisch motivierte Taten von Extremisten: 578 Gewalttaten von Rechtsextremisten (125), Linksextremisten (288), Islamisten (8) und Extremisten mit einer ausländischen Ideologie (85) zählte die Polizei. 72 Gewalttaten konnten nicht zugeordnet werden. Weitere 3625 extremistische Taten waren Propagandadelikte, Volksverhetzungen, Sachbeschädigungen und Beleidigungen.

Verdächtige: Rund 137 000 verdächtige Menschen erfasste die Polizei. Drei Viertel davon waren Männer, knapp 44 Prozent Ausländer.

Aufklärungsquote: Der durchschnittliche Anteil der aufgeklärten Taten lag bei rund 44 Prozent. Je nach Delikt ist diese Quote aber sehr unterschiedlich. Bei Mord und Totschlag lag sie bei fast 97 Prozent. Auch bei Körperverletzungen waren es 81 Prozent. Brandstiftungen wurden nur in 26 Prozent der Fälle aufgeklärt. Bei Einbrüchen lag die Quote bei neun Prozent und bei Taschendiebstählen und Fahrraddiebstählen bei vier bis fünf Prozent.

Reaktionen: Die CDU kritisierte, die Aufklärungsquote sei „kein Grund zum Feiern“. Aufklärung von Straftaten dürfe nicht die Ausnahme sein. „Andere Bundesländer wie Hessen (69,2) sind da besser.“ Die AfD meinte: „Berlin bleibt die Hauptstadt der Gewalt. Mord Totschlag, Raub und Körperverletzung nehmen immer mehr zu. In Berlin auf die Straße zu gehen, wird objektiv immer gefährlicher.“ Der FDP-Politiker Marcel Luthe monierte, der Rückgang der Zahlen ergebe sich nur aus Bereichen, in denen Ermittlungen meist ohne Erfolge eingestellt würden. „Und aus dem laxen Anzeigeverhalten der BVG, die nur jede dritte Leistungserschleichung auch anzeigt.“

Taten erst nach Abschluss der Ermittlungen in der Statistik

Die Kriminalstatistik gibt nur die registrierten Verbrechen nach Abschluss der Ermittlungen der Polizei und der Übergabe an die Staatsanwaltschaft wieder. Taten wie Morde, Überfälle, Einbrüche und Autodiebstähle werden zu einem sehr großen Teil statistisch erfasst, weil sich fast alle Opfer bei der Polizei melden. Die meisten Drogendelikte, Ladendiebstähle und Beleidigungen werden hingegen kaum registriert. Auch viele Körperverletzungen, sexuelle Belästigungen und Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern bleiben unentdeckt und tauchen in keiner Statistik auf.

Von MAZonline

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