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Berlin Mit Axt und Schubkarre: So lief der Diebstahl der Goldmünze ab
Nachrichten Berlin Mit Axt und Schubkarre: So lief der Diebstahl der Goldmünze ab
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10:18 10.01.2019
Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze „Big Maple Leaf“. Quelle: Mettelsiefen/dpa
Berlin

Knapp zwei Jahre nach dem spektakulären Diebstahl einer millionenschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum müssen sich von Donnerstag an vier junge Männer vor dem Landgericht in der Hauptstadt verantworten. Den Angeklagten im Alter von 20 bis 24 Jahren wird gemeinschaftlicher Diebstahl in besonders schwerem Fall vorgeworfen, wie Gerichtssprecherin Lisa Jani sagte. Es werde mit einem sehr großen öffentlichen Interesse an dem Prozess gerechnet.

Die 100 Kilogramm schwere, kanadische Münze „Big Maple Leaf“ mit dem Bildnis von Königin Elizabeth II. und einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro war in der Nacht zum 27. März 2017 gestohlen worden. Sie war die Leihgabe eines Privatmanns. Die Beute ist bis heute nicht aufgetaucht. Ermittler gehen davon aus, dass die Münze in Stücke zerteilt und verkauft wurde. Von „Big Maple Leaf“ hatte die Königliche Kanadische Münze nur fünf Exemplare geprägt.

Mit Rollbrett und Schubkarre abtransportiert

Drei der deutschen Angeklagten gehören laut Angaben zu einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie. Zwei Brüder (20 und 24 Jahre) sowie ein Cousin (20) sollen in der März-Nacht mit einer Leiter unbemerkt über ein Fenster in das Museum eingestiegen sein. Das Trio soll dann das Sicherheitsglas einer Vitrine mit einer Axt zertrümmert und das Goldstück mit Rollbrett und Schubkarre zu einem Fluchtauto geschafft haben. Das berichtet rbb24. Zunächst haben die mutmaßlichen Täter das Ausstellungsstück aus dem Fenster auf die Bahngleise fallen lassen, heißt es in dem Video weiter. Mit der Schubkarre sei die Münze über die Bahntrasse zum Fluchtwagen transportiert worden.

Ein 20-jähriger, mitangeklagter Wachmann des Museums soll zuvor die Örtlichkeiten ausgekundschaftet haben. Der Deutsch-Türke war laut Staatsanwaltschaft Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens, das im Bode-Museum eingesetzt war. Das Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, verstärkte nach dem Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen.

Wird mildes Jugendstrafrecht angewendet?

Der Fall wird von einer Jugendkammer des Landgerichts verhandelt. Ob letztlich das mildere Jugendstrafrecht angewendet wird, entscheidet das Gericht. Alle Angeklagten sind nicht in Untersuchungshaft. Drei von ihnen sind laut Gericht wegen verschiedener Delikte nach dem Jugendstrafrecht „vorbelastet“.

Mit Hochdruck war nach den Tätern gefahndet worden. Bei einer groß angelegten Razzia wurden im Juli 2017 nach intensiven Ermittlungen gegen mutmaßliche kriminelle Mitglieder des arabischstämmigen Clans Haftbefehle gegen vier Verdächtige erlassen. Die Ermittler beschlagnahmten auch scharfe Schusswaffen, Bargeld in „niedriger sechsstelliger Höhe“ und fünf Autos. Im Stadtteil Neukölln wurde auch ein Juwelierladen durchsucht.

Damals hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, sie gehe bei dem Diebstahl von einer organisierten Bandenstruktur aus. Das Amtsgericht Tiergarten sah hingegen schon bei der Freilassung des ersten Verdächtigen kein bandenmäßiges Vorgehen mehr.

Einbruch auf Polizeigelände

Während der Ermittlungen hatten Unbekannte auch versucht, Spuren in einem beschlagnahmten Wagen zu vernichten. Sie verschafften sich Zugang zu dem Polizeigelände, auf dem das Auto abgestellt war und sprühten Feuerlöschschaum ins Innere. Laut Anklagebehörde misslang der Versuch jedoch; Spuren von „Goldanhaftungen“ wurden sichergestellt. Ermittler gingen davon aus, dass es der Fluchtwagen war. Er war nach einem illegalen Autorennen konfisziert worden.

Mitglieder der Großfamilie, zu der die angeklagten Brüder und der Cousin gehören, waren wiederholt im Visier der Ermittler. Im Sommer 2018 wurden 77 Immobilien beschlagnahmt, die dem Clan zugerechnet werden. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Eigentumswohnungen und Grundstücke mit Geld gekauft wurden, das aus einem Bank-Einbruch vom Oktober 2014 stammt. Mehr als 100 Schließfächer waren aufgebrochen worden. Die Beute von mehr als neun Millionen Euro blieb verschwunden. Aus der Politik waren Forderungen laut geworden, härter gegen kriminelle Clan-Mitglieder vorzugehen.

Von Jutta Schütz/dpa

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