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Berlin Apotheker gesteht Rezeptbetrug in großem Umfang
Nachrichten Berlin Apotheker gesteht Rezeptbetrug in großem Umfang
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16:48 12.02.2018
Quelle: dpa (Symbolbild)
Berlin

Mit gefälschten Arztrezepten soll eine mutmaßliche Bande einen Schaden von 2,5 Millionen Euro verursacht haben. Sieben Monate nach der Festnahme mehrerer Verdächtiger hat ein Apotheker am Montag vor dem Berliner Landgericht weitgehend gestanden. Er habe sich in einer für ihn persönlich und finanziell schwierigen Situation zu einem Schwindel mit unechten Rezepten »hinreißen lassen», erklärte der 53-Jährige. Auch die fünf weiteren Angeklagten, darunter die 32-jährige Lebensgefährtin des Apothekers, kündigten Aussagen an.

Mindestens 125 Taten

Die Staatsanwaltschaft geht von insgesamt 125 Taten aus. Arztrezepte für teure, verschreibungspflichtige Medikamente seien gefälscht und in Apotheken in Berlin und Umgebung eingelöst worden. Der 53-Jährige und dessen Lebensgefährtin hätten gefälschte Rezepte bei einem 47-jährigen Angeklagten bestellt. Die erschlichenen Medikamente «sollten gewinnbringend an andere Apotheker mit Großhandelslizenz zu 30 Prozent unter dem Großhandelspreis veräußert werden», so die Anklage. Die gesondert verfolgten Großhändler hätten gefälschte Rezepte dann bei den Krankenkassen abgerechnet.

Gefälschte Patienten- und Medikamentendaten

Ermittlungen zufolge sollen sich zunächst vier der Angeklagten im Sommer 2013 zu einer Bande zusammengeschlossen haben. Der 53-Jährige, der bis 2010 eine Apotheke im Umland von Berlin betrieben hatte, und dessen aus Bulgarien stammende Frau hätten für Fälschungen auch Patienten- und Medikamentendaten zur Verfügung gestellt. Ein 49-jähriger Angeklagter, der aus Bosnien-Herzegowina stammt, habe die Fälschungen beschafft. 73 Mal seien unechte Rezepte bei ahnungslosen Apothekern eingelöst worden.

Apotheker entschuldigt sich

Der 53-jährige Angeklagte sagte, ein gesondert verfolgter Apotheker mit Großhandelslizenz sei «die wesentliche Person, die die Dinge ins Laufen brachte – aus Profitgier». Dieser Mann habe bis zu 70 Prozent der ergaunerten Gelder kassiert. «Wir bekamen um die 20 Prozent.» Zudem hätten er und seine Lebensgefährtin Kosten beispielsweise für Fälschungen tragen müssen. Nicht an allen Fällen seien sie beteiligt gewesen. «Ich möchte mich entschuldigen.»

Der Prozess um banden- und gewerbsmäßigen Betrug sowie Urkundenfälschung geht am Freitag weiter.

Von Anne Baum

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