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Berlin 28 Milliarden für BVG, S-Bahn und Regionalbahn-Betreiber
Nachrichten Berlin 28 Milliarden für BVG, S-Bahn und Regionalbahn-Betreiber
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14:59 25.02.2019
Berlin investiert Milliarden in die Verbesserung des Nahverkehrs. Quelle: Britta-Pedersen/DPA
Berlin

Die Berliner sollen in Zukunft leichter mit Bussen und Bahnen von A nach B kommen. Dazu will der Senat das Angebot bis 2035 massiv ausbauen – je nach Verkehrsträger um 8 (Bus) bis fast 70 Prozent (Tram). Vorgesehen sind etwa diverse neue Tramlinien, dichtere Takte auf bestehenden Bus-, Tram- oder U-Bahn-Linien, bessere Umsteigemöglichkeiten, die Beschaffung neuer Fahrzeuge sowie der Einsatz längerer U-Bahn- und Tramzüge. Auch Verbindungen ins Umland sollen verbessert werden.

Senat beschließt Konzept

Das geht aus dem neuen Nahverkehrsplan hervor. Am Dienstag will der Senat das umfangreiche Papier beschließen, das sich zunächst auf die Jahre 2019 bis 2023 bezieht, aber viele weiterreichende Vorhaben enthält.

Die U-Bahnen sollen in der Hauptverkehrszeit häufiger fahren. Quelle: Daniel Naupold/DPA

Das jährliche Volumen dieser Zuschüsse, das zuletzt 1,1 Milliarde Euro betrug, steigt in den kommenden Jahren stetig und soll sich zwischen 2020 und 2035 auf durchschnittlich 1,8 Milliarden Euro einpendeln. Der Löwenanteil entfällt auf die BVG.

Lang ist die Liste der in Aussicht gestellten Verbesserungen bei der U-Bahn, die als Rückgrat des ÖPNV bezeichnet wird. So sind auf den meisten Linien mit Ausnahme von U 1, U 3 und U 4 Taktverdichtungen in der Hauptverkehrszeit auf bis zu 3,3 Minuten geplant. Für Abschnitte, die zuvor im 5-Minuten-Takt bedient wurden, bedeutet das ein Kapazitätsplus von 50 Prozent.

Verbesserung erst ab 2023 spürbar

Allerdings hat die Sache einen Haken: Denn Besserung ist auf den meisten Linien erst ab 2023 zu erwarten, dann werden in in großem Umfang neue Züge geliefert. Schon vorher sind dichtere Takte auf der U 8 sowie der U 5 vorgesehen, die ab Ende 2020 auf einer neuen Strecke über den Alex hinaus zum Hauptbahnhof fährt.

Ausgedehnt werden soll das Angebot zudem im Abend- und Wochenendnachtverkehr sowie sonntags. Der reduzierte Ferienfahrplan soll teils entfallen. Festlegungen für neue U-Bahnstrecken, etwa die Verlängerung der U 7 zum Flughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald), gibt es im Nahverkehrsplan keine. Der U-Bahn-Wagenpark wird bis 2035 um 30 Prozent von 1272 auf 1656 erweitert. Kostenpunkt: 2,3 Milliarden Euro.

Längere Züge zum Alexanderplatz

Ein Schwerpunkt bei der Straßenbahn ist ein erweitertes Angebot auf den sogenannten Radialverbindungen zum Alex mit längeren Zügen. Zudem sollen in Pankow sowie Karlshorst-Schöneweide-Köpenick mehr Linien im Zehn-Minuten-Takt fahren. Ziel ist es, diese beiden Vorhaben bereits bis 2023 umzusetzen.

Hinzu kommen bis 2021 die Neubaustrecken Hauptbahnhof-Turmstraße, Schöneweide-Adlershof sowie zur Anbindung des Ostkreuzes. Bis 2030 sollen weitere folgen, unter anderem vom Alex zum Kulturforum/Potsdamer Platz und von der Warschauer Straße zum Hermannplatz. Bis 2035 soll der Tram-Fahrzeugbestand von 337 auf etwa 470 wachsen.

Die S-Bahn fährt bald bis zum Terminal des Flughafen Schönefeld. Quelle: Patrick Pleul/DPA

Auch bei der S-Bahn gibt es Neuerungen: Mit Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 soll die S-Bahn direkt in den Terminal fahren. „Zu Beginn der 2020er Jahre“ ist die provisorische Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts der Nord-Süd-Neubaustrecke S 21 zwischen Wedding und Hauptbahnhof vorgesehen. Bedient wird sie zunächst durch eine neue Linie S15 von Hauptbahnhof nach Gesundbrunnen. Auf dem Ring kommen ab 2021 neue Züge zum Einsatz.

Debatte über Bürgerticket

Zur künftigen Finanzierung des ÖPNV wird im Konzept ein sogenanntes Bürgerticket zur Debatte gestellt. Die Idee: Jeder Berliner muss eine ÖPNV-Abgabe zahlen und kann dann Zeitkarten kaufen, die – auch in Kombination mit der Abgabe - billiger wären als heute. Allerdings sei bei einem solchen Konzept mit Widerstand etwa von Wenigfahrern zu rechnen, heißt es. Einer Studie zufolge seien 44 Prozent der Berliner für einen solchen umlagefinanzierten ÖPNV – 25 Prozent dagegen.

Von MAZonline

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