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Berlin So bunt war der Christopher Street Day 2018
Nachrichten Berlin So bunt war der Christopher Street Day 2018
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18:03 28.07.2018
Tausende Menschen ziehen beim Christopher Street Day durch die Straßen Berlins. Und das bei 30 Grad Celsius. Quelle: dpa
Berlin

Mit Regenbogenflaggen, Federboas und Konfetti ist die Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin gestartet. Im Westen der Stadt versammelten sich zum Auftakt Tausende Menschen. Seit dem ersten CSD vor 40 Jahren sei viel erreicht und erkämpft worden, sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Samstag. Es gebe aber noch viel zu tun. Die Parade zieht vom Kudamm Richtung Brandenburger Tor.

Bunt, schrill, laut: So feiert Berlin den Christopher Street Day 2018.

Premiere hatte der Berliner CSD im Juni 1979 mit 450 Teilnehmern. Diesmal erwarten die Organisatoren erneut Hunderttausende Besucher, rund 70 Wagen sind angemeldet. Wegen der Hitze sollten am Ende der Route zwei Duschen aufgebaut werden - zur Abkühlung. Die Polizei rief dazu auf, ausreichend Wasser zu trinken. Sie mahnte bei Twitter: „Schützen Sie sich vor der #gluthitze und achten Sie auch auf andere Feiernde!“

Autofahrer mussten sich in der Hauptstadt auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Das Motto der Parade lautet diesmal „Mein Körper – meine Identität – mein Leben!“. Das Ganze versteht sich nicht nur als schwul-lesbische Party. Es gibt elf politische Forderungen, darunter für die Themen „Trans“, „lesbische Sichtbarkeit“ und „Regenbogenfamilien“.

28.07.2018, Berlin: Ein Teilnehmer der Parade zum Christopher Street Day (CSD) zieht mit einem aufblasbaren Einhorn durch die Stadt. Der traditionelle Umzug der Homosexuellen findet 2018 zum 40. Mal in Berlin statt. Bundesweit gibt es in rund 40 Städten CSD-Paraden und Straßenfeste. Foto: Gregor Fischer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa

Er wolle all denen, die behaupteten, der CSD sei heute nur noch Party und Kommerz, sagen: „Der CSD ist ein starkes Signal queerer Selbstbehauptung“, sagte Lederer. Auch Feiern könne politisch sein. Auftreten soll unter anderem die Sängerin Netta, die diesjährige Gewinnerin des Eurovision Song Contest aus Israel.

AfD ist nicht willkommen

Auf Plakaten forderten Teilnehmer etwa „Liebe ohne Grenzen“ oder „CSD statt AfD“. Die Partei war als offizieller Teilnehmer unerwünscht. Das machten die CSD-Veranstalter deutlich, nachdem sie einen Antrag der Jungen Alternative Berlin abgelehnt hatten. Der Landesvorsitzende der AfD-Jugendorganisation, David Eckert, hatte das kritisiert: „Wer Toleranz predigt, muss sie auch selber leben.“

Die Organisatoren bezogen sich auf einen Beschluss von 2016. Darin heißt es: „Die Teilnehmenden am CSD Berlin stehen für ein Klima der Akzeptanz in unserer Gesellschaft - für eine Kultur, die Geflüchtete willkommen heißt.“ Menschen und Organisationen, die versuchten, ein Klima der Angst und Ausgrenzung zu schaffen, seien nicht willkommen.

Ein Teilnehmer hält ein Schild mit der Aufschrift "CSD statt AfD!" auf der Parade zum Christopher Street Day. Quelle: dpa

Der Berliner AfD-Chef Georg Pazderski hat seine Partei als „nicht homophob“ bezeichnet. „Wir haben natürlich nichts gegen Homosexuelle. Aber man muss auch sagen: Der Kern eines Landes ist eben die Familie“, sagte Pazderski im rbb-Sommerinterview. „Und die Familie muss besonders gefördert werden. Weil sie auch den Bestand des Staates sichert.“

Der CSD erinnert traditionell an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York: Nach einer Polizeirazzia in der Bar „Stonewall Inn“ kam es zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Straßenschlachten in der Christopher Street.

Von dpa

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