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Berlin Tausende Schüler bei Klima-Demos in Berlin und Brandenburg
Nachrichten Berlin Tausende Schüler bei Klima-Demos in Berlin und Brandenburg
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19:03 15.03.2019
Tausende Schüler beteiligten sich an der Demonstration in Berlin. Quelle: Carsten Koall/dpa
Berlin/Potsdam

In Berlin und Brandenburg haben am Freitag Tausende Kinder und Jugendliche am weltweiten Schülerstreik für mehr Klimaschutz teilgenommen.

Wie eine Polizeisprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte, beteiligten sich allein in Berlin zwischen 15.000 und 20.000 Menschen an der Demonstration der „Fridays for Future“. Der Zulauf sei damit deutlich stärker als erwartet gewesen. Für die Demonstration waren vom Veranstalter zuvor etwa 5.000 Teilnehmer angemeldet gewesen.

Auch Erwachsene unterstützen Klima-Protest

Die Schüler wurden am Freitag auch von Lehrern, Eltern, Wissenschaftlern und Nichtregierungsorganisationen unterstützt. Auf Transparenten forderten die Schüler von Politikern und Wirtschaft ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik und skandierten „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“.

Laut der Seite „fridaysforfuture.org“ waren am Freitag rund 1.660 Kundgebungen in 105 Ländern geplant, darunter an etwa 200 Orten in Deutschland. Vorbild für die Streikenden ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit einem mehrwöchigen Schulstreik internationale Aufmerksamkeit erlangte.

Tausende Schüler haben am Freitag im Berliner Invalidenpark für mehr Klimaschutz demonstriert. Weltweit wollten in mehr als 1650 Städten Menschen auf die Straße gehen.

Hunderte Demonstranten in Brandenburg

In Potsdam mahnten Hunderte Schüler rund um den Brandenburger Landtag einen größeren Schutz des Klimas an. „Hopp, hopp, hopp, Kohlestopp!“, riefen viele von ihnen am Freitag. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich insgesamt rund 1800 Schüler. Auf Plakaten stand „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ oder „Es gibt keinen Planet B“. In mehreren Städten in Brandenburg gab es ähnliche Proteste.

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Das brandenburgische Bildungsministerium überlässt die Entscheidung über den Umgang mit Schulstreiks den Schulen. Es erklärte am Freitag, das Engagement der Schüler werde geschätzt. „Wir weisen aber auch darauf hin, dass die Schulpflicht nicht außer Kraft gesetzt werden darf. Wir vertrauen den Schulen“, sagte Ministeriumssprecher Ralph Kotsch.

„Sorry, ich kann nicht zur Schule, meine Erde ist krank!“

In Falkensee stellte eine 17-Jährige den lokalen Protest der Schüler auf die Beine. Insgesamt kamen hier etwa 350 Schüler zusammen, die gemeinsam durch die Stadt zogen. Sie warben mit Plakaten und Aufschriften wie „,Sorry, ich kann nicht zur Schule, meine Erde ist krank!’“ für mehr Klimaschutz.

Auch die Lausitz wart Teil der weltweiten Kundgebungen unter dem Motto „Fridays For Future“. In der Innenstadt von Cottbus demonstrierten am Freitag nach Angaben der Veranstalter etwa 250 Schüler für einen radikalen Kurswechsel hin zu mehr Klimaschutz. „Unsere Schulpflicht erweitern wir auf die Pflicht, uns für wirksameren Klimaschutz und damit verbunden für einen Kohleausstieg vor 2038 - auch in der Lausitz - einzusetzen“, sagte der Organisator des Protestes in Cottbus, Noah Reißner.

Auch Oranienburgs Schüler gehen auf die Straße

Am Freitagnachmittag demonstrierten auch etwa 200 Schüler in Oranienburg für eine bessere Zukunft. „Wir sind hier vielleicht nur ein kleiner Tropfen“, erklärten Marie und Mattea von der Kinderschule Eden, die die Demonstration angeschoben hatten. „Doch wenn wir alle etwas für unsere Zukunft tun, dann sind wir ein Wasserfall.“

Bürgermeister solidarisiert sich in Neuruppin

Mehr als 120 Schüler haben am Freitag auf dem Neuruppiner Schulplatz für mehr Klimaschutz demonstriert. Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin), der spontan zur Kundgebung gekommen war und sich mit den Schülern solidarisierte, sieht im Gegensatz zu anderen Politikern kein Problem in der Demonstration. „Das ist praktischer Schulunterricht“, sagt Golde.

In den Nachmittag verlegten die Schüler aus Luckenwalde ihre Demonstration. Ursprünglich wollten die Schüler in den letzten Unterrichtsstunden demonstrieren. Doch sowohl am Oberstufenzentrum Teltow-Fläming als auch am Kopernikus-Gymnasium in Blankenfelde wurden die Schüler aufgefordert, bis zum Unterrichtsschluss anwesend zu sein – ansonsten würden Konsequenzen drohen. „Die letzten beiden Stunden am Freitag sausen zu lassen, wäre das kleinste Übel“, sagte Tom Ritter. „Wenn wir die Klimaziele nicht erreichen, dann haben wir ein viel größeres Problem.“

Die weltweiten Demonstrationen am Freitag gelten als vorläufiger Höhepunkt der Bewegung. Bereits seit Wochen gehen Schüler jeden Freitag auf die Straße. Unter anderen begrüßte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Proteste. Hinter die Streikenden haben sich auch rund 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gestellt. Die Anliegen der jungen Menschen seien berechtigt und gut begründet, heißt es im Aufruf der Gruppierung „Scientists4Future“.

Von RND/epd/dpa/sag

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