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Berlin Bahn verliert Pendlerlinie RE 1 – Odeg soll Zuschlag erhalten
Nachrichten Berlin Bahn verliert Pendlerlinie RE 1 – Odeg soll Zuschlag erhalten
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01:16 17.01.2019
Der RE1 gilt als notorisch überfüllt. Quelle: dpa-Zentralbild
Potsdam

Die Deutsche Bahn verliert ihre wichtigste Regionalbahnstrecke in Berlin und Brandenburg. Von Dezember 2022 an soll sie nach MAZ-Informationen nicht mehr die Linie RE 1 betreiben, die von Cottbus und Frankfurt/Oder über Berlin, Potsdam und Brandenburg/Havel nach Magdeburg führt.

In knapp vier Jahren soll stattdessen die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) die zentrale und stark nachgefragte Ost-West-Verbindung in der Region übernehmen. Dafür muss die Odeg die wohl zweitwichtigste Linie Brandenburgs, den RE 2 zwischen Nauen, Berlin und Cottbus, an die Deutsche Bahn abgeben.

Regionchef informiert Mitarbeiter

Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann hat Glückwünsche an diesem Montag zurückgewiesen, weil ihm noch kein rechtskräftiger Zuschlag vorliege. „Ich kann noch nichts dazu sagen, denn wir halten uns an Vereinbarungen mit der Vergabestelle und dem Ministerium“, betonte der Odeg-Chef.

Doch die Angaben des DB Konzernbevollmächtigten für die Region Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern, Joachim Trettin, sind eindeutig. In einem Mitarbeiteschreiben, das der MAZ vorliegt, informieren Trettin sowie die gesamte Regionalleitung der Bahn über die beabsichtigte künftige Rollenverteilung im sogenannten Netz Elbe-Spree.

Bahn übernimmt RE2 und Flughafenexpress

Die Mitarbeiter erfahren in dem Schreiben, dass die Deutsche Bahn bei der Ausschreibung über das Liniennetz ihre Angebote für alle Lose und Loskombinationen abgegeben habe. Der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) als Vergabestelle habe die Bahn nun darüber informiert, „dass er beabsichtigt, DB Regio den Zuschlag für die Lose 2 und 3 zu erteilen“.

Los 1 ist das größte Einzellos der europaweiten Vergabe und beinhaltet die größte und wichtigste Pendlerlinie in Berlin und Brandenburg. Hier kommt die Deutsche Bahn nicht mehr zum Zuge. Denn nach den Ausschreibungsregeln ist es ausgeschlossen, dass ein und derselbe Bieter Zuschläge sowohl für die Lose 1 und 2 erhält. Folglich wird die Odeg mit dem Zuschlag für den RE 1 künftig die Linie RE2 verlieren, für deren Betrieb sie demnach nur noch bis Ende 2022 Verantwortung tragen wird.

Den Zuschlag für das Vergabelos vier (unter anderem RE8 und RB17) soll nach MAZ-Informationen ebenfalls die Odeg erhalten.

28 Millionen Zugkilometer unterm Hammer

Die Zuschlagserteilung ist noch nicht offiziell, denn die Vergabe wird nach Angaben der DB-Regionalleitung erst nach Ablauf der Einspruchsfrist am 21. Januar 2019 wirksam.

Die Länder Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hatten den Betrieb für das regionale Eisenbahnnetz im Herbst 2017 europaweit ausgeschrieben. Das sogenannte Elbe-Spree-Netz ist mit 28 Millionen Zugkilometern im Jahr das größte in ganz Deutschland.

Neuvergabe soll Pendler entlasten

Das Netz umfasst 17 Regionalexpress- und Regionalbahnlinien. DB Regio soll von Ende 2022 an mit einer Laufzeit von zwölf Jahren für anfangs 13,7 Millionen Zugkilometer im Jahr verantwortlich sein. Sie soll den künftigen Flughafenexpress (FEX) übernehmen sowie die Linie RE2, RE20, RB10/14, RB 24, RB 32 (Los 2), RE7, RB 20, RB 21, RB 22 und RB 23 (Los 3).

Mit der Neuvergabe sollen durch dichtere Takte und größere Fahrzeuge die notorisch überlasteten Pendlerstrecken entlastet werden. Der RE1 soll ab Dezember 2022 in der Hauptverkehrszeit drei statt zwei Fahrten pro Stunde mit einer durchgehenden Zugkapazität von 600 Sitzplätzen anbieten.

Von Jürgen Lauterbach

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