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Berlin Vergebliche Suche - Rebecca seit einem Monat verschwunden
Nachrichten Berlin Vergebliche Suche - Rebecca seit einem Monat verschwunden
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12:58 17.03.2019
Trotz zahlreicher Hinweise, bleibt Rebecca verschwunden. Warum sind die Ermittlungen so schwierig? Quelle: dpa
Berlin

Am 18. Februar wird die 15-jährige Rebecca aus Berlin von ihrer Familie als vermisst gemeldet. Sie hatte bei ihrer älteren Schwester in Britz, einem Ortsteil im Berliner Bezirk Neukölln, übernachtet und kam morgens nicht in die Schule. Drei Tage später gibt die Polizei eine Suchmeldung heraus. Am 22. Februar übernimmt eine Mordkommission den Fall. Die Polizei hält ein Verbrechen für möglich. Eine Woche später verhaftet die Polizei Rebeccas 27-jährigen Schwager als Verdächtigen. Seitdem kommen die Ermittlungen kaum voran - Rebecca bleibt verschwunden. Fragen und Antworten zu dem rätselhaften Fall: 

Was ist nach Einschätzung der Polizei passiert?

Die Kriminalpolizei nimmt sicher an, dass Rebecca getötet wurde. Das sagte Hauptkommissar Michael Hoffmann, Chef der 3. Berliner Mordkommission, in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY. „Wenn wir die allgemeinen Ermittlungen übereinander legen, hierbei auch das Telefonverhalten von Rebecca beachten und die Auswertung der Routerdaten aus dem Haus des Schwagers, kommen wir zu dem Schluss, dass Rebecca das Haus des Schwagers nicht verlassen haben dürfte“, sagte er. „Wenn wir dies voraussetzen, dann war der Schwager mit ihr allein zur fraglichen Tatzeit in diesem Haus.“

Wie erhärtete sich der Verdacht gegen den Schwager?

Die Polizei stellte fest, dass es „zwei seltsame und klärungsbedürftige Fahrten mit dem Auto des Schwagers gab“, wie Hoffmann sagte. Direkt nach dem Verschwinden von Rebecca und am Abend des nächsten Tages wurde der rote Kleinwagen auf der Autobahn 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) von Kameras erfasst.

„Zu beiden Fahrten kann er keine Angaben machen“, sagte Hoffmann. Zudem soll die Polizei Haare von Rebecca im Kofferraum des Autos gefunden haben. Am Samstag ließ die Polizei systematisch Personenspürhunde an den Anschlussstellen der A12 in Brandenburg schnüffeln. Offen war zunächst, ob die Hunde einer heißen Spur folgten - die Suche wurde gegen Abend abgebrochen, und am Sonntag sollten die Tiere eine Ruhepause bekommen.

Bleibt der Schwager in Untersuchungshaft?

Das entscheidet ein Ermittlungsrichter, wenn seine Anwältin einen Haftprüfungsantrag stellt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geschah das bisher nicht. Ein Prozess gegen den Schwager wäre theoretisch möglich, ohne Leiche aber schwierig.

Könnte es nicht noch andere Erklärungen oder Täter geben?

Rebeccas Familie beteuert die Unschuld des Schwagers. Er habe alle Indizien widerlegt und auch die Fahrten nach Brandenburg erklärt, sagen Vater und Mutter in Interviews. Zu deren Angaben über ein mögliches Treffen Rebeccas mit einem Internetflirt sagte eine von Rebeccas Schwestern laut „Bild am Sonntag“: „Das war ganz harmlos.“

Der Minderjährige wäre demnach niemals allein hergekommen. Spekuliert wurde auch, dass Rebecca weggelaufen sein könnte, doch die Familie schloss das in Interviews aus. Sie sei zuverlässig gewesen, und es habe keine Konflikte gegeben. Gegen die Theorien spricht, dass Rebeccas Handy sich nicht in Funkzellen außerhalb des Hauses einloggte. Sie hätte ihr Handy im Haus ausschalten und dann losgehen können. Das Telefon wurde aber nicht wieder eingeschaltet.

Warum meldet sich die Familie ständig in der Öffentlichkeit?

Vater, Mutter und die beiden Schwestern von Rebecca haben von Anfang an auch selber nach der Vermissten gesucht. Sie halten die Ermittlungen der Polizei gegen Rebeccas Schwager für einseitig, wie sie sagten. Sie wollen offenbar ihre Sicht darstellen.

Warum ist die Aufklärung des Falles so schwierig?

Die Polizei geht von einem Mord aus, zu dem bisher die Leiche fehlt. Daher ist auch nichts über eine Todesursache bekannt, und es fehlen Spuren eines Täters, die sonst häufig an Leichen zu finden sind.

Was ergab die aufwendige Suche in Brandenburg?

Fest steht: Eine Leiche fand die Polizei dort bisher nicht. Es gab wohl nach dem Fahndungsaufruf im Fernsehen konkrete Hinweise auf ein bestimmtes Waldgebiet. Möglicherweise sah jemand ein ähnliches Auto dort. Allerdings ist der Wald groß, und es sind Wochen mit viel Regen und Wind vergangen, was die Suche für Leichenspürhunde noch schwieriger macht.

Warum sorgt der Fall für so viel Aufsehen?

Vor allem wohl, weil der Fall so rätselhaft ist und es einen Verdächtigen gibt, der auch noch zur Familie gehört. Zudem sorgen die Eltern immer wieder mit Interviews für Aufmerksamkeit. Und: Das mögliche Opfer ist eine junge, hübsche Schülerin.

Gibt es vergleichbare Fälle?

Dass Mädchen oder junge Frauen spurlos verschwinden, passiert in größeren Abständen - meist allerdings nicht aus dem Haus von Verwandten, sondern irgendwo in der Großstadt oder auf dem Land. In Berlin wurde der Fall der im Jahr 2006 vermissten Georgine erst nach zwölf Jahren vermutlich aufgeklärt und ein Verdächtiger gefasst.

Ihre Leiche wurde bislang nicht gefunden. Von einer 1993 verschwundenen Berlinerin fehlt weiter jede Spur. In seltenen Fällen setzen sich Frauen auch freiwillig ab. Kürzlich tauchte die 18-jährige Maria aus Freiburg wieder auf. Sie war als 13-jährige im Mai 2013 mit einem 40 Jahre älteren Mann weggelaufen. Ihre Familie suchte mehr als fünf Jahre lang nach dem Mädchen.

Wie geht es jetzt in Berlin weiter?

Die Polizei sucht weiter nach der Leiche. Um ihren Verdacht zu belegen, braucht sie mehr Indizien oder Beweise. Sollte die Leiche nicht gefunden werden, entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie trotzdem Anklage erhebt.

Von RND/dpa

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