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Berlin Versuchter Polizisten-Mord: 11,5 Jahre Haft für Autodieb
Nachrichten Berlin Versuchter Polizisten-Mord: 11,5 Jahre Haft für Autodieb
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16:39 19.03.2018
Archivbild Quelle: Peter Steffen
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Berlin

Weil er einen Berliner Polizisten auf der Flucht fast 70 Meter weit mitgeschleift und beinahe getötet hatte, ist ein Autodieb zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 29-Jährigen am Montag unter anderem des versuchten Mordes schuldig. Der Angeklagte habe erkannt, dass ein Mensch an dem gerade gestohlenen Auto hing. „Er wollte ihn loswerden“ und habe zur Verdeckung einer anderen Straftat gehandelt, stellten die Richter fest. Der 54-jährige Beamte war bei der Tat im August 2015 so schwer verletzt worden, dass er bis heute nicht dienstfähig ist.

Der Angeklagte habe gewusst, dass der Geschädigte zu Tode kommen könnte, hieß es weiter. Er habe vorsätzlich gehandelt. Das Gericht ging mit dem Urteil über den Antrag des Staatsanwalts hinaus, der neuneinhalb Jahre Haft für den geständigen Mann verlangt hatte.

Diebesbande war von Polizisten überrascht worden

Der angeklagte Pole und weitere Mitglieder einer Diebesbande waren in Berlin-Lichtenberg von Polizisten überrascht worden. Als der 29-Jährige entkommen wollte, klammerte sich der 54 Jahre alte Beamte an eine Strebe der Frontscheibe. Dabei sei er allerdings „irgendwie eingeklemmt worden“, so das Gericht. Der Angeklagte habe den Polizisten dann „abstreifen“ wollen. Dabei habe er einen geparkten Wagen touchiert.

Polizist sagt aus: Zahlreiche Brüche erlitten, Rücke kaputt

Der 54-Jährige schilderte im Prozess, er habe zahlreiche Brüche erlitten. Sein Rücken sei kaputt. „Es geht nichts mehr.“ Bis heute leide er unter starken Schmerzen und könne nicht arbeiten. Der Anwalt des Nebenklägers sagte, sein Mandant, der mit Leib und Seele Polizist sei, werde voraussichtlich in den vorzeitigen Ruhestand gehen.

Der Täter war zunächst unerkannt entkommen. Umfangreiche Ermittlungen führten Fahnder auf die Spur einer polnischen Bande. Knapp zwei Jahre nach der Tat wurde der mutmaßliche Fahrer des Wagens identifiziert.

Geständiger gibt an, jahrelang Autos geklaut zu haben

Der 29-Jährige sagte in seinem Geständnis, er habe jahrelang Autos gestohlen und sei drogenabhängig. Er habe die Person, die sich am Auto festhielt, abschütteln wollen. „Ich war wie in einem Tunnel und habe keine Kollision bemerkt.“

Das Gericht sprach den Angeklagten auch des Bandendiebstahls und der Unfallflucht schuldig. Eine frühere Strafe wurde in das Urteil einbezogen. Zudem verhängte das Gericht eine Führerscheinsperre von vier Jahren und ordnete an, dass der Angeklagte nach Verbüßung eines Teils der Strafe in eine Entziehungsanstalt untergebracht werden muss.

Polizeigewerkschaft: Urteil zeige, dass Staat Verantwortung übernimmt

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte das Urteil. Die Strafe sei ein „sehr deutliches, aber eben auch absolut angemessenes Signal unseres Rechtsstaates auf einen versuchten Mord“. Das Urteil zeige auch, „dass der Staat Verantwortung für jene übernimmt, die tagtäglich für seine Funktionstüchtigkeit ihr Leben riskieren“.

Von Anne Baum

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