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Bundestagswahl

Um an den Griechen Nikos Kazantzakis zu erinnern, den Autor des „Alexis Sorbas“. Kazantzakis hat ja einige Jahre während der Weimarer Republik in Berlin gelebt. Auf seinem Grabstein in Iraklio steht, was meine Gedanken zur Bundestagswahl recht bündig zusammenfasst: „Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“ Denis Scheck (52), ist Literaturkritiker, Übersetzer und Moderator („Druckfrisch“). Quelle: epd
„Ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung, um unsere Demokratie gestärkt zu sehen.“ Linda Zervakis (42), „Tagesschau“-Sprecherin und Journalistin. Quelle: Georg Wendt
Zusammen mit meiner Frau Pamela und den Freejazzern des Zentral Quartetts war ich gerade auf einer ungewöhnlichen Konzerttournee. Unter dem Motto #seiwählerisch! warben wir nicht für diese oder jene Partei, sondern für eine hohe Wahlbeteiligung. Der Drummer Baby Sommer und ich haben vor den Konzerten Gespräche mit jungen Besuchern geführt. Wir wollten denen verklickern, welch kostbares Gut unser Wahlrecht ist. „Mischt Euch gefälligst ein in eure eigenen Angelegenheiten!“ „Wählerisch“ bin ich seit eh und je! In der DDR, wo es nichts zu wählen gab, bin ich nie zu den Volkskammerwahlen gekrochen. Doch seitdem ich in der Demokratie lebe, gehe ich brav zu jeder Wahl. Bei all dem hofft einer wie ich natürlich, dass die Wähler irgendeine der immerhin demokratischen Parteien wählen, also nicht die SED/PDS/Linke und auch nicht die AfD. Ich finde es sträflich geschichtsdumm, die geistigen und materiellen Erben der DDR-Nomenklatura zu wählen. Die SED hat sich als „juristische Person“ niemals aufgelöst, hat nie auf das dubiose SED-Vermögen verzichtet, keine Konsequenzen aus der Verantwortung für die Verbrechen der Parteidiktatur gezogen. Eine wirklich demokratische Linke hätte den radikalen Bruch gewollt. Ich kann diese alte Firma im neuen Outfit nicht wählen. Die AfD im Osten macht mich ratlos. Ich sehe mit Kummer die gedemütigten Untertanen von vorgestern, die jetzt mit Schaum vorm Mund Losungen brüllen, begleitet von einem fremdenfeindlichen Trillerpfeifenkonzert, eine zugleich feige und aggressive Katzenjammermusik der geduckten Untertanen von damals. Solche Schreihälse haben nicht eine Wut, sondern die Wut hat sie. Wer weiß – und das ist meine Hoffnung: Womöglich reißt das Entsetzen über diese nationalistischen Pegida-Hasshelden und AfD-Wutbürger uns wiedervereinigte Deutschen aus dem Schlummer und scheucht ein paar allzu träge gewordene Demokraten zu den Wahlurnen. Wolf Biermann (80) ist Liedermacher und Schriftsteller. Er wurde 1976 aus der DDR ausgebürgert. Heute lebt er in Hamburg. Quelle: dpa
Ich hoffe vor allem, dass viele Menschen zur Wahl gehen. Bitte, liebe Leute, denkt nicht: Mir gefällt keine Partei so richtig, ich gehe da gar nicht erst hin! Man muss eine Partei nicht lieben, um sie zu wählen. Wichtig ist, dass man sich für die Demokratie entscheidet. Das sind wir unserem Land schuldig. Juli Zeh (43), Schriftstellerin. Quelle: dpa
Ich hoffe auf Entbürokratisierung für das Ehrenamt. Völlig praxisferne Regelungen des Steuerrechts machen den Sportvereinen immer mehr das Leben schwer. Wir brauchen Vorschriften, die von Ehrenamtlichen auch ohne Steuerberater bewältigt werden können. Und ich hoffe auf ein neues Konjunkturprogramm zum Bau von Sportanlagen. Die Infrastruktur ist für den Sport gerade in den Städten zum großen Problem geworden. Teilweise gibt es Aufnahmestopps in den Vereinen, weil es nicht genug Plätze für Kinder gibt. Das darf die Politik nicht zulassen. Reinhard Grindel (67) ist Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Quelle: dpa
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