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Internationale Weihnachten

Der 24. und der 25. Dezember sind in Israel ganz gewöhnliche Arbeitstage. Um vor allem den Touristen im Geburtsland Christi dennoch Feststimmung zu bieten, stellen die meisten Hotels aber Christbäume auf – was den Hotelmanagern regelmäßig böse Briefe vom Jerusalemer Rabbinat beschert. Der Weihnachtsbaum sei kein jüdischer Brauch, tadeln sie. Einen ungezwungenen Umgang mit dem Baum pflegen die Einwanderer aus der ehemaligen UdSSR, die mit Weihnachten aufgewachsen sind. Ebenso selbstverständlich wird die Weihnachtstradition in den christlich-arabischen Städten des Landes gefeiert. So gibt es in Nazareth, der größten christlichen Gemeinschaft Israels, einen riesigen Weihnachtsmarkt. Immerhin zählt der jüdische Staat neben dem Iran zu den wenigen Ländern des Mittleren Ostens, in denen Christen ihre Religion ohne Angst vor Repressionen leben können. Die Zahl der Christen hat sich seit der Gründung Israels verfünffacht. Das Jahresende wird übrigens ähnlich wie in Europa gefeiert. Nur: Ausschlafen nach der Party gibt es nicht. Der 1. Januar ist in Israel ein Arbeitstag. Quelle: ZUMA Wire
Weihnachten in Amerika, das ist eine sehr lange, sehr laute Saison – und ein ruhiges, kurzes Fest. Da sich viele Familien im großen Kreis am letzten Donnerstag im November zu Thanksgiving, dem Erntedank, treffen, geht es zu Weihnachten eher beschaulich zu. Der Baum steht bereits seit Anfang Dezember im Wohnzimmer, meist aufwendig geschmückt und von Geschenkpaketen umgeben. Zur Dekoration zählen große rot-weiße Weihnachtssocken. Die füllt Santa Claus in der Nacht zum 25. Dezember. Der Heiligabend ist ein regulärer Arbeitstag, an dem viele Amerikaner das Fest mit einem Kirchgang zu Mitternacht einläuten. Angesichts der vielen Neueinwanderer aus Mittelamerika bieten katholische Gotteshäuser gleich mehrere Messen am Abend an. Quelle: picture alliance / Andres Kudackpicture alliance / Andres Kudack
Ans Auspacken der Geschenke geht es am Weihnachtsmorgen: Traditionell werfen sich die Kinder noch im mit weihnachtlichen Motiven verzierten Schlafanzug in die Schlacht. Manchmal gibt’s dabei auch eine Überraschung: Wer als Erster eine Gurke zwischen den Tannenzweigen entdeckt, erhält ein zusätzliches Geschenk. Über den Ursprung dieses Brauchs wird viel spekuliert. Einiges spricht dafür, dass erstmals John Lower vor 150 Jahren ein „Christmas Pickle“ im Weihnachtsbaum versteckte – als Zeichen seiner Dankbarkeit. Während des Bürgerkriegs war der Deutschstämmige in Gefangenschaft geraten und litt unter Hunger. Ein Wächter erbarmte sich des Gefangenen und steckte ihm hin und wieder eine Gurke zu. Quelle: dpa
Weihnachtsmänner in der muslimischen Türkei? Man begegnet ihnen dieser Tage an jeder Ecke. Die bärtigen Opas grüßen aus den Schaufenstern der Geschäfte und wandern durch Shoppingmalls. Nur: Es sind gar keine Weihnachtsmänner. „Noel Baba“ heißt die Figur, Nikolaus. Und dessen Namensgeber, der Heilige Nikolaus, stammt aus Myra, einem kleinen Ort an der türkischen Südküste unweit der heutigen Touristenmetropole Antalya. Dort soll er vor etwa 1700 Jahren als Bischof gelebt haben. Wie der Weihnachtsmann bringt auch „Noel Baba“ den Kindern Geschenke, allerdings nicht zu Weihnachten, sondern zu Silvester. Weihnachten wird in der Türkei gar nicht gefeiert. Die Weihnachtstage sind normale Arbeitstage. 1995 fand in der Türkei sogar an Heiligabend eine Parlamentswahl statt. Aber obwohl die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan immer stärker muslimisch geprägt wurde, sind die Einkaufsstraßen festlich beleuchtet. Und immer häufiger begegnet man in den Einkaufszentren auch beleuchteten Tannen. Das sind allerdings keine Weihnachts-, sondern Silvesterbäume. Quelle: imago
Einst war Weihnachten für viele Russen vor allem ein Grund zum Neid. Diese beschaulichen europäischen Städte mit ihrer Weihnachtsbeleuchtung, den niedlichen Ständen, Glühwein, Würsten. Wer das Glück hatte, all diese westlich-verlockende Weihnachtspracht im Urlaub erlebt zu haben, konnte damit angeben. Auf der anderen Seite fristete das orthodoxe Weihnachten lange ein Außenseiterdasein, im Schatten der ausgelassenen Neujahrsfeier, mit der die Kommunisten das christliche Fest einst ersetzen wollten. Wer jedoch heute durch die Innenstädte von Moskau und St. Petersburg flaniert, muss konstatieren: Russland hat längst zu den führenden Weihnachtsnationen aufgeschlossen. Wham! schallt durch die Einkaufszentren, kilometerlange LED-Girlanden, zuckersüßer Glühwein und überteuerte Souvenirs gehören mittlerweile zum Jahresende wie Putins Neujahrsansprache. Das Erfolgsgeheimnis von Weihnachten scheint darin zu liegen, dass der Einzelhandel ordentlich Kasse machen kann. Schließlich haben auch andere umsatzsteigernde Feste aus dem Westen wie Halloween und Valentinstag ihren Übergang in die russische Kultur gefunden. Quelle: AP
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