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Analoges Fernsehen wird im kommenden Jahr abgeschaltet

Medien Analoges Fernsehen wird im kommenden Jahr abgeschaltet

Um daheim weiterhin fernzusehen, werden fast eine Million Haushalte in den nächsten 15 Monaten technisch nachrüsten müssen. Das betrifft zunächst Menschen in drei Bundesländern.

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Menschen in Hunderttausenden Haushalten werden in den nächsten 15 Monaten technisch nachrüsten müssen, wenn sie daheim weiterhin fernsehen wollen.

Quelle: Britta Pedersen/Illustration

Düsseldorf. Das analoge Fernsehen verschwindet Mitte kommenden Jahres in mehreren Bundesländern aus dem Kabelnetz. Das hat der führende deutsche Kabelnetzbetreiber Unitymedia gemeinsam mit mehreren Landesmedienanstalten angekündigt.

Etwa 15 Prozent der Kabel-Kunden nutzen noch die analogen Signale, 85 Prozent sind bereits digital. Die Abschaltung am 30. Juni 2017 gilt für mehrere Millionen Haushalte mit Kabelanschluss in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Insgesamt knapp eine Million dieser Haushalte empfange noch analog, schätzt Unitymedia. "Das Ende für Analog TV rückt näher", sagte Unitymedia-Chef Lutz Schüler. Die freiwerdenden Kapazitäten sollen für zusätzliche Digitalprogramme genutzt werden.

Allein in Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Landesmedienanstalt NRW rund 400 000 Haushalte betroffen, die derzeit noch analog empfangen. Sie müssen sich entweder neue Fernseher oder einen Digitalreceiver zulegen. Der Radioempfang via Kabel bleibe analog.

Mit der Abschaltung werde sich die Vielfalt der hochauflösenden HD-Programme erhöhen, sagte Thomas Langheinrich, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Baden-Württemberg. Es sei der erste konkrete Abschalttermin im Kabel, ergänzte ein Sprecher der Landesmedienanstalt NRW. Wie sich die anderen Kabelnetzbetreiber nun verhalten, sei noch unklar.

Die Landesmedienanstalten in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg unterstützen die Digitalisierung. Die analoge TV-Ausstrahlung via Antenne und Satellit war bereits vor Jahren beendet worden. "Damit ist die Schlussmelodie gespielt in der Umstellung von analog auf digital", sagte Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen. "Für uns bleibt wichtig, dass die Zuschauer ein faires Angebot zum Umstieg bekommen."

Den analogen Kabelkunden würden außer der notwendigen technischen Umrüstung keine Zusatzkosten entstehen, versicherte Unitymedia. In besonderen Fällen werde das Unternehmen "je nach individueller Situation" einen Digitalreceiver kostenlos zur Verfügung stellen.

Das Unternehmen starte für seine Kunden ab sofort eine umfassende Informationskampagne zur Digitalisierung. Pilotstadt sei das hessische Hanau. Unitymedia mit Hauptsitz in Köln ist der größte Kabelnetzbetreiber in Deutschland und eine Tochter des internationalen Kabelnetzbetreibers Liberty Global mit Niederlassungen in 14 Ländern.

dpa

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