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Berliner U-Bahn-Schubser will gestehen

Abiturientin (20) aus dem Leben gerissen Berliner U-Bahn-Schubser will gestehen

Der 29-jährige Hamin E. soll die junge Berlinerin Amanda K. vor die einfahrende U-Bahn gestoßen und getötet haben. Er hatte sie nie zuvor gesehen. Nun begann der Prozess vor dem Landgericht und nahm gleich eine überraschende Wendung.

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Muss sich wegen Mordes verantworten: Hamin E. versteckt sich auf der Anklagebank in Berlin hinter einem Aktenordner. Der 29-Jährige gilt als schuldunfähig.
 

Quelle: dpa

Berlin. Amanda hatte ihr ganzes Leben noch vor sich, schmiedete Pläne für ihre Zukunft. Eine Wahnsinnstat macht das alles zunichte. Während Amanda auf die einfahrende U-Bahn wartete, soll Hamin E. die junge Frau, die er nie zuvor gesehen hatte, auf die Gleise gestoßen haben. Nun steht der 29-Jährige vor Gericht.

Der erste Tag vor dem Landgericht Berlin endete mit einer Erklärung der Verteidiger. Hamin E. will aussagen und nicht bestreiten. Am zweiten Verhandlungstag werde er sich äußern.

Eine letzte Liebesnachricht an die Mutter

Die Anteilnahme am Tod der jungen Frau war seinerzeit enorm. Blumen und Botschaften schmückten über viele Tage die Bahnsteige am Ernst-Reuter-Platz. Der Schock saß tief: Ein Mann stößt eine Wildfremde in den Tod – es hätte jeden treffen können.

Um halb zwölf am Abend schrieb Amanda noch ihrer Mutter, dass sie sich nun von ihrer Freundin aus auf den Heimweg mache. Ihre letzte Nachricht lautete: „Ich liebe Dich auch“. Ihre letzte Liebeserklärung.

Obdachloser wurde schon häufig straffällig

Der in Hamburg geborene und aufgewachsene Mann befand sich damals erst seit etwa zwei Stunden in der Hauptstadt. Er wollte zu einer Obdachloseneinrichtung in Schöneberg, weil die Einrichtung in Charlottenburg bereits überfüllt war. War es Frust über die Ablehnung oder Wut, weil er zuvor beim Schwarzfahren erwischt worden war? Erst am Tag zuvor verließ er in Hamburg eine psychiatrische Klinik – wieder einmal. Straffällig wurde er bereits oft, jedes Mal wurde das Verfahren eingestellt. In den Augen der Verteidigung soll er nicht schuldfähig sein.

Während auf dem Bahnsteig helle Panik herrschte, schritt der 29-Jährige im ruhigen Tempo in Richtung Ausgang. Ein Zeuge berichtete, wie Hamin E. lächelte, während sein Opfer von der Bahn trotz Notbremsung getötet wurde.

Eltern meiden Kontakt zum Angeklagten

Amandas Eltern treten im Prozess als Nebenkläger auf. Auge in Auge wollten sie dem Angeklagten allerdings nicht begegnen. „Es belastet sie zu stark“, erklärten ihre Anwälte. Vor dem Hintergrund der Vergangenheit des Beschuldigten sei nun auch zu prüfen, ob möglicherweise in Institutionen in Hamburg Fehler passiert seien.

Von RND / Carsten Bergmann

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