Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Conterganopfer klagt für spezielles Bett

Prozesse Conterganopfer klagt für spezielles Bett

Ein Pflegebett hätte die Conterganstiftung bezahlt, aber eben kein Boxspringbett. Jetzt ist das Bett ein Fall für den Richter. Der zeigte Verständnis für die Klägerin.

Voriger Artikel
Familienstreit: Mann stirbt nach Schüssen aus Polizeiwaffe
Nächster Artikel
Pistorius droht in Berufungsverfahren längere Haftstrafe

Ein Conterganopfer mit nur sehr kurzen Armen hat die Conterganstiftung auf Kostenübernahme für ein Boxspringbett verklagt.

Quelle: Frank Leonhardt/Illustration

Köln. Kann ein Boxspringbett für Conterganopfer mehr als ein Möbel sein? Diese Frage beschäftigt das Verwaltungsgericht Köln. Eine 53 Jahre alte contergangeschädigte Frau mit sehr kurzen Armen hat die Conterganstiftung auf Kostenübernahme für dieses spezielle Bett verklagt.

Ein Arzt hatte der Frau das Bett mit elektrischer Funktion und einer besonderen Matratze verordnet. Dadurch könne sie wieder selbstständig aufstehen, sich ohne Hilfe hinlegen, habe fast keine Schmerzen mehr und könne durchschlafen, stellte die Klägerin fest. Das Bett sei für sie ein Hilfsmittel.

Die Conterganstiftung lehnte eine Übernahme der Kosten von gut 5000 Euro unter Hinweis auf die vom Bundesfamilienministerium vorgegebenen Förderrichtlinien ab. Ein deutlich teureres Pflegebett hätte die Stiftung den Angaben zufolge aber übernommen. "Ich verstehe jeden, der nicht ein Pflegebett in der Wohnung haben will", sagte der Vorsitzende Richter Andreas Fleischfresser. Die Klägerin habe das Bett gekauft, weil sie es brauche und nicht, weil sie ihre Wohnung damit habe möblieren wolle. Das Urteil wird in zwei Wochen erwartet.

Von den 30 Millionen Euro, die Conterganopfern für Sonderbedürfnisse zur Verfügung stehen, hatte die Conterganstiftung im Jahr 2014 Hilfen von 2,5 Millionen Euro bewilligt. Der Rest floss zurück an den Bund. Das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan hatte Ende der 1950er Jahre einen der größten Arzneimittelskandale ausgelöst. Tausende Kinder kamen mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Buntes

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

f24bca64-bd47-11e6-93cf-1fd3784f57b6
Vom Aussterben bedroht: Diese Arten stehen auf der Roten Liste

Tierschützer sind besorgt: „Wir erleben derzeit das größte globale Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier – und der Mensch ist die Ursache“, sagte der Vorstand der Naturschutzorganisation WWF Deutschland, Eberhard Brandes. Außer der Giraffe, stehen zahlreiche weitere Tiere auf der Todesliste.