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Der Fall Gina-Lisa – eine Chronologie

Prozess um angebliche Vergewaltigung Der Fall Gina-Lisa – eine Chronologie

Heute ist vor dem Berliner Amtsgericht der Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink zu Ende gegangen. Sie hatte zwei Männer der Vergewaltigung beschuldigt und gegen einen Strafbefehl wegen falscher Verdächtigungen geklagt. Begonnen hatte der Fall bereits vor vier Jahren nach einer Partynacht. Sogar die Politik meldete sich zu Wort. Eine Chronologie.

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Lohfink mit ihrem Anwalt Burkhard Benecken.

Quelle: dpa

Berlin. Selten hat ein Prozess vor einem Amtsgericht so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Fall Gina-Lisa Lohfink. Politiker schalteten sich in den Fall ein, eine gesellschaftliche Debatte wurde losgetreten. Das Model ist heute zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Richterin kam zu der Überzeugung, dass Lohfink einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit zwei Männern hatte und nicht vergewaltigt wurde.

Juni 2012: Gina-Lisa Lohfink und zwei Männer, ein Fußballer und ein früherer VIP-Manager, haben nach einer Partynacht Geschlechtsverkehr. Die Männer filmen den Sex. Auf den Videos ist zu sehen und zu hören, wie Lohfink „Nein, nein, nein“ sagt und mehrfach „Hör auf“. Einige Tage später tauchen Videos der Nacht auf Porno-Websites auf.

Lohfink zeigt die beiden Männer später wegen Vergewaltigung an. Die beiden Männer werden jedoch von dem Vorwurf freigesprochen. Nach Auffassung des Gerichts bezieht sich das „Nein“ nicht auf den Verkehr an sich, sondern auf das Filmen. Lohfink erhält von der Justiz einen Strafbefehl wegen falscher Verdächtigung über 24.000 Euro. Sie legt Einspruch ein.

1. Juni 2016: Vier Jahre nach der gemeinsamen Nacht beginnt der Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin. Vor Gericht bestreitet Lohfink, die Unwahrheit gesagt und die beiden Männer falsch verdächtigt zu haben: „Ich kann nicht nachvollziehen, warum ich vor Gericht stehe.“

4. Juni: Auf Twitter ruft die Autorin Julia Schramm unter dem Hashtag #teamginalisa zur Solidarität mit Lohfink auf. In den folgenden Wochen verbreiten Tausende den Hashtag.

11. Juni: Manuela Schwesig (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, tritt in einem Interview mit „Spiegel Online“ für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts ein. Sie bezieht sich dabei offenbar auf den Fall Lohfink: „’Nein heißt nein’ muss gelten. Ein ‚Hör auf’ ist deutlich.“

15. Juni: Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) verteidigt die Staatsanwaltschaft gegen den Vorwurf, tendenziös zu ermitteln. „Nach der Aktenlage hat die Staatsanwaltschaft richtig gehandelt“, sagt er im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses.

27. Juni: Vor dem Amtsgericht demonstrieren etwa 100 Unterstützer von Lohfink mit Sprechchören und Transparenten wie „Du bist nicht allein“. Im Gerichtssaal wehrt sich einer der beiden Männer, der 28-jährige Fußballer, gegen den Vorwurf, er habe Lohfink vergewaltigt.

8. August: Auch der 33-jährige frühere VIP-Manager sagt vor Gericht aus, der Sex mit Lohfink sei einvernehmlich gewesen: „Eine Frau vergewaltigen, ich würde das niemals tun.“

22. August: Lohfink wird zu 20.000 Euro Strafe verurteilt. Das Gericht hält ihren Vorwurf der Vergewaltigung für unberechtigt.

Von dpa

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