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Der November bringt den Supervollmond

Sternenhimmel über Brandenburg im November 2016 Der November bringt den Supervollmond

Im November steht ein spektakuläres Himmelsereignis bevor: Der Vollmond am 14. des Monats ist ein sogenannter Supervollmond. Er ist der Erde so nah wie seit zehn Jahren nicht. Astronomielehrer Uwe Schierhorn erklärt, was es damit auf sich hat und was der Sternenhimmel im November sonst noch bereithält.

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Vollmond.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Königs Wusterhausen. Bei Beobachtungen des nächtlichen Sternenhimmels im November sind so ziemlich alle Sternbilder zu sehen, die man über Brandenburg überhaupt sehen kann. In der Abenddämmerung gehen im Westen die Frühlingssternbilder unter, um kurz vor dem Morgengrauen im Osten wieder aufzugehen.

Supervollmond am 14. November

Das besondere astronomische Ereignis dieses Monats hat jedoch unseren ständigen Begleiter als Hauptakteur. Der Vollmond am 14. November wird in diesem Jahr ein besonderer Supervollmond. Während der Vollmondphase ist der Mond im erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn. Der Abstand zur Erde in diesem Perigäum (Erdnähe) beträgt nur 356.523 km. Dies ist der kleinste Abstand der letzten und der nächsten zehn Jahre. Deswegen wird uns der Vollmond auch etwa 14 Prozent größer erscheinen als im erdfernsten Punkt seiner Bahn. Sein Durchmesser wird dann 0,569° (34’07.8“) betragen.

Am 9. Juni 2017 wird dann Vollmond im erdfernsten Punkt (Apogäum) seiner Umlaufbahn sein: Bei dann 406 405 km Abstand hat der Mond am Himmel einen Durchmesser von nur 0,498° (29’52.4“). Der Größenunterschied zwischen einem Vollmond in Erdnähe und -ferne lässt sich gut mit einer 1-Euro- und einer 2-Euro-Münze vergleichen: Sofort stellt man einen Größenunterschied zwischen den beiden Euromünzen fest. Legt man nun die beiden Münzen aufeinander, ist dieser Unterschied nur noch sehr gering und beträgt gerade mal am Rand 1,25mm.

Der Nordhimmel im November

Der Nordhimmel im November.

Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium

Drei zirkumpolare Sternbilder

Der Große Wagen, die Hauptsterne des Sternbilds Große Bärin, hat jetzt seine tiefste Stellung am Nordhorizont erreicht. Im Gegensatz zu ihm stehen die Sternbilder Cassiopeia und Cepheus hoch am Nordhimmel. Diese drei Sternbilder gehören in unseren Breiten zu den zirkumpolaren Sternbildern, d.h. sie sind stets über dem Horizont, gehen also weder auf noch unter.

Je weiter man sich in Richtung Norden bewegt, desto größer wird die Zahl dieser Sternbilder. Am Nordpol tritt dann der Fall ein, dass alle Sterne am Himmel zirkumpolar sind. Je nach Jahreszeit sind sie in anderen Richtungen zu sehen.

Held Perseus rettet Andromeda

Das Sternbild Perseus

Das Sternbild Perseus.

Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium

Folgen wir der Meridianlinie von Norden über den Zenit nach Süden, so kreuzen wir die Sternenkette der Andromeda. Pegasus steht schon in der westlichen Himmelshälfte. Weiter östlich von Andromeda steht das Sternbild Perseus. Der Sage nach befreite der antike Held die vom Meeresungeheuer an einen Felsen gekettete Tochter von Kassiopeia und Cepheus. Sie wurde gefangen genommen, da die eitle Königin Kassiopeia den Meeresgott Poseidon (Neptun) erzürnte, indem sie behauptete, dass ihre Tochter Andromeda schöner sei, als seine Töchter, die Nereiden.

Kurz bevor das Meeresungeheuer Andromeda verschlingen wollte, stürzte sich Perseus auf dieses. Mit dem Schwert konnte er es jedoch nicht besiegen. Glücklicherweise hatte er von einem anderen Abenteuer das Medusenhaupt bei sich, einen Kopf, dessen Anblick jeden sofort versteinern ließ (am Himmel symbolisiert durch den bedeckungsveränderlichen Stern Algol). Dieses Haupt hielt er dem Meeresungeheuer vors Gesicht, so dass es in Stein verwandelt wurde. Perseus befreite die Prinzessin und bekam sie zur Frau.

Algol ist kein Stern, sondern ein Sternsystem

Der Stern Algol ist ein spezieller Stern, eigentlich ein Sternsystem aus mindestens drei Sternen, welche um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Obwohl man die Komponenten am Himmel mit bloßem Auge nicht auseinanderhalten kann, sieht man, dass der Algol seine Helligkeit rhythmisch merklich ändert. Der Rhythmus bei Algol beträgt zwei Tage, 20 Stunden, 49 Minuten. Der Grund ist, dass die „Kante“ der Umlaufebene der Sterne genau in unsere Blickrichtung zeigt. So stehen Sterne mal nebeneinander (heller Algol) und mal hintereinander (dunklerer Algol). Da der Helligkeitswechsel über mehr als eine Größenklasse geht, erkannte man diesen bereits im antiken Griechenland und wies dem Algol die oben beschriebene Bedeutung zu.

Wintersternbilder in voller Pracht

Gegen Mitternacht sind die Sternbilder des Winters in voller Pracht am Himmel aufgezogen. Die Sterne Kapella im Fuhrmann und Aldebaran im Stier führen den Reigen an. Kapella gehört als sechster zu den Top 10 der hellsten Sterne des Nachthimmels.

Aldebaran symbolisiert das rote Auge des Stiers. Er ist ein relativ kühler Stern mit einer Temperatur von 3300 Grad (Sonne ca. 6000 Grad). Seine Entfernung zu uns beträgt 65 Lichtjahre.

Planeten machen sich rar

Die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten machen sich am Abendhimmel im November rar. Venus fällt unmittelbar bei Sonnenuntergang (am 1.11. um 16.36 Uhr; am 30.11. um 15.57 Uhr) auf und ist für rund zwei Stunden am Abendhimmel zu bewundern. Mit zunehmender Dämmerung strahlt der Planet scheinbar immer heller. Der hellste der Planeten geht am Vollmondtag um 18.45 Uhr im Südwesten unter. Mars zeigt sich auch in der Abenddämmerung im Südwesten flach über dem Horizont. Jupiter geht vor der Sonne gegen 4.00 Uhr im Sternbild Jungfrau auf und ist bis in die Morgendämmerung im Osten sichtbar.

Sternschnuppen der Leoniden

Der Sternschnuppenstrom Leoniden erreicht sein Maximum wie in jedem Jahr um den 17. November, wird jedoch kaum beobachtbar sein, da der noch fast volle Mond den Himmel sehr aufhellt.

Sonnenaufgang/Sonnenuntergang (Tageslänge für Königs Wusterhausen):

– 01.11.16: 7.02Uhr/16.37Uhr; 9 h 35 min
– 30.11.16: 7.52Uhr/15.57Uhr; 8 h 05 min

Mond:

– erstes Viertel: 7.11.16 – 20.51 Uhr
– Vollmond: 14.11.16 – 14.52 Uhr; (11. Vollmond; Jagdmond;„Supervollmond“)
– letztes Viertel: 12.11.16 – 9.33 Uhr
– Neumond: 29.11.11 – 13.18 Uhr

Von Uwe Schierhorn
Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich-Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen, Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.
Quellen: Daten aus „www.calsky.com“
Abbildungen erstellt durch den Autor (u.a. unter Nutzung von Stellarium)

Von Uwe Schierhorn

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