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Deutscher stirbt an Mers-Folgen - noch mehr Infizierte in Südkorea

Gesundheit Deutscher stirbt an Mers-Folgen - noch mehr Infizierte in Südkorea

Erstmals ist ein Deutscher im eigenen Land an den Folgen einer Mers-Erkrankung gestorben. Der 65-Jährige erlag bereits in der Nacht zum 6. Juni in einem Krankenhaus im niedersächsischen Ostercappeln einer Folgeerkrankung, die auf das Coronavirus zurückzuführen ist, teilten die Niels-Stensen-Kliniken am Dienstag mit.

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Mers-Virus unter dem Mikroskop: Ein 65-Jähriger ist in Niedersachsen an einer Folgeerkrankung, die auf den Erreger zurückzuführen ist, gestorben.

Quelle: Center for Disease Control/Archiv

Osnabrück/Seoul. t. Nach dpa-Informationen führte ein Organversagen zum Tod des Mannes aus Nordrhein-Westfalen. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt wertete es als großen Erfolg, dass eine Ansteckung anderer Personen verhindert werden konnte.

In Südkorea, das derzeit den größten Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel erlebt, starben unterdessen drei weitere Patienten an der Atemwegserkrankung. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 19. Bei mittlerweile 154 Menschen wurde das Virus nachgewiesen. 

Der Deutsche hatte sich im Februar im Urlaub in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit dem Erreger Mers-CoV infiziert. Sein Tod kam für die Ärzte überraschend. Nachdem er die Mers-Erkrankung überwunden hatte, war er Mitte Mai von der Isolierstation des Marienhospitals Osnabrück nach Ostercappeln verlegt worden. 

"Wir bedauern den Tod dieses Patienten sehr, unser Mitgefühl gilt den Angehörigen, die auf eine Besserung des Gesundheitszustandes gehofft hatten und nun diesen schweren Verlust verkraften müssen", sagte Ministerin Rundt (SPD). "Mehr als 200 Menschen wurden auf Mers untersucht, es erkrankte keine weitere Person."

Die Ursache für die Erkrankung des Mannes ist nicht ganz klar. Möglicherweise hatte er sich während seiner Reise auf einem Tiermarkt mit dem Virus angesteckt. Dromedare und Kamele gelten als Überträger der Krankheit. Hinweise darauf, dass der Mann andere Menschen angesteckt hat, gibt es bislang nicht. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach derzeitigem Wissensstand selten.

Der 65-Jährige ist der dritte Mensch, der in Deutschland wegen einer Mers-Infektion behandelt wurde. In München war im März 2013 ein 73-jähriger Mers-Patient aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gestorben. Ein anderer, in Essen behandelter Patient überlebte die Krankheit.

Südkoreas Gesundheitsministerium meldete neben den neuen Todesfällen vier weitere Mers-Patienten. Den Zustand von 16 Kranken bezeichnete die Behörde als instabil. Auch die Zahl der Menschen unter Quarantäne erhöhte sich. Mehr als 5500 Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben könnten, befänden sich in Isolierstationen oder sollen zu Hause bleiben. 

Drei der vier neuen Mers-Patienten steckten sich den Angaben zufolge im Samsung Medical Centre in Seoul an. Mehr als 70 Fälle wurden mit dem Krankenhaus in Verbindung gebracht, das eines der größten und modernsten des Landes ist.

Erster bestätigter Mers-Kranker in Südkorea war im Mai ein 68-Jähriger, der von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte sich der Ausbruch in Sükorea noch einige Wochen hinziehen. 

Saudi-Arabien ist das am stärksten von Mers (Middle East Respiratory Syndrome) betroffene Land. Weltweit erstmals tauchte der Erreger im Jahr 2012 auf. Mers gehört zu den Coronaviren, zu denen auch der Sars-Erreger und viele Erkältungsviren zählen. Das Virus kann eine schwere Infektion der Atemwege, Lungenentzündung und Nierenversagen verursachen. 

dpa

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