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Dutzende Verletzte nach Erdbeben in Afghanistan

Erdbeben Dutzende Verletzte nach Erdbeben in Afghanistan

Erst vor zwei Monaten erschütterte ein schweres Erdbeben das Hindukusch-Gebirge, nun bebte die Erde in Afghanistan und Pakistan wieder. Viele Menschen konnten rechtzeitig aus den Häusern rennen.

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Ein Erdbebenopfer wird in Peschawar ins Krankenhaus geschafft. Foto: Arshad Arbab

Kabul/Islamabad. Bei einem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan sind Dutzende Menschen verletzt worden.

Hunderte Häuser in den Hindukusch-Bergen wurden nach offiziellen Angaben vom Samstag beschädigt oder zerstört. Die Erschütterungen waren bis in die indische Hauptstadt Neu Delhi zu spüren. Erst vor zwei Monaten hatte ein gewaltiges Beben der Stärke 7,5 die Region erschüttert. Damals kamen mehr als 400 Menschen ums Leben.

In der Region rund um das Epizentrum im Norden Afghanistans blockierten Schnee und Schlamm die Straßen und erschwerten die Arbeit der Rettungsteams. Schäden oder die genaue Zahl der Opfer können nach Angaben der Behörden wohl erst in einigen Tagen ermittelt werden. Die Zahl der Opfer aber sei gering, sagte Afghanistans Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. Notfallteams seien unterwegs. Über Tote wurde zunächst nichts bekannt.

Da das Beben langsam begann, hätten viele Menschen Zeit gehabt, aus ihren Häusern zu rennen, sagte ein Sprecher des Gouverneurs der afghanischen Provinz Badakhshan. In der Provinz wurden demnach 284 Häuser beschädigt; 20 Gebäude seien völlig zerstört. Auch in der Provinz Nangarhar fielen nach offiziellen Angaben 20 Häuser in sich zusammen. In Afghanistan bewegte sich die Erde fast eine Minute lang, berichteten Augenzeugen.

Nach Angaben von Radio Pakistan wurden in den grenznahen pakistanischen Bezirken Peshawar und Hangu 56 Menschen in Krankenhäuser eingeliefert. Der Leiter der Gesundheitsbehörde in der weiter südlich gelegenen Provinz Nangarhar, Nadschib Kamawal, sagte, "Wir hatten zwölf leicht verletzte Patienten heute Nacht. Zehn haben wir wieder entlassen können."

In einem Dorf in Bachlan seien vier Häuser von einer durch das Beben ausgelösten Schlammlawine zerstört worden, sagte ein Sprecher der Katastrophenbehörde. Es sei niemand verletzt worden. Zahlreiche Menschen wurden in der afghanischen Stadt Kabul aus dem Schlaf gerissen und rannten auf die Straßen - auch getrieben von ihren Erinnerungen an das jüngste Beben.

Das Epizentrum des Bebens in der Nacht zum Samstag lag keine 100 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem das Zentrum des verheerenden Bebens vom Oktober lag. Nach Angaben des Geoforschungsinstituts (GFZ) in Potsdam ereignete sich das Beben in einer Tiefe von 204 Kilometern. Bei solchen Tiefen sind die Zerstörungen oft nicht so groß, dafür die Erschütterungen auch in größerer Entfernung spürbar.

Der Norden Afghanistans ist besonders erdbebengefährdet, weil hier die indische und die asiatische Erdplatte aufeinandertreffen. Beben, die hier ihren Ursprung haben, sind auch in Tadschikistan, Pakistan und Indien spürbar. In der mehr als 400 Kilometer entfernten pakistanischen Hauptstadt Islamabad war es mindestens 30 Sekunden zu spüren. In Krankenhäusern wurden vorsichtshalber der Notstand ausgerufen.

Das Beben traf die Region im Winter, wenn die Wände und Dächer von ärmlichen, aus Lehmziegeln konstruierten Behausungen nass und schwer werden. Erdstöße lassen solche Häuser leicht in sich zusammenstürzen. Sie lösen auch tödliche Schlammlawinen aus. Hunderte sind in Badachschan schon von Schlammlawinen getötet worden.

dpa

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