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Ein Eisbären-Baby offenbar gestorben

Tierpark Berlin Ein Eisbären-Baby offenbar gestorben

Vor einer Woche freute sich der Tierpark Berlin über die Geburt von Eisbären-Zwillingen. Von den Jungtieren gibt es bislang nur Kamera-Aufnahmen, denn sie brauchen absolute Ruhe. Nun wird die Sorge immer größer: Seit Dienstag ist nur noch ein Jungtier zu sehen. Die Tierrechtsorganisation Peta übt scharfe Kritik an der Tierpark-Leitung.

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Von den Zwillingen gibt es bislang nur Kamera-Aufnahmen. Hier schläft Eisbärenmutter Tonja mit nur einem Jungtier an ihrer Seite.

Quelle: Tierpark Berlin

Berlin. Im Berliner Tierpark ist möglicherweise eines der beiden Eisbärenbabys gestorben. „Seit Dienstag scheint nur noch ein Jungtier auf dem Monitor der Wurfbox zu sehen zu sein. Allerdings war sich das Tierpfleger-Team sicher, beide Jungtiere nach wie vor zu hören“, teilte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Es sei sehr wahrscheinlich, „dass nur ein Eisbärchen überlebt hat.“

„Ich habe mir inzwischen fast das gesamte Bildmaterial seit Dienstagmittag angesehen und kann nun nahezu sicher sagen, dass seit knapp zwei Tagen nur noch ein Jungtier auf den Bildern zu sehen ist“, berichtet Säugetier-Kurator Florian Sicks. Die positive Nachricht sei allerdings, dass das Eisbärenbaby, das noch zu sehen ist, in den vergangenen sieben Tagen deutlich gewachsen sei. „Das ist ein sehr gutes Zeichen“, so Sicks.

Seit der Geburt der namenlosen zweieiigen Zwillinge kümmert sich die sechsjährige Mutter Tonja ungestört in ihrer Box um ihren ersten Wurf. Eine Überwachungskamera liefert unscharfe Bilder. Bis Dienstag waren die zwei fast völlig unbehaarten Jungen mit einer geschätzten Größe von bis zu 35 Zentimetern zu sehen. Noch am Mittwochnachmittag hatte Kurator Sicks erklärt, dass die Überlebenschancen der beiden Eisbären mit jedem Tag stiegen.

Dieses Foto entstand  nur einen Tag nach der Geburt der Eisbären-Babys

Dieses Foto entstand nur einen Tag nach der Geburt der Eisbären-Babys.

Quelle: Tierpark Berlin

Unmittelbar gesehen hat bislang kein Tierpark-Mitarbeiter die Jungtiere, es existieren lediglich Kameraaufnahmen. Die um ein vielfaches schwerere Mutter kann ihren Jungen zur Gefahr werden, wenn sie gestört wird. Darauf hat der Tierpark von Beginn an hingewiesen und einen Wachschutz organisiert. Jeglicher Lärm in der Umgebung wird vermieden. Um die Eisbärenfamilie nicht zu stören, lassen die Pfleger Wasser in eine Tränke laufen. Füttern und damit auch Ausmisten seien nicht nötig, da Eisbärinnen dank großer Fettreserven über den Winter kommen, erläuterten Sicks und Tierpfleger Detlef Balkow. Tonja hatte kräftig zugelegt - auf bis zu 300 Kilogramm, bevor sie sich Box zurückzog und schließlich die nur etwa 700 Gramm leichten Jungen gebar.

Eisbären-Mutter Tonja muss noch Erfahrung als Mutter sammeln

Wenn ein Junges stirbt, fressen Eisbärenmütter es in der Regel auf, erläutert Sicks. Ein Eingreifen der Pfleger sei nicht denkbar. Auch der vier Jahre alte Vater Wolodja fräße seine Jungen, befände er sich mit ihnen in einem Gehege, so der Kurator. Sollte ein Baby durchkommen, hieße es deshalb Abschied nehmen von Wolodja. Man würde ihn wohl erst einmal in einen anderen Zoo geben, sagt Sicks. Selbst der Tod des zweiten Jungtieres wäre aber zu verschmerzen. „Wenn es jetzt nicht klappt, dann eben nächstes Jahr.“

„Im Tierpark wurden bisher bei allen erfolgreichen Aufzuchten zwei Jungtiere geboren, es wurde jedoch immer nur eins aufgezogen, das kommt auch in der Natur vor“, erinnert Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. „Als junge Erstgebärende sammelt Tonja erst Erfahrungen als Mutter. Für uns wäre auch die erfolgreiche Aufzucht eines Jungtiers fantastisch.“

Peta kritisiert Tierpark und spricht von Knut-Effekt

Die Tierrechtsorganisation Peta übt unterdessen scharfe Kritik an der Tierparkleitung. Die Eisbären im Tierpark würden wegen der zu kleinen Käfige unter Verhaltensstörungen leiden. Dennoch scheue sich die Tierparksleitung nicht, weiterhin Tiere nachzuzüchten. Auf das Wohl der Tiere werde keine Rücksicht genommen. Peta wirft den Verantwortlichen vor, rein aus Marketing- und Profitgründen Eisbärenbabys zu züchten und auf einen neuen „Knut-Effekt“ zu setzen.

Die Sterblichkeit bei den Jungtieren ist in den ersten 10 bis 14 Tagen besonders hoch - sie liegt bei 50 Prozent. Eisbärin Tonja hatte die Zwillinge am vergangenen Donnerstag – vor genau einer Woche – zur Welt gebracht.

Rund eine Woche nach der Geburt sind sie ungefähr auf die Größe einer Ratte angewachsen. Circa 30 bis 35 Zentimeter messen sie inzwischen, wie Säugetier-Kurator Florian Sicks sagte.

Von MAZonline/dpa

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