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Einsturzgefahr: Gefängnis in Münster wird geräumt

Justiz Einsturzgefahr: Gefängnis in Münster wird geräumt

Die Räumung läuft: Bis Freitagmittag müssen knapp 500 Häftlinge das einsturzgefährdete Gefängnis in Münster verlassen. Ein großer logistischer Aufwand.

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Das einsturzgefährdete Gefängnis in Münster wird geräumt. Die Häftlinge werden in andere Gefängnisse verlegt.

Quelle: Friso Gentsch/Archiv

Münster. In Münster ist ein einsturzgefährdetes Gefängnis geräumt worden. Bis zum Donnerstagnachmittag waren bereits 380 Gefangene in andere Justizvollzugsanstalten des Landes verlegt worden, wie JVA-Leiter Carsten Heim bestätigte.

Der Notfallplan sieht die Räumung innerhalb von 48 Stunden bis Freitagmittag vor.

In der JVA Münster seien hauptsächlich Kleinkriminelle und Drogenabhängige untergebracht, die zum ersten Mal im Gefängnis sind, sagte Heim. Richtig schwere Fälle seien nicht dabei.

Das nordrhein-westfälische Justizministerium koordiniert die Gefangenentransporte und entscheidet, in welche Anstalten wie viele Häftlinge verlegt werden. "Das ist für die Häftlinge auch ein Einschnitt", sagte Heim. "Sie haben hier in Münster eine Arbeit, sind hier zur Schule gegangen. Das ist sehr unglücklich, aber das können wir leider nicht ändern."

Am Mittwoch hatte der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW das Mietverhältnis mit dem Justizministerium fristlos gekündigt. "Ein aktuelles Gutachten sieht eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein spontanes Versagen der Statik", begründete ein BLB-Sprecher den Schritt. Teile des denkmalgeschützten Gebäudes mitten in der Stadt sind mehr als 160 Jahre alt. Es gehört damit zu den ältesten Gefängnissen in Deutschland.

Gegen 10.30 Uhr war am Donnerstag der erste Bus mit Häftlingen aus dem einsturzgefährdeten Gefängnis gerollt. Ein Großteil der 515 Insassen der Justizvollzugsanstalt wird in andere Haftanstalten verlegt - viele von ihnen nach Coesfeld und Krefeld. Einige Häftlinge könnten in Münster bleiben - in einem Teil des Gebäudes, der nicht baufällig ist.

Für das Justizministerium kam die Entscheidung überraschend: Zwar werde das Gebäude wegen Baufälligkeit seit Monaten mit Sensoren überwacht, noch in der vergangenen Woche habe jedoch kein akuter Handlungsbedarf bestanden, hatte Ministeriumssprecher Marcus Strunk gesagt. "Uns stehen aber genügend Hafträume zur Verfügung", versicherte er.

dpa

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