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Gestohlener Koffer mit Knochenmarkspende entdeckt

Kriminalität Gestohlener Koffer mit Knochenmarkspende entdeckt

Happy End einer geradezu unglaublichen Geschichte: Ein gestohlener Koffer mit einer womöglich lebensrettenden Knochenmarkspende ist aufgetaucht, die Spende kann einem Patienten eingesetzt werden.

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Ein Koffer mit einer möglicherweise lebensrettenden Knochenmarkspende wurde in Siegburg aus einem ICE gestohlen.

Quelle: Bundespolizei

Siegburg/Emden. Diese Nachricht hat die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erhalten, nachdem Ärzte die Spende untersucht hatten. Der Koffer war zwei Kurieren aus einem ICE in Siegburg gestohlen worden.

Putzleute hatten den Koffer nach Polizeiangaben in einem IC-Zug entdeckt und der Bundespolizei übergeben. Die Spende wurde nach DKMS-Angaben direkt zu dem wartenden Empfänger nach Straßburg gebracht.

Zwei extra für diesen Transport geschulte Kuriere hätten den Koffer mit der Spende am Dienstag in Köln abgeholt, sagte DKMS-Sprecher Guido Ening. Vom Äußeren des Koffers habe man auf einen wertvollen Inhalt schließen können: "Der Inhalt war ja auch äußerst wertvoll, aber eben anders als die Diebe dachten." Mit dem Zug wollten sie die wertvolle Fracht am Nachmittag schleunigst nach Straßburg bringen. Natürlich durften sie den Koffer nicht aus den Augen lassen.

Beim Halt des ICE 109 von Dortmund nach Basel in Siegburg hatten die Diebe es auf den Koffer abgesehen, in dem man auch gut wertvolle elektronische Geräte hätte vermuten können, sagte Ening: Die Diebe tricksten die Kuriere nach ersten Erkenntnissen mit einem Manöver aus, sie verstreuten Bonbons, verschütteten Wasser. Ein Moment des Trubels, der Unaufmerksamkeit - und schon war der Koffer weg.

Am Abend fanden ihn Reinigungskräfte in einem Wagen des IC 2004 in Emden. Das Transplantat sei sofort nach Frankreich gebracht worden. Die behandelnden Ärzte untersuchten, ob es noch verwendet werden könne. Die Kühlung des Koffers hatte noch funktioniert. Entscheidend sei etwa, ob die Kühlkette unterbrochen wurde oder das Präparat verschmutzt sei, sagte Ening.

Bei der DKMS warteten sie auf Rückmeldung. "Wir haben tatsächlich in der DKMS-Datei noch einen weiteren Spender, der infrage käme und sofort zur Verfügung stünde", sagte DKMS-Sprecher Ening noch am Nachmittag vor der guten Nachricht. Dann aber kam die Nachricht aus Frankreich: Die Spende ist unversehrt, sie kann verwendet werden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich nicht um einen gezielten Diebstahl gehandelt hat. "Es ist vielmehr zu vermuten, dass die Täter von dem Inhalt überrascht und den Koffer unmittelbar wieder entsorgt haben", meinte die Polizei.

dpa

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