Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Hier wird die „Landshut“ abgebaut

Brasilien Hier wird die „Landshut“ abgebaut

Es ist eine ungewöhnliche Operation: Seit Jahren steht das wohl bekannteste Flugzeug Deutschlands auf einem Flughafen in Brasilien und gammelt vor sich hin. Nun soll die schrottreife Maschine nach Hause gebracht werden – doch fliegen kann sie nicht mehr.

Voriger Artikel
Frau will in die Schule von Prinz George einbrechen
Nächster Artikel
Selena Gomez bekam eine neue Niere

Schrottreif: Die „Landshut“ wird in Brasilien abgebaut – sie soll in einem Museum ausgestellt werden.

Quelle: dpa

Fortaleza. Die „Landshut“ soll endlich wieder nach Hause zurückkehren. Schließlich ist die von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine ein Teil der deutschen Geschichte. Als solches soll sie im Friedrichshafener Dornier Museum ausgestellt werden. Doch weil die „Landshut“ schrottreif ist und deshalb nicht selbst nach Deutschland geflogen werden kann, muss sie an ihrem Standort im brasilianischen Fortaleza erst einmal demontiert werden. Und diese Operation gestaltet sich zum Teil schwieriger als erwartet.

15fb9c4a-9926-11e7-a7e6-61bbfcd25dad

Der Abbau hat begonnen: Damit die „Landshut“ als Ausstellungsstück in einem deutschen Museum gezeigt werden kann, muss das Flugzeug in Brasilien erst einmal in seine Einzelteile zerlegt werden.

Zur Bildergalerie

Seit 21. August ist ein Team der Lufthansa Technik vor Ort. Es ist eine große Herausforderung für die Ingenieure: Allein zur Abnahme der Flügels müssen rund 1500 Nieten und Schrauben gelöst werden, jedes abgenommene Triebwerk wiegt rund 1,5 Tonnen. Zu Beginn musste die Maschine erst einmal mit neuen Bugrädern versehen werden, um die zwischen anderen stillgelegten Flugzeugen stehende Boeing auf das Vorfeld zu fahren, sagte Lufthansa Technik-Sprecher Jens Krüger. „Wir würden die Maschine gerne vor der Bundestagswahl nach Hause bringen“, sagte Krüger.

Die großen Teile wie die Tragflächen sollen mit einer Antonov 124 und andere Teile mit Seecontainern nach Deutschland gebracht werden. Eine Ausstellung im Dornier-Museum in Friedrichshafen zum 40. Jahrestag der Befreiung der Geiseln im somalischen Mogadischu am 18. Oktober könnte zeitlich schwierig werden. Es sei ein nationales Interesse, mit dem Flugzeug als Ausstellungsstück an den Deutschen Herbst 1977 zu erinnern, hatte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) betont. In Friedrichshafen soll die Maschine dauerhaft als restauriertes Ausstellungsobjekt an das „Landshut“-Drama erinnern.

Demontage, Transport und Zusammenbau könnten Millionen kosten

Es hatte vor Beginn der Demontage zunächst einige Tage gedauert, bis rund 8,5 Tonnen an Werkzeug und Flugzeughebern aus dem Zoll herauskamen. Die 1970 in Dienst gestellte Maschine war bis 2008 für verschiedene Eigentümer unterwegs. Von 1970 bis 1985 war die Boeing 737 für die Lufthansa im Einsatz, dann als „John Adams“ für Presidential Airways in den USA. Später wurde sie zum Frachtflugzeug, flog für TAN Honduras, L’Aéropostale, in Malaysia und Indonesien, bis sie 2002 an die Airline TAF Linhas Aereas in Fortaleza ging.

Aufgrund eines schweren Defekts am 14. Januar 2008 wurde das Flugzeug (letztes Kennzeichen: PT-MTB) nach 38 Jahren Dienst für fluguntauglich erklärt. Das Auswärtige Amt erwarb die „Landshut“ Berichten zufolge für rund 20 000 Euro von dem Flughafenbetreiber in Fortaleza – das war vor allem die Summe für die aufgelaufenen „Parkkosten“ auf dem Flughafen. Insgesamt können Demontage, Transport und Zusammenbau am Ende einen Millionenbetrag kosten. Als wichtige Etappe konnte nun die linke Tragfläche der flugunfähig Boeing 737 abgenommen werden.

Die am 13

Die am 13. Oktober 1977 entführte „Landshut“ nach der Landung in Mogadischu (Somalia).

Quelle: dpa

Am 13. Oktober 1977 hatten vier Palästinenser in Absprache mit der Roten Armee Fraktion (RAF) die „Landshut“ mit 91 Menschen an Bord auf dem Flug von Mallorca nach Frankfurt/Main gekapert, um die inhaftierte RAF-Führung in Stuttgart-Stammheim freizupressen. Nach einer Landung im südjemenitischen Aden erschossen die Terroristen den Kapitän Jürgen Schumann. Co-Pilot Jürgen Vietor musste die „Landshut“ weiterfliegen nach Mogadischu. Dort stürmte am 18. Oktober 1977 die Anti-Terror-Einheit GSG 9 die Maschine und befreite die Geiseln.

Von RND/dpa/iro

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Buntes

Was ist Ihr Sommerhit?

2fe3220e-a08d-11e7-8ed3-17ff870e8db8
AfD-Politiker

Neben bekannten AfD-Politikern machen sich auch noch unbekannte Parteikollegen Hoffnung auf einen Abgeordnetenplatz