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Hochwasser in Deutschland geht zurück
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Wetter Hochwasser in Deutschland geht zurück

Sandsäcke wegschleppen, Müll wegräumen: Nach der verheerenden Hochwasserflut wird in den Hochwasserregionen Deutschlands weiter aufgeräumt. Die Pegelstände sinken in Sachsen-Anhalt und anderswo - viele Bewohner können aber immer noch nicht in ihre Häuser zurückkehren.

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Transparent im mecklenburgischen Dömitz: Die Hochwassersituation in Norddeutschland entspannt sich.

Quelle: Jens Büttner

Berlin. n. Forscher erwarten, dass die Folgen der Flut die Elbregionen stärker treffen als die Donau-Anrainer.

Laut der Studie des Krisenmanagementzentrums CEDIM ist die Fähigkeit zur Bewältigung von Katastrophen an der Donau im Süden stärker ausgeprägt als an der Elbe im Osten. Verglichen wurde etwa, wie viel Geld Landkreise und Städte für die innere Sicherheit ausgeben oder wie hoch die Kapazität von Krankenhäusern ist. Diese Faktoren gelten als Indikatoren für die Fähigkeit, mit Katastrophen umzugehen. Das Zentrum wird vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam und dem Karlsruher Institut für Technologie betrieben.

In den besonders betroffenen gebieten von Sachsen-Anhalt entspannt sich die Lage unterdessen weiter. Die Versenkung von drei Lastkähnen bei Fischbeck zur Abdichtung eines Dammbruchs zeigte einer Sprecherin des Krisenstabs der Landesregierung zufolge zunehmend Wirkung. Von Evakuierungen betroffen waren noch etwa 7500 Menschen. Etwa 165 000 Hektar Land standen unter Wasser. Auch der Schiffsverkehr war noch nicht durchgängig wieder freigegeben.

Im bayerischen Deggendorf können nach Angaben des Landratsamts die letzten Bewohner in ihre Häuser zurückkehren. In Mecklenburg-Vorpommern öffneten wieder Schulen in der Region um Dömitz und Boizenburg. Im schleswig-holsteinischen Lauenburg besteht nach wie vor Katastrophenalarm. In der Unterelbe an einem Deich nahe Brokdorf darf nicht mehr gebadet werden, weil die Elbe nach Angaben des Kreises durch das Hochwasser mit Fäkalien verschmutzt ist.

Die aufkommende Mückenplage wird den Bewohnern in den Hochwassergebieten Deutschlands noch Wochen zu schaffen machen. "Erst zwei bis drei Wochen, nachdem die Überflutungsgebiete wieder trocken sind, wird dort auch die Zahl der Mücken langsam zurückgehen", sagte der Insektenexperte Prof. Burkhard Schricker (FU Berlin). "Derzeit ist das Wasser aber schön warm und nährstoffreich, so dass die Mückenweibchen massenhaft Eier ablegen, die sich schnell entwickeln", sagte der Biologe.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wirbt indes für die Rückverlegung von Deichen. "Die Flüsse brauchen mehr Raum", sagte er bei einem Rückverlegungsprojekt an der Elbe in Sachsen-Anhalt. So könne auch die Artenvielfalt geschützt und gestärkt werden, sagte er. Sobald das Wasser zurückgegangen ist, sollte laut Altmaier eine Prioritätenliste erstellt werden, die notwendige Verbesserungen festhält. Enteignungen zur Gewinnung von Auenflächen für die Flüsse seien für ihn nur das letzte Mittel. Nötig sei eine Kombination aus Deichen, zurückgewonnenen Flussauen und mehr Überschwemmungsflächen.

Flugbeschränkungen über den Hochwassergebieten, die zuletzt noch zwischen Magdeburg und Hamburg galten, wurden vom Bundesverkehrsministerium nach eigenen Angaben inzwischen aufgehoben. Grund für die Einschränkungen waren Hobbypiloten, die die Arbeit von Einsatzkräften gestört hatten.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) schätzte die Schäden der Hochwasserkatastrophe an Straßen, Schienen und Flüssen auf vorläufig rund 1,5 Milliarden Euro.

Die Spendenbereitschaft für die Hochwasser-Opfer ist vielerorts ungebrochen groß. Auf den Konten der Stadt Gera in Thüringen etwa haben die Spenden für Flutopfer inzwischen die Marke von 100 000 Euro geknackt, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Immer mehr Künstler wollen beim für Sonntag (23. Juni) geplanten Hamburger Benefizkonzert für die Flutopfer auftreten. Die jüngsten Zusagen kamen von den Bands Revolverheld, Tonbandgerät sowie von Ingo Pohlmann, wie die Veranstalter am Dienstag berichteten. Unter dem Motto "ElbAllianz" hatten Liedermacher Rolf Zuckowski und Schmidt-Theaterchef Corny Littmann zum Konzert auf der Reeperbahn aufgerufen.

dpa

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