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Karslruhe: Vier Tote und die Frage nach dem Warum

Brände Karslruhe: Vier Tote und die Frage nach dem Warum

Ein kleines Plüschtier liegt zwischen den unzähligen Trümmerteilen. Vier Menschen sind tot, darunter zwei Kinder. Womöglich war es Verzweiflung, die das schreckliche Unglück in Karlsruhe auslöste. Die Polizei vermutet eine absichtliche Tat.

Karlsruhe. Blumen und Kerzen auf den Stufen eines Karlsruher Mehrfamilienhauses deuten auf das furchtbare Geschehen hin: Nach einer Explosion in einer Wohnung werden vier Leichen entdeckt, darunter zwei Kinder.

"Es spricht einiges dafür, dass es eine Familientragödie sein könnte", sagt ein Polizeisprecher wenige Stunden später. Ob die Ermittler einen Abschiedsbrief gefunden haben oder warum sie von einem Familiendrama ausgehen, sagen sie nicht. Die Hintergründe sind auch am Sonntag unklar. Gehören alle Toten zu einer Familie? Starben sie am Freitagabend womöglich noch vor der Detonation durch Gewalt? Die Ermittler können das am Wochenende nicht sicher klären. Die Toten sollen am Montag obduziert werden. Erst dann gebe es Sicherheit, wer sie sind und wodurch sie starben, heißt es.

Die Mutter einer Schülerin, die mit einem der Kinder befreundet ist, klingelt am Freitagabend vergeblich an der Wohnungstür der Familie. Weil trotz eingeschalteten Lichts niemand aufmacht, informiert sie die Polizei. Als die Beamten am Haus eintreffen, kommt es zu der Explosion. Glas zersplittert, Trümmerteile von einem Erker der Wohnung im zweiten Obergeschoss fliegen auf die Straße. Schwarzer Rauch zieht durch das Gebäude. Die Polizisten können die zerstörte Wohnung ohne Atemschutzgerät nicht betreten, wie ein Beamter erklärt. Erst als die Feuerwehr eintrifft, werden die Toten gefunden.

Die Bewohner der übrigen sieben Wohnungen des Hauses retten sich ins Freie, niemand von ihnen wird verletzt. Am Samstag können sie zurück. "Von statischer Seite her gibt es keine Bedenken", so die Polizei. Zwar gibt es auch in ihren Wohnungen Schäden wie abgeplatzten Putz. Wirklich zerstört ist aber nur die explodierte Wohnung. Zur Ursache der Verpuffung machen die Ermittler zunächst keine Angaben. Die Spurensicherung arbeitet stundenlang. Auch Rechtsmediziner nehmen Untersuchungen auf. "Ich gehe davon aus, dass das meiste gemacht ist", sagt ein Polizeisprecher am Sonntag.

Das hell verputzte Haus steht in einer guten Wohngegend im Stadtteil Wolfartsweier. Vor dem Gebäude liegt nach dem Unglück auch ein kleines Plüschtier. Menschen stellen Kerzen auf den Treppenstufen ab und legen Blumen nieder. Die Frage nach dem Warum kann zunächst niemand beantworten. War womöglich einer der Erwachsenen so verzweifelt, dass er keinen anderen Ausweg sah, als seine Angehörigen zu töten? Sorgerechtsstreitigkeiten, Schulden, Trennungsabsichten des Partners - immer wieder töten Eltern ihre Kinder und sich selbst, weil sie keinen anderen Ausweg sehen. Polizei und Staatsanwaltschaft werden wahrscheinlich zu Wochenbeginn ihre Theorie veröffentlichen.

dpa

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