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München streit über Bierpreisbremse

Teure Maß München streit über Bierpreisbremse

Das Bier auf dem Müncher Oktoberfest schon immer teurer als „normales“ Bier. Die bayerische Landeshauptstadt streitet nun über eine Bierpreisbremse im herbst – die Maß soll bei 10,70 Euro gedeckelt werden. Doch der Vorschlag stößt bei den Wirten nicht gerade auf Gegenliebe.

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Streit um die Maß: Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, l.) und der Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU).

Quelle: Foto: dpa

München. Das teure Bier auf der Wiesn, das ist in München ungefähr so ein Gesprächsthema wie andernorts das schlechte Wetter. In diesem Jahr will der Wiesn-Chef und zweite Bürgermeister Josef Schmid den Höchstpreis für die Maß für drei Jahre bei 10,70 Euro einfrieren, dem Maximalpreis des Vorjahres. Das ungewöhnliche Konstrukt eines von öffentlicher Seite verhängten Preisdiktats hatte sich Schmid extra bei den Wettbewerbshütern im Freistaat absichern lassen: Die Kartellbehörde gab grünes Licht.

Der Vorschlag sorgte allerdings für frostige Stimmung zwischen Wiesn-Chef und Wirten. Und heizte die Stimmung im Rathaus auf. Zeitweise argwöhnten Medien, das Rathausbündnis aus SPD und CSU stehe auf der Kippe.

Deckelung „reiner Populismus“

Dabei ist die Bierpreisbremse nur ein Teil von Schmids Wiesn-Konzept, bei dem es um die Finanzierung von rund fünf Millionen Euro Zusatzkosten für Sicherheitsvorkehrungen wegen der Terrorgefahr geht. Vor allem die hohe Zahl von 450 Ordnern für die neuen Eingangskontrollen schlug 2016 zu Buche. Schmid will sich diese zusätzlichen Kosten über eine Umsatzpacht von den Wirten holen. Damit die Mehrkosten nicht über den Bierpreis beim Besucher landen, will er die Bierpreisbremse. Um den Wirten aber einen Ausgleich beim Umsatz zu ermöglichen, hat er die Verlängerung der Wiesn um einen Tag vorgeschlagen.

Die SPD hält sich in ihrer Haltung zu dem Konzept bedeckt, während die Grünen offen Kritik üben: „Einer Deckelung des Bierpreises werden wir nicht zustimmen. Das halten wir für reinen Populismus“, sagte der Sprecher der Grünen-Fraktion, Markus Viellvoye. „Wie die Wiesn-Wirte ihre Preise machen, da gedenken wir nicht, uns einzumischen. Das ist das System in unserer Marktwirtschaft.“ Auch der Zusatztag stößt nicht auf Gegenliebe. 16 Festtage, manchmal, wenn der 3. Oktober dazukommt, mehr: „Wir glauben, das reicht einfach.“

Am 17. Mai wird abgestimmt

Die Wirte, die hocherzürnt auf Schmid geschimpft hatten, haben zuletzt stillgehalten. Wenn die Bierpreisfrage am 17. Mai ins Plenum gehen sollte, haben sie womöglich genügend Fürsprecher.

Nicht zuletzt war das Bier auf dem Oktoberfest schon immer teurer als „normales“ Bier. Man könnte sagen, der Preis hat Tradition. Als 1872 das für die Wiesn reservierte Sommerbier ausging, begann Wiesn-Wirt Michael Schottenhamel mit dem Ausschank des sogenannten Märzenbieres. Es war stärker, kostete 12 Kreuzer – und war damit 3 Kreuzer teurer. Und es kam bestens an. Schottenhamel hatte die Münchner Seele durchschaut. Er wird mit den Worten zitiert: „Wann d’Münchner was Richtigs kriangn, na schaug’n s’Geld net an.“

Von Sabine Dobel

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