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Prozess um Mord im Fahrstuhlschacht

Prozesse Prozess um Mord im Fahrstuhlschacht

Heimtückisch soll ein Mann einen Zeugen seiner Betrügereien beseitigt haben. Nun sitzt er wegen Mordes auf der Anklagebank. Das Gericht erwartet einen langwierigen Prozess.

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Der Angeklagte soll einen Bekannten in der 14. Etage eines Wohnhauses in einen Fahrstuhl gelockt und diesen in den Schacht gestoßen haben.

Quelle: Peter Endig

Leipzig. Um einen Zeugen loszuwerden, soll ein 30-Jähriger einen Bekannten in den Fahrstuhlschacht eines Leipziger Hochhauses gestoßen haben. Nun steht er wegen Mordes vor Gericht - und schweigt.

Er werde sich nicht zu den Vorwürfen äußern, ließ er zum Auftakt der Verhandlung am Landgericht Leipzig von seinem Verteidiger verkünden. Neben dem Mord wirft ihm die Anklage auch einen Mordversuch an einem weiteren Bekannten vor.

Im Jahr 2013 soll der Angeklagte einen damals 22-Jährigen in der 14. Etage des Hauses mit Medikamenten wehrlos gemacht, zum Lift gelockt, die Tür zum Schacht geöffnet und sein Opfer hinabgestoßen haben. Der junge Mann starb an seinen Verletzungen.

Das andere Opfer, einen 20-Jährigen, soll er ebenfalls mit Medikamenten betäubt und auf Bahngleise gelegt haben. Es wurde vom Zug überrollt, überlebte aber schwer verletzt. Der Mann tritt im Prozess als Nebenkläger auf und gilt als einer der wichtigsten Zeugen in dem Verfahren.

Laut Anklage wollte der Mann die beiden als Zeugen seiner Internet-Betrügereien loswerden. Der wegen mehrfachen Betruges vorbestrafte Angeklagte hatte unter anderem die Daten von einem der Opfer für Straftaten benutzt.

Neben den Mordvorwürfen muss das Gericht auch mehrere Fälle schwerer Brandstiftung klären, die dem 30-Jährigen ebenfalls vorgeworfen werden. Laut Staatsanwaltschaft soll er von Januar bis März 2013 acht Feuer gelegt haben, bei denen ein Schaden von mehreren zehntausend Euro entstand - sieben davon in dem Haus, in dem er damals wohnte. Laut Behörde hat er einen Teil dieser Taten vor dem Prozess eingeräumt.

Das Gericht geht in dem Indizienprozess von einem langwierigen Verfahren aus. Es sind 31 Verhandlungstage bis zum 4. Januar 2016 anberaumt. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

dpa

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