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„Schwapp“-Film mit Schweighöfer & Vogel

Für Joko und Klaas „Schwapp“-Film mit Schweighöfer & Vogel

Erst lästerten Joko und Klaas in ihrer ProSieben-Show „Circus HalliGalli“ über den missratenen Imagefilm, jetzt haben deutsche Filmgranden um Matthias Schweighöfer, Jürgen Vogel und Karoline Herfurth das Video neu abgedreht. Die MAZ erklärt, was es mit der vermeintlichen „Wiedergeburt des deutschen Autorenkinos“ auf sich hat.

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„Ich kenn’ nur Advent“: Jürgen Vogel gibt den „Opa“, der mit dem Wort „Event“ nichts anfangen kann.

Quelle: Screenshot/ProSieben

Potsdam. Mit ihrem vorschnellen, vernichtenden Urteil sind Joko und Klaas ja mal so richtig baden gegangen – jedenfalls tun die erklärten Gaga-Entertainer von der ProSieben-Show „Circus HalliGalli“ alles dafür, genau diesen Anschein zu erwecken. Schließlich gibt jetzt sogar die deutsche Filmelite um Matthias Schweighöfer, Jürgen Vogel, Meret Becker und Karoline Herfurth ihre Gesichter für ein prominent besetztes Remake her. Vorlage ist ein Imagefilm für das Spaßbad „Schwapp“, jenes Video also, das Joko und Klaas Woche um Woche aufs Neue verreißen.

Flache Witze, hohe Wellen: „Schwapp – Alles Wasser wollt“

Doch der Reihe nach. Im Mittelpunkt der Inszenierung steht ein gewöhnliches Freizeitbad in der märkischen Provinz. Das „Schwapp“ in Fürstenwalde/Spree ist eines wie viele andere: mit großen Becken, langer Rutsche und kleinem Marketingetat. Werbeslogan: „Schwapp – Alles Wasser wollt.“ Es gibt bessere Voraussetzungen, um im Abendprogramm eines juvenilen Privatsenders zu landen.

„Circus HalliGalli“: Ausschnitt vom 5. Oktober 2015

Aber: Es war ein offenkundig aus der finanziellen Not geborener Imagefilm, der angesichts flacher Witze umso höhere Wellen schlug. Vor zwei Wochen entdeckten Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf auf der Webseite des Spaßbades den Einminüter, in dem Laiendarsteller für einen Besuch im „Schwapp“ werben – mit ebenso überschaubarem Talent wie Humor. Preisverdächtig, meinen die Entertainer, sie wollen den „Goldenen Umberto“, nach eigenem Bekunden eine Art Grimme-Preis der Straße, nach Fürstenwalde/Spree verleihen.

„Circus HalliGalli“: Ausschnitt vom 12. Oktober 2015

Deutsche Filmelite schwärmt vom „Schwapp“-Drehbuch

Am Montag legten die „Circus HalliGalli“-Macher mit einer „völlig unerwarteten Wende“ nach. In gespielter Demut bekennt Klaas: „Wir haben einen folgenschweren Fehler gemacht.“ Und Joko sekundiert: „Wir haben uns da übernommen.“ Im anschließenden Einspieler kommentiert eine altersweise Stimme den Totalverriss: „Ist dieser Imagefilm wirklich sogenannter Trash, der einen Spottpreis verdient? Die Antwort der Filmszene ist eindeutig: nein. Dieser Film ist die Wiedergeburt des deutschen Autorenkinos.“

Als Kronzeugen dieser nur bedingt ernst gemeinten These tritt die erste Riege des deutschen Films vor die ProSieben-Kamera: Florian David Fitz (40), Matthias Schweighöfer (34), Jürgen Vogel (47), Karoline Herfurth (31), Kostja Ullmann (31), Meret Becker (46) und Jungschauspielerin Paula Hartmann (14).

„Das Drehbuch“, sagt Matthias Schweighöfer, „das lag vor ein paar Jahren hier bei mir auf dem Tisch. Ich hatte einfach nicht den Willen, es umzusetzen.“ Und weiter: „Da waren die Kollegen von ,Schwapp’ einfach mutiger.

Das „Schwapp“-Remake bei „Circus HalliGalli“, Ausschnitt vom 19. Oktober 2015

Schweighöfer hinter der Kamera, Vogel gibt den Flachwitz-Opa

Die Schnittbilder zeigen bedeutungsgeladene Kamerafahrten über vergilbtes Papier. „Schwapp – Der Film. 26. Fassung“, steht auf der ersten Seite. Florian David Fitz („Jesus liebt mich“) lobt den Charme des Drehbuchs, Jürgen Vogel („Die Welle“) spricht von grandiosen Gags und einer Traumrolle, Karoline Herfurth („Das Parfüm“) wähnte sich beim ersten Lesen zu Tränen gerührt, Kostja Ullmann („A Most Wanted Man“) erkennt einen kunstvollen Spannungsbogen, Paula Hartmann („Die Nanny“) und Meret Becker („München“) denken sich voller Respekt in die Rollen hinein. Becker: „Es sieht so einfach aus, aber es ist schwer.“

Opulent aufgetafelt, prominent besetzt

Opulent aufgetafelt, prominent besetzt: Der Frühstückstisch im „Schwapp“-Remake.

Quelle: Screenshot/ProSieben

Kurz darauf sitzen die Filmgranden an einem opulent gedeckten Tisch – sie spielen den missratenen Werbefilm nach. „Das Event“, „ein ernster Film von Matthias Schweighöfer“, der hinter der Kamera steht. Durchaus aufwendig produziert, das Ambiente ist düster, ein bedrückendes Szenario, Meret Becker als „Tante Uschi“, Jürgen Vogel als „Opa“, der getreu der „Schwapp“-„Witzmechanik“ (Klaas Heufer-Umlauf) nicht weiß, was ein Event ist („E-was? Ich kenn’ nur Advent!“). Preisverdächtig, diesmal wirklich.

Hinter der Kamera

Hinter der Kamera: Regisseur Matthias Schweighöfer.

Quelle: Screenshot/ProSieben

Joko und Klaas laden zum „großen Badetag“ ins „Schwapp“

„Liebe Wasserratten vom ,Schwapp’“, sagt Klaas schließlich nach der Premiere des Promi-Remakes, „wir stellen euch dieses Video zur Verfügung.“ In Fürstenwalde/Spree wären sie gut beraten, den kinotauglichen Kurz-Kurzfilm tatsächlich auf die eigene Webseite zu stellen. Schon jetzt ist unermesslich, welchen Bekanntheitsschub „Circus HalliGalli“ dem Freizeitbad verschafft hat. Für den 3. November, 14 Uhr, laden Joko und Klaas mit einem ironischen „Kommt auf gar keinen Fall zum großen Circus-HalliGalli-Badetag“ ins „Schwapp“.

Schien die Begeisterung über den „Goldenen Umberto“ in Fürstenwalde/Spree anfangs überschaubar, will das Bad jetzt offenbar auf der ganz großen Welle mitreiten. Schließlich gibt es für das Bade-Event mittlerweile sogar eigens eine Facebook-Veranstaltung. Vielleicht gehen Joko und Klaas dann ja wirklich baden.

Joko und Klaas gehen baden

Joko und Klaas gehen baden: Am 3. November steigt im „Schwapp“ in Fürstenwalde/Spree der „große Circus-HalliGalli-Badetag“.

Quelle: Screenshot/ProSieben

Wer „Circus HalliGalli“ am Montag verpasst hat, kann den Ausschnitt mit dem „Schwapp“-Remake online ansehen.

Von Bastian Pauly

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