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Gestatten, Sheldon – Brandenburgs Katzenstar

Rheinsberg Gestatten, Sheldon – Brandenburgs Katzenstar

Er spielt eine Rolle in der Kammeroper, hat eine eigene Facebook-Seite und ist Brandenburgs wohl berühmtester Kater – Sheldon aus Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin). Dort streift er regelmäßig im Schlosspark umher und verzückt die Besucher. Sheldons Aufstieg in den Tierstar-Himmel begann mit einer eigentlich traurigen Geschichte.

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Sheldon mit Herrchen Markus Kersten.
 

Quelle: foto: dpa

Rheinsberg.  Das lange Fell glänzt, das Schnurrhaar sitzt: Der zimtbraune Kater Sheldon sieht ziemlich gut aus – und wird ziemlich oft fotografiert. Das Tier aus dem brandenburgischen Rheinsberg mit eigener Facebook-Seite hat fast 800 Fans deutschlandweit. Immer wieder posten Sheldons Anhänger Fotos mit dem Kater, der am liebsten im Park am Schloss umherstreift.

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Begonnen hat alles mit der Suche nach Sheldon – von seinem Herrchen Markus Kersten eigentlich Katzie genannt. Der Kater war ausgebüxt, Kersten suchte auf Facebook nach ihm und stellte ein paar Bilder online. „Vielleicht sucht jemand den Besitzer des vermeintlich herrenlosen Tieres“, habe er sich gedacht, erzählt Kersten. Sheldon war bald darauf schon wieder zurück – und hatte nun Freunde auf Facebook. Die nehmen seitdem Anteil an seinem Leben.

Kürzlich haben wir auf MAZonline über Katzen geschrieben, die sich vor Gurken erschrecken. Den Text haben wir auch auf unsere Facebook-Seite gestellt. Stunden später haben uns Leser dutzende Bilder ihrer Katzen geschickt. Ohne Gurke, aber auch süß. In der Bildergalerie können Sie sich überzeugen.

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Was der Vierbeiner im Park macht, halten Besucher immer wieder mit der Kamera fest: Kater in der Sonne auf der Freitreppe, Kater mit Blick ins Unterholz einer Hecke, Kater auf einer Bank liegend. „Manchmal schließt er sich sogar Besuchergruppen an“, sagt Kersten. Reaktionen auf Facebook: „richtig cool“ oder „niedlich“. Was Sheldon dafür will? Streicheleinheiten. Der Kater schnurrt dann laut und lässt sich am liebsten unter dem weichen Katzenkinn kraulen. „Er ist ein Schmusetiger“, sagt Markus Kersten. Manchmal will Sheldon aber auch seine Ruhe – dann verschwindet er in seinem Revier.

Gesehen wurde er etwa schon im Tucholsky-Museum auf dem Schlossparkgelände. „Das ist kein Problem“, heißt es bei der Leitung. Auch bei Aufführungen der Kammeroper im Sommer war Sheldons brauner Katzenschwanz zu sehen. Ohne das Publikum zu stören, zog Sheldon seine Runden – legen zumindest Fotos nahe.

Die Zutraulichkeit des Katers - eine Mischung aus Norwegischer Wildkatze und der Rasse Maine Coon – erstaunt Winfried Hölter, zweiter Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Edelkatzenzüchter, nicht. Das liege an der Paarung der beiden Rassen, sagt er. Normalerweise seien Katzen Eigenbrötler und suchten nicht gerade das Rampenlicht. Sheldon dagegen ist ein kleiner Star. Große Aufregung unter den Katzenfans natürlich, als der 5,5 Kilo schwere Kater vor wenigen Wochen angefahren wurde. „Glücklicherweise hat er den Unfall ohne Blessuren überstanden“, sagt Markus Kersten.

Den Tagesablauf seines berühmten Haustiers beschreibt Kersten so: nachts gern am warmen Ofen, tagsüber auf Tour. Sheldons Radius liegt bei ungefähr drei Kilometern, wurde beobachtet. Katzenexperte Hölter beruhigt: Die Tiere fänden meist wieder nach Hause zurück.

Auch Herrchen Kersten – ein angehender Hausarzt – hat bemerkt: Zum Fressen ist Sheldon immer wieder da. Und manchmal bringt er von seinen Streifzügen sogar was mit, eine tote Maus zum Beispiel.

Alles aus dem Leben seines Katers will der Rheinsberger aber nicht preisgeben. Auch Sheldon brauche Privatsphäre. Im Vergleich zu anderen Tier-Stars ist Sheldon ohnehin ein kleines Sternchen: Katze Choupette von Stardesigner Karl Lagerfeld hat jedenfalls gut 40 000 Follower bei Facebook.

Von Gudrun Janicke

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