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Städte kämpfen gegen Schrottfahrräder

Kommunen Städte kämpfen gegen Schrottfahrräder

Platte Reifen, rostige Ketten, fehlende Sattel: Tausende Schrottfahrräder rotten in Städten vor sich hin - zum Ärger von Ordnungsämtern und Radfahrern auf der Suche nach einem freien Platz im Fahrradständer.

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Ein ausgeschlachtetes Fahrrad an einem Straßenrand in Berlin. Schrottfahrräder werden für die Kommunen zum wachsenden Problem.

Quelle: Jens Kalaene

Münster. So wurden in Berlin im Jahr 2014 mehr als 2500 sogenannte Radleichen aus dem Verkehr gezogen, in Hamburg waren es 3000, in Köln mehr als 1800, die Studentenstadt Münster entsorgt jährlich rund 900 Räder, mehr als 200 Schrottexemplare waren es in der Radl-Stadt Freiburg, wie eine dpa-Umfrage ergab.

In einigen Städten versuchen die Ordnungsämter den Kampf gegen die kaputten Fahrräder daher inzwischen mit Warnaufklebern zu gewinnen: Darauf wird eine Abschlepp-Aktion angekündigt. Bleibt die Banderole am Rad, wird es nach Ablauf einer Frist eingesammelt, verschrottet oder weiterverwertet.

Diese Methode habe sich mancherorts bewährt, sagt René Filippek, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Allerdings können auf diese Weise nur Räder aus dem Verkehr gezogen werden, die eindeutig nicht mehr fahrbereit sind. Weiteres Problem: "Die Banderolen werden manchmal auch als Aufforderung zum Plündern missverstanden", sagt Filippek.

Der Umgang mit Schrotträdern sei für die Kommunen ein großer verwaltungs- und damit personalintensiver Aufwand, heißt es beim Städte- und Gemeindebund.

"Man kann nur an die Leute appellieren, nicht gebrauchte Räder nicht einfach irgendwo abzustellen. Durch solche Unachtsamkeit entstehen ja schließlich Kosten. Das Geld fehlt dann am anderen Ende etwa für sichere Abstellanlagen oder mehr oder bessere Radwege", sagt Timm Fuchs, Beigeordneter für Verkehr bei dem kommunalen Spitzenverband. "Zusätzlich blockieren diese Räder auch Parkplätze für andere."

Parkraum für Räder sei vielfach sowieso schon viel zu knapp, kritisiert auch Ulrike Saade, Fahrradexpertin und Geschäftsführerin der Dienstleistungsagentur Velokonzept. An stark frequentierten Fahrradständern in Bahnhofsnähe oder vor studentischen Einrichtungen müsse daher über eine zeitliche Begrenzung der Parkdauer nachgedacht werden. "Räder, die länger als zwei Wochen dort stehen, könnten dann abgeschleppt werden, ohne dass sie schrottreif sind", sagt Saade.

Dies ist in der Straßenverkehrsordnung bislang nicht vorgesehen. "Insbesondere brauchen wir aber mehr Platz für sicheres Parken, etwa in bewachten Parkhäusern und auf umgewidmeten Autoparkplätzen", sagt Saade. Dort seien auch länger abgestellte Räder gegen Wetter und Vandalismus geschützt und würden erst gar nicht zu schrottreifen Exemplaren.

dpa

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