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Tonnenweise Kokain in Bolivien beschlagnahmt

Kriminalität Tonnenweise Kokain in Bolivien beschlagnahmt

Lastwagen laden in Bolivien Container mit Chemikalien für Erdölbohrungen in Afrika. Darin vermischt stecken mehrere Tonnen Kokain. Die Polizei greift ein.

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Das Kokain war mit Bariumsulfat vermischt, das angeblich bei Erdölbohrungen in Afrika eingesetzt werden sollte. Foto: Felcn

La Paz. Die bolivianische Polizei hat mehrere Tonnen Kokain beschlagnahmt, die in einer Chemikalienladung nach Afrika geschmuggelt werden sollten.

Es seien zwischen sechs und acht Tonnen Kokain in rund 80 Tonnen Bariumsulfat vermischt entdeckt worden, erklärte Innenminister Carlos Romero, wie die Zeitung "Página Siete" am Donnerstag berichtete. Der Marktwert des Kokains wurde auf 640 Millionen Dollar (590 Mio. Euro) geschätzt.

Die vier Container mit der chemischen Substanz sollten auf Lastwagen über Argentinien nach Uruguay transportiert und in Montevideo zur Elfenbeinküste verschifft werden. Von dort aus sollte das Kokain mutmaßlich nach Europa befördert werden. Ein Lastwagen wurde in Santa Cruz de la Sierra von den Behörden angehalten, die anderen drei wurden in Yacuiba, an der Grenze zu Argentinien gestoppt.

In der Elfenbeinküste sollte angeblich das Bariumsulfat bei Erdölbohrungen eingesetzt werden. Ein Bolivianer, der die Exporterlaubnis beantragt hatte, sei festgenommen worden. Der Polizeieinsatz gegen den Drogenschmuggel habe nach einjährigen Ermittlungen bereits vor einer Woche stattgefunden. Die Behörden erklärten nicht, weshalb die Beschlagnahme erst jetzt bekanntgegeben wurde.

Bolivien ist nach Kolumbien und Peru der drittgrößte Kokainproduzent der Welt. In den vergangenen beiden Jahren wurden nach offiziellen Angaben jeweils rund 21 Tonnen der Droge beschlagnahmt. Die Anbaufläche der Koka-Sträucher ist nach dem letzten Jahresbericht der UN-Drogenbehörde UNODC 2014 von 23 000 auf 20 400 Hektar geschrumpft, von denen 12 000 für den lokalen Konsum von Kokablättern legal angepflanzt werden. Die US-Behörden schätzen jedoch den Anbau auf 35 000 Hektar.

dpa

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