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Tote Peggy "höchstwahrscheinlich" gefunden

15 Jahre nach dem Verschwinden Tote Peggy "höchstwahrscheinlich" gefunden

Das Schicksal der verschwundenen Peggy bewegt die Menschen seit 15 Jahren. Nun scheint zumindest klar: Die Neunjährige ist tot. Ein Pilzsammler fand Skelettreste. Vieles ist in dem Fall aber noch unklar.

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Der Fundort der Leiche im Saale-Orla-Kreis liegt nur wenige Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg entfernt.

Quelle: Daniel Karmann

Lichtenberg. Die Ungewissheit über das traurige Schicksal der kleinen Peggy hat 15 Jahre nach deren Verschwinden wohl ein Ende.

 "Höchstwahrscheinlich" stammten Skelettteile, die ein Pilzsammler am Samstag gefunden hatte, von der neunjährigen Schülerin, teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Montag mit. Die Knochen lagen in einem Waldstück in Thüringen etwa 15 Kilometer vom Heimatort des Mädchens im oberfränkischen Lichtenberg entfernt. "Wir halten es für höchstwahrscheinlich, es ist alles schlüssig", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel.

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Der Pressesprecher der Polizeidirektion Hof zeigt am 11.5.2001 Vergleichsstücke des Schulranzens und der Jacke der vermissten neunjährigen Peggy (Archivbild).

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 Allerdings müssten noch die Ergebnisse der DNA-Analyse abgewartet werden. "Es ist noch nicht 100-prozentig gewiss", sagte Potzel. Im Bereich des Fundorts zwischen Rodacherbrunn (Saale-Orla-Kreis) und Nordhalben (Landkreis Kronach) seien auch mehrere Gegenstände sichergestellt worden, die auf die Neunjährige hindeuteten. Zu den Fundstücken wollten die Ermittler keine Einzelheiten mitteilen, da dies die Überführung eines möglichen Täters erschweren könne.

 Am 7. Mai 2001 war Peggy auf ihrem Heimweg von der Schule verschwunden, seitdem fehlte von dem Mädchen jede Spur. Wochenlange Suchaktionen selbst mit Bundeswehr-Tornados blieben ohne Erfolg. Ob das Waldstück, in dem der Pilzsammler jetzt den Fund machte, mit in die Suche einbezogen war, müssen die Ermittler noch klären.

 Nach dem Fund der Knochen durchsuchte die Polizei auch am Montag das Gebiet mit einem Großaufgebot. Der Einsatz mit Hundertschaften sei wegen des unübersichtlichen Geländes und der "Auffindsituation" der Knochen angemessen, erklärte die Polizei. Die Skelettteile seien im Wald an verschiedenen Stellen entdeckt worden; einige waren erst durch Grabungen ans Tageslicht gekommen.

 Viele Details blieben zunächst unbekannt. "Ob es Mord war, können wir nach dem jetzigen Stand nicht sagen", erläuterte Potzel. Neben der Todesursache blieb auch unklar, ob der Fundort zugleich der Todesort ist. Eindeutig jedoch: Es handelt sich um Kinderknochen.

 Die Ermittlungen im Fall Peggy werden nun jedenfalls intensiviert. "Wir ermitteln im Augenblick gegen Unbekannt. Erst die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob wir jemanden als Tatverdächtigen führen müssen", sagte Potzel. Polizeihauptkommissar Jürgen Stadter vom Polizeipräsidium Oberfranken ergänzte, nun stehe die Auswertung zahlreicher Spuren an, die am Fundort gesichert worden seien oder noch gefunden würden. Auch Vernehmungen seien geplant. "Das Ganze dauert sicherlich noch eine Zeit an."

 Zur endgültigen Aufklärung des Falls wurde die seit 2012 agierende Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth am Montag personell und organisatorisch zur "Soko Peggy" erweitert.

 2002 hatten die Ermittler einen geistig behinderten Mann als Tatverdächtigen präsentiert. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht habe, hieß es damals. Der Mann wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt, 2014 jedoch in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

 Zwischenzeitlich waren auch ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale ins Visier der Fahnder geraten, doch diese Spur brachte ebenfalls keinen Durchbruch. Sie gelten nicht mehr als Verdächtige.

 In den vergangenen Jahren gab es zudem eine Reihe von spektakulären Suchaktionen der Polizei, um das Verschwinden der Schülerin doch noch aufzuklären. Mal suchten Taucher in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen, mal durchsuchten Ermittler ein Anwesen in Lichtenberg - sogar im Garten gruben sie. Erfolglos blieb auch eine Grabungsaktion auf dem Lichtenberger Friedhof 2014.

dpa

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