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Tropisches Deutschland: Nach Rekordhitze ziehen Unwetter auf

Wetter Tropisches Deutschland: Nach Rekordhitze ziehen Unwetter auf

Nach Deutschlands Hitzerekord mit bis zu 40,3 Grad und einer Abkühlung zum Wochenanfang kann es schon am Dienstag wieder richtig heiß werden. In weiten Teilen der Republik gewitterte es in der Nacht.

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Eine Gewitterfront mit Blitzen zieht über die Region Hannover hinweg.

Quelle: Julian Stratenschulte

Berlin. Oberleitungsschäden und umgestürzte Bäume führten bei Tausenden Bahnkunden zu Frust.

In Schleswig Holstein wirbelte ein Unwetter auf einem Campingplatz. Zehntausende Blitze gingen alleine über Nordrhein-Westfalen nieder.

"Das heiße Wochenende lässt keine Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf des Sommers zu", erklärte der Meteorologe Helge Tuschy vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Es lag daran, dass außergewöhnlich viel heiße Luft aus Nordafrika nach Deutschland gepumpt wurde. Verlässliche längerfristige Prognosen über den weiteren Sommerverlauf sind laut DWD unmöglich. Nach einer Abkühlung ab der Wochenmitte werde es auch wieder wärmere Phasen geben. "Das Wechselspiel geht erst einmal weiter", sagte der Wetterexperte.

Die teils erheblichen Störungen im Bahnverkehr durch Unwettertief Siegfried dauerten bis weit in den Montag an, etwa auf der wichtigen Ost-West-Verbindung Berlin-Wolfsburg-Hannover. Es kam zu Verspätungen - auch im Ruhrgebiet oder Köln. Auch im Flugverkehr gab es Behinderungen und zahlreiche Umleitungen, betroffen waren Flughäfen wie Berlin-Tegel, Schönefeld, Leipzig oder auch Paderborn.

Zehntausende Blitze gingen am Abend und in der Nacht laut DWD allein über dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen nieder. In Recklinghausen schlug ein Blitz in den Turm einer 150 Jahre alten Kirche ein. Ein anderer traf eine Anlage am Essener Hauptbahnhof, seitdem war der Verkehr zwischen Essen und Duisburg gestört.

In Teilen Niedersachsens wurden Feuerwehren von abgedeckten Dächern und beschädigten Autos auf Trab gehalten. In Schleswig-Holstein wurden Urlauber auf einem Campingplatz in Waabs (Kreis Rendsburg-Eckernförde) aus dem Schlaf gerissen: Zelte flogen davon, mehrere Wohnwagen wurden umgeweht.

Im Berliner Olympiastadion brach Helene Fischer am Sonntagabend wegen eines Unwetters ihr Konzert ein Viertelstunde vor Ende ab. Bei einem Fischer-Konzert am Samstag war ein 25-Jähriger ums Leben gekommen. Ob dessen Tod mit der Hitze zusammenhing, teilte die Polizei allerdings nicht mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Die wegen Hitze gesperrte Reichstagskuppel soll bis Freitag für Wartungsarbeiten der Sonnensegel geschlossen bleiben.

Strände und Seen hatten am bislang heißesten Wochenende des Jahres einen Ansturm erlebt. Bundesweit gab es mindestens 13 Badetote. In Berlin-Neukölln wurde am Sonntag ein Freibad nach einer Massenschlägerei vorzeitig geräumt, rund 6000 Besucher des Columbiabads wurden nach Hause geschickt.

Nach der Abkühlung vom Montag sollten am Abend erneut Gewitter aufziehen. Am Dienstag soll es an den Küsten mit Temperaturen von 27 Grad recht angenehm werden. Bis zu schweißtreibende 37 Grad werden dagegen am Oberrhein erwartet. In der Nacht zum Mittwoch ziehen dann von Westen teils schwere Gewitter über Deutschland hinweg.

Die Höchsttemperaturen reichen am Mittwoch von nur noch 19 Grad an der Nordsee und in höheren Mittelgebirgslagen bis zu 27 Grad im Süden. Auch am Donnerstag bleibt es mit Tageshöchsttemperaturen von 16 Grad im Norden bis zu 25 Grad im Süden vergleichsweise frisch.

Der neue Hitzerekord mit 40,3 Grad war am Sonntag im bayerischen Kitzingen gemessen worden. Es ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

dpa

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