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Unwetterwarnungen aufgehoben - weiter Gewitter möglich

Wetter Unwetterwarnungen aufgehoben - weiter Gewitter möglich

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Donnerstagabend alle Unwetterwarnungen für Deutschland vorerst aufgehoben. Allerdings werde weiterhin vor "markanten Gewittern" in weiten Bereichen Deutschlands gewarnt, teilte der DWD in Offenbach mit.

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Bei dem verheerenden Hochwasser in Niederbayern sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Quelle: dpa

Offenbach. Die Gewitter sollten sich im Laufe der Nacht zwar weiter abschwächen, dennoch sind örtlich unwetterartige Entwicklungen weiterhin nicht ausgeschlossen, wie es vom DWD weiter hieß. Es würden dann entsprechend neue Warnungen herausgegeben.

Einen Tag, nachdem reißende Flutwellen die niederbayerische Region rund um Simbach überschwemmt hatten, wurde am Donnerstag ein weiteres Opfer in der Stadt am Inn geborgen. Mit dem 75-Jährigen erhöht sich die Zahl der Toten in Bayern auf fünf, vier Menschen sind bereits in den vergangenen Tagen in Baden-Württemberg ums Leben gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus. Die Bundesregierung trauere um die Menschen, für die Hilfe zu spät gekommen sei und sie trauere mit den Angehörigen, sagte Merkel in Berlin.

Auch Frankreich ist von Unwettern betroffen: Kunstwerke im weltberühmten Pariser Louvre müssen vor dem Hochwasser der Seine in Sicherheit gebracht werden. Dafür bleibt das Museum am Freitag geschlossen, wie die Direktion ankündigte. Zudem sei ein Krisenstab eingerichtet worden. Kunstwerke sollen in höher gelegene Stockwerke der ehemaligen Residenz französischer Könige gebracht werden.

Bis in die nächste Woche seien in Deutschland Schauer und Gewitter zu erwarten, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD). "Tief "Friederike" wird uns auch in den nächsten Tagen beschäftigen." Es werde zwar schwächer, bewege sich aber nur wenig und bringe weiter feuchtwarme Luft, die zu Schauern und Gewittern neige. "In der Atmosphäre ist kaum Bewegung", sagte Trippler. Das Unwetterpotenzial vor allem für Starkregen bleibe erhöht, weil entstehende Gewitterzellen ohne Antrieb nur langsam ziehen.

In Nordrhein-westfalen drohte der kleine Fluss Issel über die Ufer zu treten und einen Teil des Stadtkerns von Isselburg zu überfluten. 15 000 Sandsäcke sollen helfen, die Dämme zu sichern, teilte die Stadt am Donnerstag mit.

Auch in Rheinland-Pfalz mussten nach heftigem Regen Keller ausgepumpt werden. In Altenahr (Kreis Ahrweiler) rettete die Polizei zahlreiche Camper mit dem Hubschrauber - teils von den Dächern ihrer Wohnwagen - nachdem die Ahr über die Ufer getreten und die Zeltplätze geflutet hatte. In Müsch holten Feuerwehrleute zwei Männer vom Dach ihres Lastwagens, der im tiefen Wasser auf einer Straße nicht weiterkam.

Für die schwer betroffenen Gebiete in Bayern versprach Finanzminister Markus Söder (CSU) Soforthilfe. "Ähnlich wie beim Hochwasser 2013 werden wir 1500 Euro zur Verfügung stellen", sagte er. Das Warnsystem müsse verbessert werden. "Das Ganze kam so überfallartig, da ist mit Hochwasserschutz nichts zu machen", erklärte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Man werde unbürokratisch helfen. Zerstörte Straßen, Brücken und Schienenstrecken sollten laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden.

Viele Menschen sind noch in Sorge, weil sie Angehörige nicht erreichen können. Taucher suchten im überfluteten Gebiet nach weiteren möglichen Opfern. Das Technische Hilfswerk war noch am Morgen damit beschäftigt, Personen zu retten, die in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen waren. Hunderte Kinder hatten zuvor stundenlang in ihren Schulen ausharren müssen, weil sie vom Wasser eingeschlossen waren.

Am Donnerstag versuchten Rettungskräfte, Bewohner und freiwillige Helfer, Häuser und Straßen von Schlamm und Treibgut zu befreien sowie die Stromversorgung in den Ortschaften wiederherzustellen. Noch am Donnerstag waren etwa 3500 Haushalte in Niederbayern ohne Strom. Die Polizei warnte Autofahrer davor, die gesperrten Straßen im Hochwassergebiet zu nutzen. Viele Straßen seien völlig unterspült, auch Brücken und Überführungen seien einsturzgefährdet.

dpa

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