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Urteil im "Maskenmann"-Prozess steht bevor

Prozesse Urteil im "Maskenmann"-Prozess steht bevor

Der Kriminalfall des "Maskenmannes" blähte sich schnell zu einem Mammutprozess auf. Auch nach einem Jahr Verhandlung gibt es nur Indizien und keinen klaren Beweis.

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Kartons mit Ermittlungsakten im Storkower Entführungsfall im Polizeipräsidium in Potsdam.

Quelle: Bernd Settnik/Archiv

Frankfurt (Oder). Der 47 Jahre alte Angeklagte, der Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen haben soll, bestreitet die Taten. Aber es waren vor allem die umstrittene Arbeit der Ermittler und zuletzt Spekulationen um einen möglichen weiteren Verdächtigen, um die sich der Prozess drehte. Heute soll am Landgericht Frankfurt (Oder) das Urteil gesprochen werden.

Worum geht es im "Maskenmann"-Prozess?

Ein Maskierter schlägt 2011 eine Unternehmergattin vor ihrer Villa in Bad Saarow (Oder-Spree) nieder. Monate später wird auf ihre Tochter geschossen. Ein Wachmann schützt die junge Frau und wird getroffen. Er sitzt seither im Rollstuhl. 2012 wird unweit des ersten Tatortes ein Banker auf eine Schilfinsel entführt. Der Täter fordert Lösegeld. Das Opfer kann sich befreien und fliehen. Bei allen Taten trägt der Täter eine Art Imkermaske - daher kommt die Bezeichnung "Maskenmann".

Wer ist angeklagt?

Ein früherer Dachdecker aus Berlin, der bereits wegen anderer Delikte im Gefängnis saß. Er hatte in der Region laut Urteil unter anderem Yachten angezündet. Der 47-Jährige - kurze Haare, Brille, wacher Blick - schweigt. Er sei der Falsche, lässt er zu Prozessbeginn lediglich über seine Anwälte erklären.

Wie lauten die Plädoyers?

Die Staatsanwaltschaft fordert unter anderem wegen versuchten Mordes und versuchten Totschlags eine lebenslange Haft, die Nebenklage zudem noch Sicherungsverwahrung. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass der Angeklagte einen "Hass auf Reiche" hatte. Die Verteidigung verlangt Freispruch.

Warum erregte der Prozess so viel Aufsehen?

Polizisten und eine Kriminologin zweifelten an der Darstellung des Entführungsopfers. Als Zeugen berichteten Polizeibeamte, dass sie nicht in alle Richtungen - etwa einer fingierten Entführung - hätten ermitteln dürfen. Der damalige Polizeipräsident geriet unter Druck. Die Verteidiger kritisierten zudem, dass der Spur eines anderen möglichen Verdächtigen nicht nachgegangen und der Verdacht vorschnell zu den Akten gelegt worden sei.

dpa

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