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"Viagra für Frauen" steht vor Zulassung in den USA

Medizin "Viagra für Frauen" steht vor Zulassung in den USA

Das auch "Viagra für Frauen" genannte Präparat Flibanserin hat die wichtigste Hürde vor der Zulassung in den USA genommen. Ein Ausschuss der Arzneibehörde FDA bei Washington stimmte mit 18 zu 6 Stimmen dafür, die Tablette zuzulassen.

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Sexuelle Gefühlskälte ist ein Problem für Millionen Frauen.

Quelle: Christoph Driessen/Archiv- und Symbolbild

New York. Die rosa Pille wirkt allerdings im Gegensatz zu Viagra weniger auf den Körper als vielmehr auf die Psyche. Sie soll Frauen helfen, die über Unlust an Sex klagen. Die Zulassung zieht sich seit Jahren hin - begleitet von politischen und gesellschaftlichen Kontroversen.

Ob Flibanserin eine ähnliche Wirkung auf die Gesellschaft haben wird wie vor fast zwei Jahrzehnten Viagra, ist ungewiss. Denn bei krankheitsbedingten Problemen kann das Präparat nicht helfen. Flibanserin beeinflusst im Gehirn unter anderem die Botenstoffe Dopamin und Serotonin und soll die Libido von Frauen anregen. Die rosa Pille muss aber jeden Abend eingenommen werden - egal, ob Sex geplant ist oder nicht.

Der FDA-Ausschuss betonte, dass vor einer endgültigen Zulassung mögliche Nebenwirkungen weiter untersucht werden sollten. Die "New York Times" nennt als Beispiele niedrigen Blutdruck, Übelkeit, Schwindel und Ohnmachtsanfälle.

Was beunruhigend klingt, ist in der Liste der Nebenwirkungen vieler Medikamente üblich, auch wenn es nur selten oder sehr selten vorkommt. Die FDA will geklärt wissen, dass es sich auch bei Flibanserin nur um seltene Nebenwirkungen handelt.

Frigidität oder sexuelle Gefühlskälte ist ein Problem für Millionen Frauen: Sie haben keine Lust auf Sex und empfinden keinen Spaß am Geschlechtsverkehr. Die Störung der Libido ist eine Belastung für viele Beziehungen, die oft psychotherapeutisch behandelt wird.

Flibanserin wurde ursprünglich vom deutschen Hersteller Boehringer Ingelheim entwickelt - als Mittel gegen Depressionen. Die luststeigernde Wirkung wurde erst später bekannt. Nach einem negativen FDA-Bericht gaben die Rheinland-Pfälzer das Projekt 2010 auf. Sprout Pharmaceuticals aus Raleigh, North Carolina, übernahm die Forschung, scheiterte aber 2013 ebenfalls an der US-Behörde.

Darauf gab es heftige Kontroversen zwischen Frauenrechtsgruppen. Die einen warfen der FDA Sexismus vor, weil sie Viagra zugelassen habe, nicht aber Flibanserin. Andere Gruppen behaupteten, das Unternehmen missbrauche die Aktivistinnen, um ein noch nicht als sicher bewiesenes Präparat durchzudrücken.

Mangelnde Lust auf Sex ist nach Angaben von Experten weit verbreitet. "Man muss davon ausgehen, dass 30 bis 40 Prozent der Frauen davon betroffen sind", sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum Frauen keine Lust mehr auf Sex haben." Dazu gehörten Stress, Überlastung, Gewohnheit und körperliche Leiden.

Der Arzt geht davon aus, dass das Medikament nur für einen kleinen Teil der betroffenen Frauen infrage kommt - weniger als zehn Prozent. Da die Zulassung in den USA noch aussteht, ist nicht abzuschätzen, ob und wann Flibanserin auch nach Deutschland kommt. Die deutschen und europäischen Zulassungsbehörden haben nach eigenen Angaben bislang noch keine entsprechenden Anträge bekommen.

dpa

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