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Wohl bekomm's: Ist Bier bekömmlich?

MAZ-Kolumne Wohl bekomm's: Ist Bier bekömmlich?

Für viele Männer ist das überhaupt keine Frage: Ist Bier bekömmlich? Eine Allgäuer Brauerei wirbt mit diesem Prädikat für ihre Biere. Der Verband Sozialer Wettbewerb will dies jedoch verbieten lassen. MAZ-Kolumnist Markus "max" Schünemann bricht eine Lanze für das beliebte Hopfengetränk.

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Quelle: dpa

Mit Oma Dorothea verhielt es sich so: Oma leerte  immer vor dem Zubettgehen eine halbe Flasche Bier. Und dann hat Oma geschlafen wie ein Baby. Oma meinte, Bier sei ein prima Schlafmittel, und wenn sie nach dem Bier noch hätte sprechen wollen, dann hätte sie  gesagt: „Meiner Treu, wat ist dat Zeuch ­bekömmlich!“

Irgendwann war Oma tot, aber niemand in der Familie kam auf die Idee, es könnte daran gelegen haben, dass das Bier nicht so bekömmlich gewesen wäre. Mit Bier wurde Oma 89 Jahre alt.

Trotzdem darf vielleicht die Allgäuer Brauerei Clemens Härle  ihre Biere nicht mehr als „bekömmlich“ bezeichnen. Der Verband Sozialer Wettbewerb will es  verbieten lassen. Weil „bekömmlich" eine „gesundheitsbezogene Angabe“ sei – und die sei bei alkoholischen Getränken nicht erlaubt. Unter Berufung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das Winzern untersagt,  Weine als „bekömmlich“ zu bewerben, erwirkte der Verband  eine einstweilige Verfügung. Das Landgericht Ravensburg entscheidet am Dienstag.   

Wichtig dabei: Anders als Wein enthält Bier keine  Säure – dafür aber Hopfen. Und schon Oma Dorothea wusste, dass der Hopfen doch sehr bekömmlich ist. Er  lindert Leber- und Gallenbeschwerden. Seine Inhaltsstoffe greifen  zudem an verschiedenen Andockstellen im Körper an, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Wissenschaftler vermuten, dass  Hopfen ähnlich wirkt  wie das körpereigene Hormon Melatonin. Er verbessert also den Schlaf. Und er beruhigt die Nerven. 

Oma hätte eine Zeugin für Clemens Härle sein können. Bestimmt hätte sie den Klägern ein halbes Bier angeboten. max

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