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Zerstörerische Brände in Spanien und Portugal

Brände Zerstörerische Brände in Spanien und Portugal

In Spanien und Portugal wüten mehrere Brände. Vor allem auf der Ferieninsel Madeira ist die Lage besorgniserregend. In der Hauptstadt Funchal sind verkohlte Hausreste zu sehen.

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Gespenstische Kulisse: Rund um die Stadt Funchal auf der Atlantikinsel Madeira lodern Waldbrände. Foto: Gregório Cunha

Funchal. Die verheerenden Waldbrände auf Madeira haben in dem Urlaubs- und Naturparadies eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Bisher seien unter anderem in der Hauptstadt Funchal rund 150 Häuser niedergebrannt, teilte die Regionalregierung in der Nacht zum Donnerstag mit.

Auf der zu Portugal gehörenden Atlantikinsel wüteten drei Feuer, darunter eines in unmittelbarer Nähe der Altstadt von Funchal. Drei Bewohner eines Außenbezirks der Hauptstadt waren am Dienstagabend in den Flammen ums Leben gekommen. Auch in der spanischen Region Galicien kämpften Feuerwehren gegen Brände.

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Anwohner bekämpfen mit einfachsten Mitteln den Waldbrand im spanischen Dorf Soutomayor bei Pontevedra. Foto: Oscar Corral

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Der in Funchal geborene Fußballstar Cristiano Ronaldo will nach einem Bericht des TV-Senders "SIC Noticias" seiner Heimatinsel finanzielle Hilfe zur Beseitigung der Schäden zukommen lassen. Um wie viel Geld es geht, wurde vorerst nicht bekannt. Die Behörden wollten die Höhe der Schäden noch nicht einschätzen. Neben großen Waldflächen und den 150 Häusern wurden auch Fabriken, ein Einkaufszentrum und ein traditionsreiches Hotel in einem Vorort Funchals stark in Mitleidenschaft gezogen.

Etwa 400 von den Evakuierungsaktionen in Funchal betroffene Bewohner mussten den amtlichen Angaben zufolge eine zweite Nacht in einer Militärkaserne verbringen. Die mehr als 300 Touristen, die im Fußballstadion des Clubs Marítimo untergebracht worden waren, wurden schon am Mittwoch in Hotels umquartiert. Ein 23-Jähriger wird verdächtigt, eines der drei Feuer absichtlich gelegt zu haben. Der vorbestrafte Mann war am Mittwoch in Untersuchungshaft gekommen. 

Zwei Hundertschaften der Feuerwehr bekämpften am Donnerstag die Flammen. Mehr als 100 Einsatzkräfte aus Lissabon unterstützten die örtlichen Teams. Die Trupps hätten am Donnerstag Schneisen im Wald unweit von Funchal geschlagen, um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern, berichteten Medien. Löschflugzeuge können nach Angaben von Experten auf Madeira nicht eingesetzt werden. Starke Winde, extreme Trockenheit und für Madeira sehr ungewöhnliche Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius sowie die starke Rauchentwicklung erschwerten die Löscharbeiten.

Auch auf dem portugiesischen Festland loderten am Donnerstag Dutzende Waldbrände. Der Zivilschutz sprach von einem "der schlimmsten Sommer der vergangenen Jahre". Vor allem der Norden war betroffen. Insgesamt waren landesweit nach Medienberichten mehr als 5000 Feuerwehrleute im Einsatz. Portugal bat inzwischen die Europäische Union um Hilfe. Die EU schickte zunächst ein von Italien betriebenes Löschflugzeug, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte.

In den ersten neun Tagen des August seien in Portugal 25 000 Hektar Land verbrannt - mehr als etwa im Gesamtjahr 2014, berichtete die Zeitung "Diario de Noticias" unter Berufung auf das Institut für die Erhaltung der Natur und der Wälder.

Nicht nur in Portugal bereiteten Brände große Sorgen: In der spanischen Region Galicien wurden am Donnerstag nach Behördenangaben sieben größere Feuer gezählt, die in den vergangenen Tagen bereits rund 2000 Hektar Fläche zerstört hätten. Die Flammen bedrohten viele Ortschaften und näherten sich dem Wallfahrtsort Santiago de Compostela, berichtete der Fernsehsender RTVE unter Berufung auf Feuerwehrsprecher.

Auf der Kanareninsel La Palma, wo ein Deutscher vorige Woche einen verheerenden Waldbrand mit dem Verbrennen von Klopapier verursacht hatte, ist die Lage dagegen unter Kontrolle. Auf La Palma wurden 4800 Hektar Pinienwald vernichtet - eine Fläche, die fast doppelt so groß ist wie die Nordseeinsel Norderney. Dem Deutschen droht wegen "grober Fahrlässigkeit" eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. 

Im Süden Frankreichs richteten Brände rings um die Großstadt Marseille großen Schaden an. Mehr als 3300 Hektar Land wurden zerstört, wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte. Vier Feuerwehrleute verletzten sich, drei davon schwer, hieß es weiter. In der nahe Marseille gelegenen Kleinstadt Vitrolles durften die Anwohner am Morgen wieder in ihre Häuser zurückkehren, nachdem sie am Abend vor dem Feuer in Sicherheit gebracht worden waren.

Auf Sardinien standen an mehreren Orten Buschland und Wald in Flammen. Die Feuerwehr war mit Löschflugzeugen und Helikoptern im Einsatz. In Griechenland dagegen entspannte sich die Lage.

dpa

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