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26 Uraufführungen in drei Tagen

Festival Intersonanzen in Potsdam 26 Uraufführungen in drei Tagen

Zum 15. Mal findet das Brandenburgische Fest der Neuen Musik in Potsdam statt. In der Region leben viele bedeutende Komponisten wie Gisbert Näther, Péter Köszeghy und Hermann Keller. Sie stellen 26 Uraufführungen vor. Das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus sorgt für den voluminösen Klang. Sind dabei Misstöne zu erwarten?

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Evan Christ leitet das Cottbuser Orcherster.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Zeitgenössische Kompositionen für großes Orchester – bei einer solchen Ankündigung winken sogar viele Musikfreunde entschieden ab und schlagen um den Konzertsaal einen großen Bogen. Hat die Neue Musik wirklich nur atonale Geräusche für Intellektuelle im Gepäck? Sind Orchesterwerke der Gegenwart nichts als angestrengte, schmerzhafte Kopfgeburten? Das Festival Intersonanzen bietet von Freitag bis Sonntag in Potsdam die seltene Gelegenheit, das weit verbreitete Vorurteil zu überprüfen.

Besonders stichhaltig wird das am 3. Oktober möglich sein, wenn das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus unter Leitung von Evan Christ zwölf Uraufführungen zu Gehör bringt. In den Miniaturen, von denen keine länger als fünf Minuten dauert, werden Komponisten aus Brandenburg und Berlin zum Ausdruck bringen, welche Wohl- oder Missklänge sie mit „25 Jahre Deutsche Einheit“ verbinden. Ihre Auftragsarbeiten entstanden ohne Honorar, für das Kopieren der jeweils mehr als 60 Orchesterstimmen gibt es gerade einmal 50 Euro Unkostenzuschuss. Péter Köszeghy nennt sein Werk „BrD GmBH für großes Orchester“, Hermann Keller „Zerreißt die unsichtbaren Ketten“. Der bekannte Potsdamer Komponist Gisbert Näther bedauert, an diesem Konzertabend kein eigenes Werk am Start zu haben. „Ich habe es zeitlich einfach nicht geschafft, da ich mich diesmal gemeinsam mit Bringfried Löffler um die Organisation des Festivals kümmere.“ Aber dem Duo Brilling & Mahnken schrieb Näther ein neues Stück für Gitarre und Akkordeon auf den Leib, eine von weiteren 14 Uraufführungen.

Wer tritt auf?

Freitag, 2. Oktober 17.30 Uhr Eröffnung. 18 Uhr Ensemble Quillo. 20 Uhr Claudia Stein und Tamara Stefanovich (Flöte, Klavier), 22 Uhr KAPmodern Ensemble. Ort: Treffpunkt Freizeit, Am Neuen Garten 64, Potsdam.

Samstag, 3. Oktober 17 Uhr Duo Brilling & Mahnken (Gitarre, Akkordeon). 19.30 Uhr Philharmonisches Orchester Cottbus. Ort: fabrik, Schiffbauergasse 10, Potsdam.

Sonntag, 4. Oktober 16 Uhr Opernwerkstatt. 18 Uhr Duo „Im Goldrausch“ (Klarientte, Akkordeon). 20 Uhr Fathom String Trio (Bratsche, Violoncello, Kontrabass), Ort: Potsdam Museum , Am Alten Markt 9, Potsdam.

„Wir schätzen uns sehr glücklich, dass uns in diesem Jahr ein großes Orchester unterstützt“, betont Näther. Die Cottbuser seien der Neuen Musik gegenüber besonders aufgeschlossen. Jedes ihrer Sinfoniekonzerte präsentiert auch die Uraufführung einer Auftragsarbeit. Der voluminöse Klangkörper wird während der drei Tage von einigen Duos und Trios umrahmt. Ein Schwerpunkt liegt auf den Instrumenten Querflöte und Akkordeon.

Wenn man vom Enthusiasmus der Veranstalter auf die Tonkunst schließen kann, dann müssten sich alle Aufführungen durch Beherztheit auszeichnen. Bach und Beethoven klangen auch einmal ungewohnt und neu. Bereits in den vergangenen Jahren brachte das Festival eine Vielfalt von Klangbildern ans Licht, die sich auch mit herkömmlichen akustischen Instrumenten erzeugen lassen.

Von Karim Saab

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