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3000 Euro-Spende gegen Nazi-Umtriebe

Hans-Otto-Theater 3000 Euro-Spende gegen Nazi-Umtriebe

Lea Rosh engagiert sich seit vielen Jahren für das Potsdamer Theater. Nun hat die Berliner Aktivistin die Storkower Unternehmer Harald und Rainer Opolka dafür gewinnen können, dass das Dokumentartheaterstück „Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen“ am Potsdamer Hans-Otto-Theater noch einmal aufgeführt wird. Was treibt diese Frau?

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Lea Rosh

Quelle: FOTO: dpa

Potsdam. Rührig und rührend setzt sich Lea Rosh seit vielen Jahren für das Potsdamer Hans-Otto-Theater (HOT) ein. Die bekannte Fernsehjournalistin steht einem Förderkreis vor, der 120 Mitglieder zählt. Etwa die Hälfte davon stammen aus ihrer Westberliner Klientel, berichtet die Aufarbeitungsaktivistin mit SPD-Parteibuch am Mittwoch in Potsdam.

Gemeinsam mit der Autorin Renate Kreibich-Fischer und dem Regisseur Clemens Bechtel entwickelte Lea Rosh ein Dokumentar-theater-Format, bei dem Zeitzeugen ihr Schicksal auf der Bühne selbst erzählen. Legendär wurde 2008 die Inszenierung „Staats-Sicherheiten“. Mehrere Nachfolge-Projekte konnten den großen Erfolg nicht wiederholen.

2013 brachte der Freundeskreis eine Aufführung über den „rassistischen und rechtsextremen Alltag in Deutschland“ heraus. Titel: „Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen“. Neun Protagonisten, darunter ein Aussteiger aus der rechten Szene, eine Afrodeutsche und eine „Politputze“, die Nazischmiererein entfernt, berichten darin über ihre Erfahrungen. Die Inszenierung verstand sich auch als Reaktion auf die Blindheit der deutschen Behörden gegenüber der NSU-Mordserie. „Das Stück hat an Brisanz nichts eingebüßt“, beteuert Lea Rosh und verweist auf den Prozess gegen Beate Zschäpe und auf die Wahlsiege rechtsextremer Parteien in Polen und Frankreich. Um die Zeitzeugen noch ein letztes Mal auf der Bühne zu versammeln, musste sie eine 3000 Euro-Spende aufbringen. Ein Anruf bei den Zwillingsbrüder Harald und Rainer Opolka genügte. Die „Taschenlampen-Millionäre“ aus Storkow hätten wiederholt couragiert der NPD die Stirn geboten, berichtet Rosh.

Nun dürfte es kaum Rechtsextreme geben, die sich ins HOT verirren. Wen möchte Lea Rosh mit der argumentierenden Bühnenarbeit erreichen? Gleichgesinnte? „Wir hoffen auf möglichst viele Schüler, denn die informieren sich in ihren Medien meist über andere Dinge“, antwortet die agile Dame. Dass sie im nächsten Oktober 80 wird, ist kaum zu glauben. Als Lea Rosh in den 1990ern das Stelenfeld für die ermordeten Juden Europas in Berlin als zentrales Denkmal durchsetzte, war sie bereits Pensionärin. Auch hier agiert sie als Gründungsvorsitzende eines Förderkreises, dem sie weiterhin vorsteht. Außerdem veranstaltet die ehemalige NDR-Funkhaus-Chefin in Berlin einen monatlichen Salon, in dem sie Prominente aus Politik und Kultur interviewt.

„Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen“ 14. Dez., 18 Uhr. Reithalle, Schiffbauergasse Potsdam. Karten: 0331/ 98110.

 

Von Karim Saab

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