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Kultur A-ha liefern kraftlosen Kitsch in Berlin
Nachrichten Kultur A-ha liefern kraftlosen Kitsch in Berlin
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14:11 14.04.2016
A-ha haben am Mittwoch in der Mercedes-Benz-Arena ihr Berliner Comeback gegeben. Quelle: dpa-Zentralbild
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Berlin

Auch mit 56 Jahren wirkt Morten Harket noch wie Ken, der putzige Freund der Barbie-Puppe. Der Sänger von A-ha ist schlank, durchtrainiert und hat Grübchen im Gesicht. Seine Haut wirkt so glattpoliert wie in der Werbung für irgendeinen Pflege- und Wellness-Firlefanz. Er schaut die Fans mit demselben Posterboy-Blick an, wie er es in den 80ern auf diversen „Bravo“-Starschnitten tat. Nur die Brille ist neu. Sie macht, dass der Schöne auch schlau aussieht.

Morten Harket wirkt glatt poliert – und schmettert eine Synthie-Pop-Nummer aus den 80ern nach der anderen. Quelle: dpa-Zentralbild

Wirklich clever ist das, was das norwegische Pop-Trio am Mittwochabend in der Mercedes-Benz-Arena bieten, aber nicht. Die neue Single „Cast in Steel“ ist eine völlig verhunzte Kitschnummer, dessen Refrain irgendwie an Schlagerstern Andrea Berg erinnert. Ansonsten ist die Setlist vollgepackt mit Synthie-Pop-Nummern aus den 80ern. A-ha machen leider weitgehend einen Bogen um die unpeinlich schönen Popsongs aus den 2000er-Jahren, etwa „Summer Moved On“ und „The Sun Never Shone that Day“. Dagegen spielt das um einige Gastmusiker verstärkte Trio alleine aus den ersten beiden Alben „Hunting High and Low“ und „Scoundrel Days“ an die zehn Songs. Abgesehen von den angenehm rockig interpretierten Klassikern wie „The Sun Always Shines on TV“ und „I’ve been Losing You“ dudeln die Stücke unambitioniert vor sich hin. Was einst schön süß schmeckte, wirkt heute überzuckert. Und wenn mal ein Song, wie etwa das von einem Bassgewitter angetriebene „Mother Nature Goes To Heaven“, aus dem Rahmen zu fallen droht, ruckelt ihn der klebrige Refrain wieder zurecht. Harkets Falsettgesang kärchert spätestens im Refrain jeden Versuch, etwas rauer zu klingen, aus dem Song. Sauber und glatt wie frischgeputzter Autolack.

Inspiriert wirkt hier nur das Bühnenbild. Quelle: dpa-Zentralbild

Die 11.500 Zuschauer kommen schwer in Schwung. Wie auch, stehen die drei nach der Band-Auflösung von 2010 wiedervereinten Popstars doch wie angeklebt auf der Bühne herum. Auch der Frontmann wirkt kraftlos, die kurzen Ansagen klingen so inspiriert wie die Bauanleitung für einen Wandschrank. Erst am Ende beim Megahit „Take On Me“ gedeiht A-ha der Abend zum gefühlten Heimspiel. Die Fans tanzen wie früher und versuchen beim Mitsingen die Höhe von Morten Harkets Falsettstimme zu erreichen.

Von Maurice Wojach

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