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Ab heute Werbung im Kino für Cannabis

Deutscher Hanfverband fordert Legalisierung Ab heute Werbung im Kino für Cannabis

Cannabis ist in Deutschland noch immer verboten. Doch in deutschen Kinos, darunter auch in Potsdam, Wildau und Cottbus, wird ab heute für die Legalisierung von Cannabis geworben. Das Fernsehen will die drei Spots, hinter denen der Deutsche Hanfverband steht, nicht ausstrahlen.

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Ausschnitt aus dem 1. Hanf-Werbespot.

Quelle: Screenshot bei hanfverband.de

Berlin. Die Tarnung ist perfekt: Der Werbespot für Hanf beginnt wie jede beliebige Arzneireklame. Ein freundlicher Apotheker spricht auf eine sorgenvolle, adrette ältere Dame ein. Doch er preist keine Pillen an, er wehrt ab: „Das darf ich Ihnen nicht verkaufen.“ Die Dame enttäuscht: „Aber es ist das einzige Medikament, das wirkt.“ Es geht um das Cannabis-Präparat Dronabinol. Sie wird von einem Mittelsmann in eine dunkle Tiefgarage geführt. Dort gehen drei dunkle Gestalten bedrohlich auf sie zu. Der Bildschirm wird dunkel. „Sicherheit statt Kriminalisierung“, sagt die deutsche Synchronstimme von Bruce Willis.

So geht der erste deutsche Werbespot für Hanf – genauer: für die Legalisierung von Cannabis. Er wird nach Angaben des Deutschen Hanfverbandes ab heute in 243 Kinos in 125 Städten gezeigt, auch in Potsdam. Eine Million Euro hat Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband in der Pro-Sieben-Show „Millionärswahl“ im Januar gewonnen. Knapp die Hälfte hat die Cannabis-Lobby nun für die Spots ausgegeben. Im Fernsehen – dorther stammt immerhin das Geld – dürfen sie nicht laufen. Die Sender berufen sich auf den Rundfunkstaatsvertrag, der politische Werbung verbietet.

Auch im Kino hatte Wurth es nicht ganz einfach, die Spots zu platzieren: Nur der Apotheken-Clip hat eine Freigabe ab zwölf Jahren, die anderen beiden sind erst ab 16 zugelassen, vermutlich, weil dort auch wirklich Hanf zu sehen ist. Eine Gruppe junger, adretter Menschen sitzt kichernd im Lokal. Schlägertypen pöbeln sie an, dann sind Polizeisirenen zu hören. Die Beamten aber beschlagnahmen Gras-Beutelchen und Kekse der Harmlosen und lassen die Fiesen ziehen.

Im dritten Spot präsentiert ein grotesk überzeichneter nahöstlicher Terror-Fürst und Hanfgroßhändler seine Geheimwaffe – den Lobbyisten, der gegen die Freigabe von Cannabis kämpft. Nüchtern sind die Spots kaum zu ertragen, doch auch den Kifferhumor sprechen sie nicht an. Von Selbstironie keine Spur – dafür sind Wurth und seine Hanflobby auch viel zu ernsthaft bei der Sache. Mit ihren drei Spots machen sie auf dicke Hose, doch aus einer halben Million Euro hätte man mehr herausholen müssen: Einen richtig guten Spot, der im Gedächtnis bleibt.

Die beste Werbung aber läuft für Wurth kostenlos in Berlins Görlitzer Park, jeden Tag ist dort die Sinnlosigkeit der Polizeiarbeit zu sehen. „Die deutsche Drogenpolitik ist gescheitert“, sagt Wurth. Ganz nüchtern, wie immer.

Von Jan Sternberg

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Tausende haben in Berlin auf der Hanfparade die Legalisierung von Cannabis gefordert. Nach ersten Angaben der Veranstalter kamen etwa 6000 Menschen, etwa so viele wie im vergangenen Jahr. Die Organisatoren waren trotzdem unzufrieden: Es seien wieder nur die Leute da gewesen, "die immer kommen".

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