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Kultur Mamma Mia: Abba-Comeback nach 35 Jahren
Nachrichten Kultur Mamma Mia: Abba-Comeback nach 35 Jahren
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22:54 27.04.2018
Die schwedische Popgruppe Abba gibt ihr Comeback. Quelle: dpa
Hannover

Werft die Windmaschinen an, entstaubt die Discokugel, holt die Schlaghosen aus dem Keller und stellt Käseigel und Zigarettenspender bereit: ABBA ist wieder da. Jedenfalls ein bisschen. Das größte schwedische Pop-Quartett aller Zeiten elektrisierte die Welt gestern mit einer Nachricht, die Redaktionen in aller Welt um 13.50 Uhr zu schnappatmenden Eilmeldungen inspirierte, die die historische Annäherung von Nord- und Südkorea für kurze Zeit in den Schatten stellten: „ABBA wiedervereinigt!“. Das ist ein klein wenig übertrieben. Aber was war bitte jemals nicht übertrieben am quietschbunten Zirkus rund um Agnetha Fältskog (68), Benny Andersson (71), Björn Ulvaeus (73) und Anni-Frid „Frida“ Lyngstad (72)?

Fest steht: Sie waren gemeinsam im Studio. Sie haben neue Lieder geschrieben. Und sie haben das Studio körperlich und seelisch unverletzt verlassen. Das beflügelt selbstverständlich die Phantasien jener Fans, die früher angesichts von Agnethas hautengen Glitzerbodys weiche Knie bekamen, von einer echten Wiedervereinigung samt Tour und neuem Album. „Es war, als habe die Zeit stillgestanden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Vier – „und wir waren nur für einen kurzen Urlaub weg“.

36 Jahre nach dem Bruch der Band weiß das ergraute Glitzerquartett eben immer noch ziemlich genau, wie das funktioniert mit dem Windmachen. Seit zwei Jahren arbeitete die zwischenzeitlich zerstrittene und ausgelaugte Band am „ABBA Avatar Project“. Gemeinsam mit „Spice Girls“-Macher und „Pop Idol“-Erfinder Simon Fuller wollte man ABBA als virtuelle Avatar-Fiuguren in einer spektakulären Show zu digitalem Leben erwecken. Und bei der Arbeit sei dann überraschend die alte Liebe zum Musizieren erwacht. „Wir fühlten, dass es Spaß machen könnte, unsere Kräfte wieder zu vereinen.“ Das Ergebnis: zwei nagelneue ABBA-Songs. Einer davon heißt „I Still Have Faith In You“ – er soll im Dezember in einem Fernsehspecial des US-Senders NBC und der britischen BBC zu sehen sein. „Wir mögen alt sein, aber das Lied ist neu, und das fühlt sich gut an.“ Zu hören ist noch nichts.

So ehrlich muss man sein: Im Grunde ist es natürlich eine kreative Bankrotterklärung, eine tote Band als Avatare auf Tour zu schicken. Kaum mehr als ein Zuckerle für zahlungskräftige Nostalgiker – zynisches Zombie-Entertainment. Aber die Marke ABBA ist kraftvoll genug, derlei Klimbim auszuhalten. Sie lässt sich seit Jahrzehnten mit Best-of-Alben, dem Musical und Hollywoodhit „Mamma mia!“ oder im ABBA-Museum in Stockholm erfolgreich melken und besteht ohnehin zu 90 Prozent aus nostalgischer Sehnsucht nach besseren Zeiten. Nach einem kräftigen Schuss „Hach war das schön!“. Niemand würde von Benny Andersson und Björn Ulvaeus ernsthaft die Neuerfindung des zeitgenössischen Pop erwarten. Andersson saß zuletzt beim Deutschen Radiopreis in Hamburg am Klavier und sang für Geld „Thank You For The Music“.

Aber die Beatles sind zur Hälfte tot. Zwischen Liam und Noel Gallagher ist der Ofen aus. Und Dieter Bohlen und Thomas Anders haben – wofür dem Popgott zu danken ist – auch kein Interesse am nächsten Comeback von Modern Talking. Die vier ABBA-Mitglieder dagegen sind erstens lebendig, zweitens nicht final zerstritten und drittens im Juni 2016 auf einer privaten Party im Hotel Berns in Stockholm mit dem Lied „The Way Old Friends Do“ schon mal wieder gemeinsam aufgetreten. Von Tourplänen ist aktuell freilich noch keine Rede.

Im Jahr 2000 war ein US-Konsortium angeblich bereit, eine Milliarde Dollar für 100 Livekonzerte zu bezahlen – sie lehnten ab. Comeback-Gerüchte gab es viele. So viele, dass die Fragen nervten. 2013 sagte Björn Ulvaeus in der Show „Wetten, dass..?“: „Ich möchte, dass die Leute uns als die junge, dynamische Gruppe in Erinnerung behalten, die wir einmal waren.“

Und die Erinnerung sitzt tief. An dieses ballonseidene Doppelpaar, das da 1974 den plüschigen Grand Prix Eurovision de la Chanson im englischen Seebad Brighton aufmischte und aussah wie ein Unfall in der Kostümfabrik. „Waterloo“. Eine blutige Schlacht mit mehr als 40 000 Toten. Aber was soll’s? Party! ABBA strahlten stets, als sei die Welt durchtränkt von Liebe. Es ist diese Unerschütterlichkeit, dieser bedingungslose Positivismus, der die Band – neben den Ohrwürmern der beiden Herren – zur Legende machte. Welthits am Fließband. Bis zu 500 Millionen verkaufte Alben. Krisen. Abstürze. Scheidungen. Die letzte Welttournee 1979. Die Scheidung von Agnetha und Björn 1979, Scheidung von Frida und Benny 1981. Es war das Jahr, in dem ihr letzter großer Hit „One Of Us“ erschien, auf dem neunten Album „Visitors“, der ersten Audio-CD aller Zeiten. Danach gab es 37 Jahre lang keine neue ABBA-Musik – bis 2018.

Die schwedische Supergruppe ABBA kehrt nach 35 Jahren doch noch einmal zurück - allerdings nur in digitaler Form von Avataren und mit zwei neuen Liedern. Wie gut kennen Sie die musikalische Vergangenheit des Quartetts?

Von Imre Grimm/RND

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