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Academy will umsteuern: Ist #OscarsSoWhite Vergangenheit?

Film Academy will umsteuern: Ist #OscarsSoWhite Vergangenheit?

Über die Oscars in diesem Jahr war ein Shitstorm hereingebrochen. Wieder einmal stand die mangelnde Vielfalt der Nominierten am Pranger. Nun reagiert der Filmverband - verändert sich endlich Hollywood?

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John Boyega hofft auf längst fällige Veränderungen. Foto: Facundo Arrizabalaga

Los Angeles. "We all dream in gold", war das Motto der Oscar-Verleihung im Februar. Doch nicht die Farbe Gold beherrschte den roten Teppich in Hollywood, sondern Weiß.

Der Twitter-Hashtag #OscarsSoWhite warf einen langen Schatten auf die berühmteste Preisverleihung der Welt. Denn zum zweiten Mal hintereinander wurden keine Schwarzen in den vier begehrten Schauspielerkategorien der weltweit wichtigsten Filmpreisverleihung nominiert. Die Entrüstung war groß, Stars boykottierten die Veranstaltung, die goldene Oscar-Statue geriet in Verruf. Die Academy reagierte auf die massive Kritik und kündigte "historische Maßnahmen" an.

Denn bisher dominieren unter den rund 6000 Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Hollywood ältere weiße Männer - Afroamerikaner, Latinos und Frauen sind in der Unterzahl. Entsprechend fiel die Kritik aus: Dem Filmverband und seinen Oscar-Nominierungen mangele es an Vielfalt.

Nun wurden 683 Einladungen an neue Mitglieder verschickt, mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Dabei werden die Absichten des Filmverbands deutlich: 41 Prozent der Angeschriebenen sind Schwarze, Latinos und Asiaten, 46 Prozent Frauen. "Der heutige Tag repräsentiert einen großen Schritt in Richtung des Ziels der Inklusion", zitierte die Zeitschrift "Variety" die afroamerikanische Präsidenten der Akademie, Cheryl Boone Isaacs.

Unter den potenziellen neuen Mitgliedern sind etwa der schwule kanadische Filmemacher Xavier Dolan, in Cannes mit "Ich tötete meine Mutter" und "Mommy" gefeiert, und die deutsche Regisseurin Maren Ade, deren hochgelobtes Werk "Toni Erdmann" am 14. Juli in Deutschland in die Kinos kommt.

Die ersten Reaktionen sind positiv. John Boyega, der schwarze Hauptdarsteller des neuesten "Star Wars"-Films, twitterte: "Es ist immer ein Segen, einer der vielen Oscar-Wähler zu sein, der hoffentlich Veränderungen vorantreiben wird." Die diesjährige beste Hauptdarstellerin Brie Larson schrieb auf Twitter: "Ich freue mich darauf, meine Stimme zu nutzen, um Talente zu nominieren, die die wirkliche Welt, in der wir leben, reflektieren - VIELFALT." Und die Latino-Schauspielerin America Ferrera twitterte, als Kind habe sie von der Chance geträumt, ihr Talent auszudrücken - nun könne sie Chancen für andere schaffen.

2002 schien es schon einmal einen Durchbruch zu geben: Halle Berry gewann als erste Afroamerikanerin den Oscar als beste Hauptdarstellerin, Denzel Washington wurde als bester männlicher Schauspieler gefeiert und Alt-Star Sidney Poitier für sein Lebenswerk mit einem Ehren-Oscar ausgezeichnet. "Die heutige Nacht hat eine Tür aufgestoßen", sagte Berry damals unter Tränen.

Doch 14 Jahre später war die Türe scheinbar wieder ins Schloss gefallen. Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung waren nur Weiße in den Schauspielerkategorien nominiert - obwohl Will Smith mit "Concussion" (dt. Titel: "Erschütternde Wahrheit") als Oscar-Anwärter gehandelt wurde und auch etwa Samuel L. Jackson in "The Hateful 8" und der Brite Idris Elba in "Beasts of No Nation" hochgelobt wurden. Im vergangenen Jahr sah die Auswahl ähnlich aus.

Etliche Hollywood-Größen - Afroamerikaner, Latinos, Asiaten und Weiße - kritisierten die Nominierungen und boykottierten die Veranstaltung. "Um Anerkennung zu betteln oder auch nur darum zu bitten, mindert Würde und Macht", sagte etwa die Schauspielerin Jada Pinkett Smith, Ehefrau von Will Smith, in einem Facebook-Video. Auch Hollywoodstar George Clooney, Regisseure Spike Lee und Michael Moore sowie Vorjahres-Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong'o meldeten sich zu Wort.

Darauf hat die Academy nun reagiert - doch es steht ihr noch ein langer Weg bevor. Mit den Neuzugängen sind nun 11 Prozent aller Mitglieder Afroamerikaner, Asiaten oder Latinos, nur drei Prozentpunkte mehr als zuvor. Frauen machen dann 27 Prozent des Filmverbandes aus, zuvor waren es 25 Prozent. Ob die Mitglieder im Durchschnitt nun auch jünger sind, ist noch unklar - das Durchschnittsalter lag 2012 der "Los Angeles Times" zufolge bei 62 Jahren.

Und dass die Problematik von #OscarsSoWhite weit über die Oscars hinaus geht, hat Chris Rock verdeutlicht. Bei der diesjährigen Preisverleihung brachte es der afroamerikanische Schauspieler, Komiker und Moderator der Show auf den Punkt: "Die wahre Frage, die jeder auf der Welt wissen will: Ist Hollywood rassistisch?"

dpa

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