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Kultur Adele mit neuem Album
Nachrichten Kultur Adele mit neuem Album
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00:31 22.11.2015
Adele, eine Sängerin, für die Musik nie allein Unterhaltung ist – sondern auch Seelenrettung.  Quelle: Beggars
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Potsdam

 Adele macht immer Ernst, sie wäre also gar kein Bond-Girl, weil Bond-Girls etwas Spielerisches, Katzenhaftes haben, geboren aus dem Geist der Karikatur. Das ist Adele, 27 Jahre alt, zu flach, sie lässt sich nicht bitten, sie nimmt sich selbst das Wort. Und zwangsläufig führt das zum großen Auftritt, rein äußerlich schon zu erkennen an den schrillen Fingernägeln und den voluminösen Wimpern.

An diesem Freitag erscheint ihr drittes Album, es heißt „25“, benannt nach dem Alter, als sie mit den Songs für diese Platte begann. Sie hat 50 Millionen Tonträger von ihren ersten zwei Alben verkauft, zudem hat sie den Titelsong zum Bond-Film „Skyfall“ geschrieben, der 2012 in den Kinos lief. Wenn Adele also für den Agenten 007 arbeitet, dann nicht als Betthäschen, sondern als Dame, die seine rastlose Jagd nach Frauen und Ganoven orchestriert. Und wie sie das getan hat! Es war wohl der imposanteste Bond-Song seit Paul McCartneys „Live And Let Die“ aus dem Jahr 1973.

Auf „25“ singt sie von Versöhnung, nachdem sie auf dem Vorgänger „21“ von Trennungen sprach. Die erste Single „Hello“ ging an die Spitze quasi aller Charts, in einem Tempo, das verkündet, wie sehr die Frau als ersehnt wird als Heilbringerin. Ihr Ernst schlägt sie zum Engel, ihre Stimme ist kräftig, und doch geschmeidig. „Rolling In The Deep“ und „Someone Like You“ waren Songs der Britin, die eine ganze Generation musikalisch geprägt hat.

Womöglich ist sich Adele ihrer Stimme nun zu sicher. Die Britin weiß, dass sie Leute berührt – und reizt das auf „25“ nach Kräften aus. Oft überreizt sie. Jede Silbe wird betont, als sei es ein Gebet, ihr Atemholen ist zu hören, als Nachweis harter Arbeit. Ihr Soul ist eine Leistungsschau, die manchmal ohne Richtung, und dennoch hochpoliert die drei Minuten eines Liedes füllt. Die Virtuosität wirkt ausgestellt und formvollendet. Gefühle? Werden meist als übergroße Geste präsentiert. Ja, große Kunst. Doch hinter Hochglanzlack.

Von Lars Grote

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